Kein verkaufsoffener Sonntag

Wegen drohender Klage – Hagener Autosalon findet nicht statt

Ein Bild aus vergangenen Jahren: In der City reihten sich moderne Fahrzeuge und Oldtimer aneinander und präsentierten sich den Besuchern.

Ein Bild aus vergangenen Jahren: In der City reihten sich moderne Fahrzeuge und Oldtimer aneinander und präsentierten sich den Besuchern.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Die Veranstalter des Hagener Autosalons sind enttäuscht. Weil eine Verdi-Klage droht, fällt die Veranstaltung ins Wasser.

Der diesjährige Hagener Autosalon in der Innenstadt (eigentlich geplant vom 31. August bis 2. September) wird nicht stattfinden. Die aus Sicht der Hagener Kfz-Innung zu erwartende erneute Klage der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi gegen den verkaufsoffenen Sonntag am 2. September sorgt dafür, dass die Veranstalter einen Rückzieher machen.

Schon im vergangenen Jahr hatte der verkaufsoffene Sonntag parallel zum Autosalon aus dem gleichen Grund nicht stattgefunden, weswegen zahlreiche Händler abgesprungen waren. Bereits Anfang Mai war der verkaufsoffene Sonntag zu „Hagen blüht auf“ wegen einer Verdi-Klage geplatzt. Die erste Kammer des Verwaltungsgerichts Arnsberg sah die gesetzlichen Bedingungen nicht erfüllt. Der arbeitsfreie Sonntag werde vom Grundgesetz geschützt. Das Laden-Öffnungsgesetz und das Grundgesetz erlaubten keine verkaufsoffenen Sonntage nur zu dem Zweck, dem ortsansässigen Handel einen Wettbewerbsvorteil zu schaffen.

Verdi kritisiert das Vorhaben

„Wir haben den verkaufsoffenen Sonntag zum Autosalon ja im vergangenen Jahr schon nicht beantragt“, sagt Wladimir Tisch von der Hagen-Agentur, „und auch diesmal hat das Rechtsamt es kritisch gesehen. Wenn es eine Klage geben würde, hätten wir zudem wohl erst am Freitag davor eine klare Information. Das ist weder Auto- noch Einzelhändlern zuzumuten.“

Michael Plohmann, Chef der Kreishandwerkerschaft und somit übergeordnet auch der Kfz-Innung zeigt sich enttäuscht: „Wir hätten 13 Teilnehmer parat gehabt. Die Absage ist schade, aber der richtige Schritt. Um die Veranstaltung ohne den verkaufsoffenen Sonntag zu stemmen, müssten wir weit über die Budget-Grenzen hinausgehen. Das ist nicht darstellbar.“ Der Autosalon sei aus Plohmanns Sicht ein Alleinstellungsmerkmal gewesen. „Aber wir werden uns neu aufstellen.“

Dass es auch wirklich zu einer Klage gekommen wäre, will Verdi-Gewerkschaftssekretärin Bettina Schwerdt nicht bestätigen. „Wir könnten ja nur klagen, wenn der verkaufsoffene Sonntag auch beschlossen wäre. Aber das hat die Politik gar nicht getan. In einer Stellungnahme haben wir unsere Kritik im Vorfeld aber sehr deutlich gemacht.“

Leserkommentare (3) Kommentar schreiben