Umwelt

Wie die Menschen in Hagen auf den Klimawandel reagieren

Foto: WP Michael Kleinrensing

Hagen.   Hagen dient als Modellstadt für die Erarbeitung eines deutschlandweit einzigartigen Klimaanpassungskonzeptes. Bürger können dabei mitwirken.

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Brütende Hitze einerseits, Überschwemmungen andererseits – diese beiden auf den ersten Blick so konträren Szenarien haben eine gemeinsame Ursache: den Klimawandel. Auch die Stadt Hagen, gelegen in einem Talkessel und durchzogen von Flüssen, ist betroffen und wurde deshalb für die Erarbeitung eines Klimaanpassungskonzeptes ausgesucht, mit dem der Regionalverband Ruhr (RVR) und die Technische Universität (TU) Dortmund Strategien für die Zukunft finden wollen – Strategien, mit denen die Stadt und ihre Bürger Gefahren, die der Klimawandel mit sich bringt, begegnen können.

Hagener können helfen, ein Risikoprofil zu erstellen

Alle Hagener Einwohner sind aufgerufen, an der Erstellung dieses deutschlandweit einzigartigen und vom Bundesumweltministerium finanzierten Risikoprofils mitzuwirken. Im Rahmen von zwei Bürgerforen (siehe Infobox) können alle Interessierten berichten, welche Erfahrungen sie mit Hitze bzw. Starkregen in der Stadt gemacht haben und was ihrer Meinung nach zu tun ist, um die Auswirkungen dieser Phänomene abzumildern. „Die Erfahrungen der Bürger sind entscheidend für das Konzept“, so Fred Weber vom federführenden Hagener Umweltamt, dem Sophie Arens, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Raumplanung der TU Dortmund, assistiert: „Die Hagener Bürger kennen ihre Stadt am besten, wir sind auf ihre Hilfe angewiesen.“

Hitze in den Straßenschluchten der Innenstadt

Was ist zu tun, wenn sich die Dinge nicht mehr aufhalten lassen? An extrem heißen Tagen – und die haben sich in den vergangenen Jahren gehäuft – ist die Hitze in den Straßenschluchten der Innenstadt kaum auszuhalten. Und durch Flusshochwasser und Starkregen hervorgerufene Überschwemmungen haben in Hagen selbst schwere Kanaldeckel in die Höhe gedrückt. Doch wies Weber darauf hin, dass man auch auf Katastrophen wie in Münster, wo sich vor zwei Jahren eine Gewitterzelle festsetzte, vorbereitet sein müsse: „Damals starben zwei Menschen, zahlreiche Keller liefen voll, viele Bewohner waren unterversichert und mussten um ihr Hab und Gut bangen.“

Telekommunikation muss im Ernstfall funktionieren

Deshalb will das Umweltamt die Hagener Bürger im Rahmen des Klimaanpassungskonzeptes u.a. über Elementarversicherungen und andere private Vorsorgemaßnahmen beraten. Doch auch die Telekommunikation muss im Falle des Falles funktionieren. So ist in Hagen der Knotenpunkt der Telekom unter der Neumarktstraße von existenzieller Bedeutung für die Einsatzfähigkeit der Rettungskräfte und muss daher vor Überflutungen geschützt werden. Solche Hinweise und Anregungen sind es, über die die beteiligten Institutionen im Rahmen der beiden Bürgerforen informiert werden möchten.

Hier können Bürger mitwirken:

  • Das Forum zum Thema „Hitze in der Stadt“ ist am Donnerstag, 21. April, 18.30 bis 21 Uhr im Rathaus a.d. Volme, Raum A 201.
  • Im Saal des Hohenlimburger Rathauses geht es am Dienstag, 26. April, von 18.30 bis 21 Uhr um „Überschwemmungsgefahren durch Flusshochwasser und Starkregen“.
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