Polizei

Minister will sich bei Wache Hohenlimburg nicht einmischen

Bleibt der Schreibtisch ab 2018 in der Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr leer? Die Polizeiwache Hohenlimburg soll ab diesem Zeitpunkt nachts nicht mehr besetzt werden.

Foto: Lutz Risse

Bleibt der Schreibtisch ab 2018 in der Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr leer? Die Polizeiwache Hohenlimburg soll ab diesem Zeitpunkt nachts nicht mehr besetzt werden. Foto: Lutz Risse

Hohenlimburg.   Die CDU und die Bürger für Hohenlimburg haben eine gemeinsame Forderung: Die Polizeiwache muss auch nach 2018 nachts besetzt bleiben.

„Wir Einzelhändler wünschen uns ohne Wenn und Aber den Erhalt der Polizeiwache“, betont Maibritt Engelhardt, Vorsitzende der Hohenlimburger Werbegemeinschaft. „Wir sind froh, dass wir aktuell eine gefühlte Sicherheit in den Innenstadt haben.“ Die Vorsitzende spricht aus eigener Erfahrung. „Bei uns haben in den Nachtstunden ein oder mehrere Täter versucht, trotz der Nähe zur Polizeiwache, durch einen Kellerschacht in unser Geschäft einzubringen. Die Innenstadt ist eine Fußgängerzone, wenn dann die Wache dicht und nur noch ein Polizeiauto unterwegs ist, werden sich potenzielle Täter noch mehr Zeit lassen, weil sie sich sicher fühlen.“ Maibritt Engelhardt hält es deshalb in ihrer Einschätzung mit Dr. Eva Lohse, Vorsitzende des Deutschen Städtetages. Diese hatte unlängst gefordert. „Wichtig sind, geeignete Mittel um Straftaten vorzubeugen. Dazu brauchen wir vor allem eine höhere Präsenz der Polizei.“

Frank Schmidt kündigte für die Bürger für Hohenlimburg an, zeitnah eine Informationsveranstaltung für alle Bürger zu machen, mit dem Thema, was eine Schließung der Wache in den Nachtstunden für sie bedeutet. Schmidt: „Dabei wollen wir auch die Frage erörtern, wie sich die Bürger zukünftig schützen können. Dazu wollen wir auch Frau Stöpgeshoff als Deeskalationstrainerin einladen. Sie soll an diesem Abend auch etwas zu Strategien der Selbstverteidigung sagen.“

Schmidt machte auch noch einmal deutlich, dass gegenwärtig zwischen dem Innenministerium, dem Landtagsabgeordneten Jörg und dem Hagener Polizeipräsidenten ein „Schwarzer Peter“-Spiel gespielt werde, wer den letztlich die Verantwortung für ein Aus der Wache in den Nachtstunden trage. „Herr Sprogies hat der Politik gegenüber erklärt, dass er Weisungsabhängig vom Innenministerium sei.“

Keiner will es gewesen sein

Für die Hohenlimburger CDU macht der Vorsitzende Willi Strüwer noch einmal deutlich, dass sich seine Partei nach Abwägung aller Argumente festgelegt habe. „Die Polizeiwache Hohenlimburg muss nachts besetzt bleiben.“ Das hatte der Landtagskandidat Helmut Diegel bereits im Dezember bei einer CDU-Veranstaltung gefordert. „Hohenlimburg und Haspe dürfen nicht Lückenbüßer sein für eine NRW-Polizeipolitik, die gekennzeichnet ist durch chronische Unterbesetzung, Überstunden und Überforderung. Präsenz vor Ort ist der Inbegriff für Sicherheit und Abschreckung. Dafür steht die Polizeiwache Hohenlimburg. Exakt das schätzen die Geldinstitute, die Einzelhändler in der Innenstadt und in Elsey, aber auch die älteren Mitbürger.“

Und Peter Leisten (CDU) ergänzt zur gestrigen Berichterstattung (SPD-Landtagsabgeordneter Wolfgang Jörg wundert sich). „Man kommt sich für dumm verkauft vor, während sich der SPD-Landtagsabgeordnete nur wundert. Alle wollen sie die Hohenlimburger Wache nachts zu schließen, aber keiner will es dann gewesen sein. Polizeipräsident Sprogies hat im Gespräch mit der BV darauf hingewiesen, dass ihm die personelle und strukturelle Organisation der Polizeibehörde in Hagen obliegt. Aber er sagte auch das, was wir in Hohenlimburg von Anfang an gesagt haben. Wenn der Innenminister eine konkrete Anweisung geben sollte, kleine Wachen im Betrieb nicht einzuschränken, werde er sich daran halten.“

Vor Ort wird entschieden

Auch Wolfgang Jörg meldete sich gestern Nachmittag noch einmal zu Wort. Nach einem Gespräch mit Innenminister Ralf Jäger ist die Situation, wer über die Schließung der Polizeiwachen zu entscheiden hat, eindeutig. Folgendes Zitat von Ralf Jäger lässt keinen Zweifel: „Die Verantwortlichen in den Polizeibehörden vor Ort entscheiden über die Standorte und die Besetzungszeiten ihrer Polizeiwachen und Bezirksdienststellen. Sie entscheiden dabei nach den örtlichen Erfordernissen. Da habe ich mich bisher nicht eingemischt und werde das auch in diesem Fall nicht tun.“

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