Besitzerwechsel

„Vonovia“ übernimmt Hoesch-Häuser in Hagen-Hohenlimburg

Schon im März 2015 zeigten sich die Bewohner der Hoesch-Siedlung mit dem Zustand ihrer Gebäude unzufrieden. Der damalige Geschäftsführer der Barmer Wohnungsbau, Marius Overkott (rechts), stellte sich der Kritik. Foto: Archiv /Christian Rasche.

Foto: Christian Rasche

Schon im März 2015 zeigten sich die Bewohner der Hoesch-Siedlung mit dem Zustand ihrer Gebäude unzufrieden. Der damalige Geschäftsführer der Barmer Wohnungsbau, Marius Overkott (rechts), stellte sich der Kritik. Foto: Archiv /Christian Rasche. Foto: Christian Rasche

Oege.   Wohl zum 1. Juli wird die Bochumer Wohnungsgesellschaft „Vonovia“ die ehemaligen Hoesch-Häuser mit rund 260 Wohnungen in Oege übernehmen.

Die Mieter der rund 260 Wohnungen in den ehemaligen Hoesch-Häusern an der Piepenstockstraße, am Ahmer Weg und auch am Predigerstuhl sind leidgeprüft. In den zurückliegenden Jahren mussten sie gleich mehrfach hinnehmen, dass die Eigentümer und somit die Verwaltung der Immobilien wechselte. Jetzt steht ein neuer Wechsel an, denn das Wohnungsunternehmen „Vonovia“ aus Bochum hat die „Conwert Immobilienverwaltung GmbH“ übernommen.

Zur Chronologie der Besitzverhältnisse der Wohnsiedlung in Oege. Bis zum Jahr 2009 gehörten die Immobilien der Hoesch-Wohnungsbau. Dann stieg die „Prodomo“ ein. Für rund zwei Jahre. Denn zum 1. Januar 2011 übernahm die KGW Wohnwert GmbH die Häuser. Diese gab die 260 Wohnungen an die Barmer Wohnungsbau weiter. Aus der in Wuppertal angesiedelten Barmer Wohnungsbau wurde zum 1. Juli 2016 die „Conwert“. Zu diesem Zeitpunkt fusionierten die alt+kleber Immobilienverwaltung GmbH, die KWG Wohnwert GmbH und die Barmer Wohnungsbau Verwaltung GmbH zur neuen Conwert Immobilienverwaltung GmbH. Diese ist aktuell Besitzerin der Häuser. Noch. Denn jetzt dreht sich das Karussell weiter. Denn nur 12 Monate nach der Übernahme durch die „Conwert“ müssen sich die Mieter wieder umstellen.

Häuser sind älter als 50 Jahre

Voraussichtlich zum 1. Juli wird die „Vonovia“ aus Bochum die Wohnsiedlung übernehmen. Das bestätigte Pressesprecherin Bettina Benner auf Anfrage dieser Zeitung. „Unser Unternehmen hat die ,Conwert’ erworben. Wir werden deren Wohnungsbestand in unser Unternehmen integrieren.“ Zu welchem Zeitpunkt das in Oege geschehen werde, ließ sie offen. „Noch sind die Mieter darüber nicht informiert.“ Bettina Benner versicherte aber, dass das umgehende geschehen werde. „Wir möchten unsere Mieter zunächst abholen.“ Zu diesem frühen Zeitpunkt wollte sie sich zu Detailfragen, ob ihr Unternehmen denke, in die mehr als 50 Jahre alten Häuser zu investieren, nicht näher äußern. Nur, dass zukünftig durch eigene Objektbetreuer für eine gute Wohnqualität in Oege gesorgt werde. „Das ist in unserem Unternehmen gängige Praxis.“

Mieter loben Blick ins Grüne

Die bisherigen Objektbetreuer der „Conwert“ scheinen dabei aber offenkundig nicht benötigt zu werden. Sie haben nämlich von der „Conwert“ die Kündigung zum 30. Juni erhalten. Anschlussverträge sind ihnen bislang noch nicht angeboten worden.

Dabei werden die Objektbetreuer von den Mietern an der Piepenstockstraße gelobt: „Sie haben sich sehr darum bemüht, im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Häuser ,in Schuss zu halten’.“

Das ist schwer genug. Denn die Häuser haben zum Teil mehr als 50 Jahre auf dem Buckel, so dass eine Grundsanierung erforderlich ist. Marius Overkott, damals Geschäftsführer der Barmer Wohnungsbau, hatte im März 2015 im Gespräch mit dieser Zeitung den Zustand der Häuser beklagt und erklärt, „dass der Wohnungsbestand über viele Jahre vernachlässigt worden sei und man mit einem Pinselstrich nicht für eine blühende Landschaft sorgen könne.“ Daraus leitete er den relativ hohen Wohnungs-Leerstand von 16 Prozent ab. Daran hat sich offenkundig nichts geändert.

„Conwert“ nicht erreichbar

Gestern war das Büro der „Conwert“ in Wuppertal nicht besetzt. „Derzeit ist kein Mitarbeiter verfügbar“, so der Anrufbeantworter.

Viele Mieter schätzen übrigens die relativ ruhige und dennoch zentrale Wohnlage in Oege und fühlen sich dort wohl. „Wir blicken so schön ins Grüne.“ Andererseits nervt sie der Zustand der Häuser, der ständige Eigentümerwechsel und damit ein Wechsel der Ansprechpartner. „Wir haben uns deshalb beim Bauverein um eine andere Wohnung beworben. Auch Letmathe könnte für uns interessant sein“, so eine Mieterin, die nicht genannt werden möchte.

>>> Hintergründe zur „Vonovia“

Aus dem Zusammenschluss der Deutschen Annington und der „GAGFAH“ ist im Jahr 2015 „Vonovia“ hervorgegangen.

Mit rund 400 000 eigenen und für Dritte verwaltete Wohnungen ist die „Vonovia“ nach eigener Darstellung das größte Wohnungsunternehmen und der größte private Vermieter in Deutschland.

Die Zahl der Mitarbeiter wird vom Unternehmen mit fast 7500 angegeben.

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