Bildung

Werkstattgespräch abgesagt: Hagen sucht Ort für neue Schule

Das Schulzentrum Wehringhausen beherbergt die Bodelschwingh-Schule und die Freie Evangelische Gesamtschule Hagen.

Das Schulzentrum Wehringhausen beherbergt die Bodelschwingh-Schule und die Freie Evangelische Gesamtschule Hagen.

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Hagen.  Wo soll die geplante vierte städtische Gesamtschule in Hagen gebaut werden? Die Stadt kommt bei der Grundstückssuche kaum voran.

Was die Gründung einer vierten städtischen Gesamtschule betrifft, ist die Stadt Hagen noch nicht wirklich vorangekommen. Obwohl sich die Verantwortlichen im Fachbereich Bildung seit Monaten um eine Lösung bemühen, gibt es bei der Suche nach einem geeigneten Grundstück keinen Fortschritt. Jetzt wurde sogar im Einvernehmen mit den Vertretern des Schulausschusses das geplante zweite Werkstattgespräch, das sich mit der Zukunft der weiterführenden Schulen in Hagen beschäftigen und in dem des vornehmlich um die Gesamtschulfrage gehen sollte, abgesagt. „Ich kann keine substanziellen Fortschritte vermelden“, so Jochen Becker, Leiter des Fachbereichs Bildung: „Es gibt unterschiedliche Optionen, vielleicht können wir im November mehr sagen.“

Für den neuen Schulausschuss, der ohne seine langjährigen Leitfiguren Ellen Neuhaus (CDU) und Friedrich-Wilhelm Geiersbach (SPD) auskommen muss und sich im Dezember konstituieren wird, wird die Einrichtung einer weiteren Gesamtschule in Hagen zu den wichtigsten Aufgaben gehören. Bisher bestand Einigkeit darüber, dass die neue Schule im Stadtbezirk Mitte liegen soll – wo genau, ist aber völlig unklar.

Ebenso sensibles wie heikles Thema

Politik und Verwaltung favorisieren das Schulzentrum in Wehringhausen, da man dann statt eines teuren Neubaus auf ein bestehendes Schulgebäude zurückgreifen könnte. Doch in Wehringhausen sind bekanntlich die Freie evangelische Gesamtschule (FESH) sowie die Förderschule Friedrich von Bodelschwingh untergebracht – bevor für diese beiden Lehranstalten nicht ein Alternativ-Standort gefunden ist, wird die Stadt ihre Pläne dort nicht realisieren können.

Im Rathaus zeigt man sich bei Nachfragen zu diesem ebenso heiklen wie sensiblen Thema ausgesprochen zugeknöpft, hat sich das Schulamt in der Vergangenheit mehr als einmal eine blutige Nase geholt. So gab es einen Aufschrei, als Vertreter der FESH im April zu einer Besichtigung der Sekundarschule am Remberg eingeladen worden waren, um einen Gebäudetausch zwischen den beiden Schulen vorzubereiten. Nachdem es Kritik an dem angeblich still und heimlich eingefädelten Plan nur so hagelte, wurde das Vorhaben seitens der Schulverwaltung nie wieder erwähnt.

Enormer Überhang bei Gesamtschulen

Doch angesichts der explodierenden Schülerzahl in Hagen braucht die Stadt die vierte Gesamtschule. Damit wäre auch eine der zentralen Forderungen aus dem im Januar vorgelegten Gutachten zur Schulentwicklung des Bonner Biregio-Instituts realisiert.

Zwar scheiterte die Forderung des Biregio-Leiters Wolf Krämer-Mandeau, das Ricarda-Huch-Gymnasium zu schließen und die Sekundarschule am Remberg in eine Gesamtschule umzuwandeln, an den politischen Mehrheiten in Hagen, doch der zentralen Aufgabe, die räumlichen Bedürfnisse der Schulen mit den Elternwünschen in Einklang zu bringen, wollen sich die Hagener Schulpolitiker nicht verschließen.

Und das kann nur die Einrichtung einer weiteren Gesamtschule bedeuten, denn hier ist der Überhang seit Jahren enorm: Von den drei städtischen Gesamtschulen Hagens bekamen beispielsweise 2019 insgesamt 102 Kinder eine Absage.

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