Hagener Türme

Weg zur Spitze des Eugen-Richter-Turms ist mühsam, aber der Aufstieg lohnt sich

Foto: WP

Hagen.  Wer den Fußweg zum Eugen-Richter-Turm erklimmt und sich dann die 84 Stufen der Wendeltreppe im Turm hinauf schwingt, erlebt von der Aussichtsplattform nicht allein einen fabelhaften Blick über Hagen und das Umland.

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Dort oben bläst dem Besucher auf 308 Metern über dem Meeresspiegel der Wind ins Gesicht. Auf der Spitze des 1911 erbauten Turms weht auch ein Hauch von Geschichte.

Der 23 Meter hohe Eugen-Richter-Turm wurde als letzter der drei Hagener Türme errichtet. Von der Aussichtsplattform hat man unter anderem einen exzellenten Blick auf den 1901 errichteten benachbarten Bismarckturm, der knapp 24 Meter hoch aus einer Waldlandschaft lugt. Zum Drei-Türme-Weg gehört auch der 17 Meter hohe und 1910 erbaute Kaiser-Friedrich-Turm — die drei Hagener Türme sind damit wohl eine Einzigartigkeit, da sie den drei Politikern aus einer Epoche ein Denkmal setzen.

Richter und Bismarck

Eugen Richter (1838-1906), der seinen Wahlkreis in Hagen-Schwelm hatte, und der auf dem Delsterner Friedhof begraben wurde, gilt als großer liberaler Gegenspieler von Otto von Bismarck. Nach seinem Tod begannen auf Initiative der Freisinnigen Volkspartei die Planungen zum Bau des Turms. Das Bauwerk Eugen-Richter-Turm selbst ist zwar nicht ganz so hoch wie der benachbarte Bismarckturm. Da aber die Bergkuppe, auf der der Turm errichtet wurde, höher gelegen ist als der Goldberg - der Standort des Bismarckturms -, überragt der Eugen-Richter-Turm dieses Gebäude doch um einige Meter; zur Zeit des Baus war das nicht unerheblich, um die Wertschätzung Richters gegenüber Bismarcks zu dokumentieren. Eine weitere Besonderheit: der Eugen-Richter-Turm ist der einzige seiner Art. „Bismarcktürme dagegen gibt es in Deutschland einige”, sagt Tycho Oberste-Berghaus, Vorsitzender des Turmvereins Eugen Richter.

Öffnungszeiten

Vom Eugen-Richter-Turm, der seit seiner Restaurierung durch den Turmverein wieder begehbar ist, hat man einen weiten Blick über Hagen und die umliegenden Berge und Täler. Geöffnet ist der Turm zu den Öffnungszeiten der benachbarten Sternwarte in den Sommermonaten mittwochs von 19 bis 21 Uhr sowie sonntags von 14 bis 16 Uhr und im Winterhalbjahr mittwochs zwischen 19 und 21 Uhr sowie samstags von 19 bis 21 Uhr.

Fakten

+ Der Eugen-Richter-Turm wurde im Jahr 1911 erbaut. Die Bauzeit betrug nur viereinhalb Monate.

+ Der Turm ist 23 Meter hoch und 12,7 Meter breit.

+ Für die Turmsanierung wurden 1999 Kosten in Höhe von 650 000 D-Mark errechnet. Die Stadt Hagen und die Stiftung Denkmalschutz sagten Mittel zu, forderten aber eine Grundfinanzierung von privater Seite. 130 000 D-Mark brachte der Turmverein durch Spenden zusammmen. Seit dem 19. September 2004 ist der Turm wieder begehbar.

+ Im Zweiten Weltkrieg war auf dem Turm ein Flakgeschütz platziert

+ Der Wendeltreppenaufgang zur Aussichtsplattform wurde nachträglich ins Gebäude eingepasst. Die Treppe ersetzt den ursprünglichen Aufgang, dessen Restaurierung zu teuer gewesen wäre.

+ Ein Balkon auf der Rückseite des Gebäudes, der auf halber Höhe installiert wurde, diente vermutlich als Standort zum Reden halten.

+ Der achteckige Turm wird von zwei kleineren quadratischen Türmen eingerahmt. Der Eugen-Richter-Turm ist eine Doppelturmanlage aus Bruchstein.

+ Der Turmverein plant auf der Aussichtsplattform ein Münzfernrohr zu platzieren.

+ Außerdem sollen Tafeln angebracht werden, die zeigen, in welcher Himmelsrichtung große Städte oder bedeutende Bauwerke liegen.

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