Wirtschaft

Weltmarktführer „Avistud“ aus Breckerfeld öffnet seine Türen

Der für den Firmen-Neuaufbau verantwortliche IngenieurRalf Unterharnscheid erklärt die komplexe Bolzenschweiß-Technik.

Der für den Firmen-Neuaufbau verantwortliche IngenieurRalf Unterharnscheid erklärt die komplexe Bolzenschweiß-Technik.

Foto: Mike Fiebig

Breckerfeld.   Das Unternehmen „Avistud“ hat seinen neuen Standort in der Hansestadt eröffnet. Die Ansiedlung ist für Breckerfeld und den Betrieb ein Gewinn.

Nein, das kann man nicht erahnen, was da gefühlt zwischen altem Mühlenhof und dem großen Edeka-Markt am Straßenrand für eine Geschichte liegt. Es ist die eines Weltmarktführers, der nun aus einer Hand in Breckerfeld produziert und entwickelt. Gestern hat das Unternehmen Nelson Automotive, das nun unter dem Markennamen „Avistud“ auf dem Markt unterwegs sein wird, mit einem feierlichen Tag seinen neuen Standort in der Hansestadt eröffnet. Die Ansiedlung ist für Breckerfeld und das Unternehmen ein richtiger Gewinn.

Erwarten Sie bitte nicht, dass wir die hochkomplexen Leistungen, die Monteure, Entwickler und Ingenieure da an der Schützenstraße jeden Tag vollbringen, im Detail erklären können. Wenn das so einfach wäre, hätten andere Unternehmen Avistud längst eingeholt. Das Unternehmen entwickelt, produziert und liefert vielseitige Bolzenschweißtechnik. Vor allem die namhaften deutschen Autobauer verwenden je nach Modell 300 bis 800 solcher Bolzen, mit denen zum Beispiel Bremsleitungen im Unterboden befestigt werden.

Ralf Unterharnscheid ist Ingenieur bei Avistud und war verantwortlich für die komplette Verlagerung des Unternehmens von seinem alten Sitz in Gevelsberg an die Schützenstraße in Breckerfeld. „Wir hatten hier die Möglichkeit, die komplette Entwicklung und Produktion völlig neu anzuordnen, zu sortieren und abzustimmen“, sagt er. Experten sprechen vom „Lean-Management“. Vereinfacht gesagt, wird eine Produktion, eine Wertschöpfungskette, nach einem neuen Denkprinzip angeordnet, oft auch verschlankt und viel effizienter angeordnet.

Auch vertreten in Asien und Amerika

Henning Stams, Geschäftsleiter von Avistud, sagt: „Die Automobilbranche erwartet, dass die Herstellungsverfahren schneller und flexibler als je zuvor werden. Wir haben unser Geschäftsmodell an die Anforderungen des Automobilsektors nach leichteren, hochbelastbaren Materialien, Elektrofahrzeugen und schnelleren Herstellungsprozessen angepasst.“ Das Unternehmen erklärt, dass man branchen- und weltweit an der Spitze der Innovation in diesem Bereich stehe. Avistud ist in Asien, Europa und Amerika vertreten. Produziert wird aber weiter aus den Händen der rund 100 Mitarbeiter am Breckerfelder Standort.

Dass die Firma mittlerweile seit dem 1. Dezember in Breckerfeld sitzt, hat sie ihrem Mitarbeiter Jürgen Madsak zu verdanken. Der 62-Jährige, ein alteingesessener Breckerfelder, gab der Unternehmensleitung, als diese einen neuen Standort suchte, den Tipp, dass das ehemalige Domizil der Firma Winterhoff an der Egenstraße/Schützenstraße leer stünde. Auch das Nachbargebäude (ehemals von der Firma ZL Microdent genutzt) hat Nelson Automotive übernommen.

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