Vorfall in Hagen-Haspe

Unbekannte Täter fällen Antirassismus-Baum an Hagener Schule

Unbekannte haben den Antirassismus-Baum am Christian-Rohlfs-Gymnasium in Hagen gefällt.

Unbekannte haben den Antirassismus-Baum am Christian-Rohlfs-Gymnasium in Hagen gefällt.

Haspe.   Wieder muss der Staatsschutz nach einem Vorfall in Hagen ermitteln. Unbekannte Täter haben an einem Gymnasium einen besonderen Baum gefällt.

Schon wieder eine zerstörerische Aktion gegen ein Projekt, mit dem Hagener eigentlich auf die Verständigung und den Zusammenhalt der Völker aufmerksam machen wollen.

Zwischen vergangenem Donnerstag, 15. November, und vergangenem Montag, 19. November, haben unbekannte Täter einen Baum auf dem Gelände des Christian-Rohlfs-Gymnasiums gefällt und ihn in die Ennepe geworfen.

Baum war Teil eines Projekts gegen Rassismus

Die Aktion war gleich doppelt unwürdig: Denn der Baum war im vergangenen Frühling im Rahmen eines Anti-Rassismusprogramms der Schule gepflanzt worden und war geschmückt mit antirassistischen Sprüchen. „Der Baum war eigentlich abgestorben, durch die beschrifteten Bändchen und Schleifen haben wir ihm eine neue Bedeutung zugesprochen“, berichtet SV-Lehrer Patrik Torwesten.

Vor vier Jahren hat sich das Christian-Rohlfs-Gymnasium, eine Schule mit hohem Migrationsanteil, als „Schule ohne Rassismus“ zertifizieren lassen. Seitdem findet in jedem Schuljahr eine Aktion, die diesen Gedanken unterstützt, statt. Im vergangenen Schuljahr wurde der Baum geschmückt, im kommenden Mai soll mit einem künstlerisch gestalteten Abend im Hasper Hammer ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt werden. „Wir wollen zum Nachdenken anregen“, so Torwesten.

Am kommenden Freitag soll der gekappte Baum aus der Ennepe geholt und mit Hilfe von Spanngurten wieder auf dem Schulhof aufgestellt werden. Wegen des möglichen politischen Hintergrundes der Baumfällung hat der Staatsschutz der Polizei die Ermittlungen übernommen. Der fünf Meter hohe Baum war vermutlich mit einer Axt gefällt worden.

Plakate einfach in die Volme geworfen

Eine ähnliche unnötige Aktion war am bereits am Wochenende 10. und 11. November in Hagen geschehen und hatte für Empörung und Verletzung gesorgt. Plakate, die an die Reichspogromnacht vor 80 Jahren erinnern sollen, waren abgerissen und in die Volme geworfen worden. Weil ein politischer Hintergrund nicht ausgeschlossen werden konnte, ermittelt auch in diesem Fall der Staatsschutz. Auf den gelben Bannern stehen die Namen von Juden, Zwangsarbeitern und politisch Verfolgten aus Hagen, die von den Nazis getötet wurden. Die Plakate waren mit Kabelbindern am Geländer der Volmebrücke Badstraße befestigt. Einige dieser Kabelbinder wurden durchtrennt. Einige Transparente landeten auf dem Gehweg, andere im Fluss. „Wir vermuten ein gezieltes Vorgehen“, sagt der Künstler Dietmar Schneider zum damaligen Zeitpunkt. „Ähnlich ist es uns auch mit Plakaten ergangen, die vor zehn Tagen über dem Autobahnzubringer gehangen haben.“

Polizei trennt beide Fälle bislang voneinander

Die Pressestelle der Polizei erklärt, dass die Fälle getrennt voneinander zu betrachten seien und vermutlich jeweils ein anderes Klientel hinter den Tätern steckt. Im Fall der Plakate könnte es sich um einen antisemitischen Hintergrund handeln. Beim gefällten Baum am Christian-Rohlfs-Gymnasium eher nicht.

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