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Villa auf Schulgelände in Hagen-Garenfeld ist verkauft

Das ehemalige Gymnasium in Garenfeld: Die Villa (rechter Bildrand) wurde bereits verkauft.

Das ehemalige Gymnasium in Garenfeld: Die Villa (rechter Bildrand) wurde bereits verkauft.

Foto: google maps

Garenfeld.   Die Villa auf dem Gelände des ehemaligen Gymnasiums Garenfeld hat einen neuen Besitzer gefunden, die Zukunft des übrigens Geländes ist unklar.

Die auf dem Gelände des ehemaligen Gymnasiums Garenfeld befindliche Villa hat einen neuen Besitzer gefunden. Nach Auskunft von Christian Witte, Vorstand der Dr. Hermann und Katharina-Hille-Stiftung, die Trägerin des Gymnasiums war, hat ein Chirurg aus Dortmund die Immobilie erworben und will sie renovieren. In dem Haus hatte bis zu ihrem Tode Katharina Hille gewohnt. Seit 2011 stand das Haus leer.

Welche Zukunft dem 17.400 Quadratmeter großen Schulgelände und den darauf befindlichen Gebäuden bevorsteht, ist dagegen ungewiss. Nach Auskunft von Witte gibt es mehrere Interessenten, deren Projektideen derzeit von der Stadt Hagen geprüft werden.

Was auch immer realisiert wird, das Konzept muss sich dem dörflichen Gesamtgefüge von Garenfeld anpassen. Denkbar seien z.B. Einrichtungen wie Schulen und sportlichen Zwecken dienende Gebäude in Anlehnung an die ursprüngliche Nutzung, teilte die Stadtverwaltung mit.

Keine weiteren Wohngebiete

Da der angrenzende Bereich ein Dorfgebiet sei, sei auch Wohnen möglich, allerdings in begrenztem Umfang, da in Garenfeld wegen der fehlenden Infrastrukturausstattung keine weiteren Wohngebiete ausgewiesen werden sollen. Derzeit untersucht die Verwaltung mögliche Nutzungsvarianten.

Auf der anderen Seite ist der Stiftung daran gelegen, dass die Stadt potenziellen Investoren nicht zu viele Steine in den Weg legt und sie damit abspenstig macht. „Wenn das Korsett für mögliche Projekte zu eng ist, droht die Gefahr, dass eine Bauruine entsteht“, gibt Witte zu bedenken. Der Marktwert der Immobilie liege bei 1,8 bis 2 Millionen Euro: „Ich hoffe auf eine sinnvolle Nutzung, die im Einklang mit den Bedürfnissen der Menschen in Garenfeld steht.“

Vermögen aufgezehrt

Die Stiftung soll nicht aufgelöst werden, obwohl sie nach Auskunft von Witte mangels Masse derzeit nicht in der Lage, ihrem Stiftungszweck, der „Förderung der Bildung von Kindern und Jugendlichen“, nachzukommen. Das Bar- und Wertpapiervermögen war durch die finanziellen Schwierigkeiten, in die das Gymnasium geraten war, aufgezehrt worden. Mit dem Erlös aus dem Verkauf der Schule würden Stipendien oder bestimmte Förderprogramme aber wieder möglich sein.

Auch den Verein der ehemaligen Garenfelder Schüler will die Stiftung unterstützen. Auf der Homepage des Vereins, erstellt von Andreas Füchtenbusch und Olaf Döneke, haben sich 500 Ehemalige registrieren lassen. Es sei natürlich schwierig, Ehemaligentreffen einer Internatsschule zu organisieren, da die Schüler in ganz NRW, ja Deutschland gewohnt hätten, so Füchtenbusch: „Aber wir lassen das weiterleben, auch wenn es die Schule nicht mehr gibt.“

Notbremse gezogen

Sinkende Schülerzahlen und damit einhergehende finanzielle Schwierigkeiten hatten das Privatgymnasium an den Abgrund gebracht. Im Schuljahr 2016/17 wurde die Schule nur noch von 121 Jungen und Mädchen besucht, die Zahl drohte weiter zu sinken. Zwar versuchte die Stiftung noch das Ruder herumzureißen und mit einer breit angelegten Plakataktion wieder mehr Schüler zu gewinnen, doch diese Bemühungen kamen zu spät.

Schließlich zogen die Verantwortlichen die Notbremse und kündigten mit Ablauf des letzten Schuljahres die Schließung des Gymnasiums an. Die Schüler wechselten zu anderen Schulen, auch für die betroffenen Lehrer, die ihren Arbeitsplatz verloren, fand die Bezirksregierung Arnsberg Anschlussbeschäftigungen an anderen Schulen.

17 junge Leute waren im Juli 2017 die letzten Abiturienten nach 110 Jahren Schulgeschichte.

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