Kultur

Wiederbelebung: Hagener Bühnenball kehrt 2019 zurück

Präsentieren das neue Spielzeitheft des Hagener Theaters (von links): Alfonso Palencia, Anja Schöne, Francis Hüsers, Joseph Trafton, Sven Söhnchen und Michael Fuchs.

Präsentieren das neue Spielzeitheft des Hagener Theaters (von links): Alfonso Palencia, Anja Schöne, Francis Hüsers, Joseph Trafton, Sven Söhnchen und Michael Fuchs.

Foto: Theater

Hagen.   Der Bühnenball wird wiederbelebt: Karneval 2019 lädt Werner Hahn zur Revue „Moulin Rouge“ ins Theater ein.

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Premiere der besonderen Art: Zum ersten Mal stellt die neue Theaterspitze gemeinsam ihren Spielplan vor. Knapp 160 Vorstellungen (genau wie in der aktuellen Spielzeit) werden auf die Bühne gebracht, „allerdings zeigen wir mehr unterschiedliche Produktionen, wiederholen die Stücke also nicht so häufig wie bislang“ , unterstreicht Intendant Francis Hüsers.

Überraschung vorweg

Eine Überraschung im Spielplan 2018/19 vorweg: Es wird wieder einen Bühneball geben. Und die Revue zum Ball wird – wie seit den 1990er Jahren – wieder von Werner Hahn inszeniert. Zur Erinnerung: Der letzte Bühnenball fand Karneval 2015 statt, allerdings mit mäßiger Resonanz. Während zu Bestzeiten zu der im Zwei-Jahres-Rhythmus an jeweils zwei Tagen stattfindenden Veranstaltung 4500 Besucher das Theater stürmten, waren es vor drei Jahren nur 2400 Gäste. Die Folge: 2017 gab’s keinen Ball (wir berichteten).

Knappe personelle Ressourcen

Aufgrund der knappen personellen Ressourcen sei man nicht in der Lage, solch ein Großevent durchzuführen, lautete damals die Begründung. Außerdem sei deutlich geworden, dass immer weniger junge Leute zum Ball kämen, ferner wurden gastronomische Fehler eingeräumt. So war der Großteil des Caterings – und das mitten im Winter – auf den Hof verbannt worden.

Sinneswandel

Wie es nun zum Sinneswandel kommt?

„Wir hoffen, dass die Resonanz des Publikums wieder steigt. Die Veranstaltung war früher überaus beliebt. Daran wollen wir anknüpfen“, so Geschäftsführer Michael Fuchs.

Werner Hahn, früherer Lutz-Leiter und Regisseur am Hagener Haus (seit Sommer 2017 leitet Hahn die junge Sparte am Siegener Apollo-Theater) wurde von Intendant Hüsers gebeten, den Bühnenball wiederzubeleben.

Moulin-Rouge-Revue zu Karneval

Am Freitag, 1. März, und am Samstag, 2. März, entführt die karnevalistische Revue ins Pariser Moulin Rouge. „Ich möchte den Geist der früheren Bälle wieder aufleben lassen, es soll in den Gängen gefeiert werden und die Atmosphäre kuschelig sein“, so Hahn begeistert.


Den Bühnenball mitzugestalten, sei für ihn stets etwas besonders Schönes gewesen, da es die Mitarbeiter des Theaters fest zusammengeschweißt hätte. „Bis Juli steht das Konzept. Geprobt wird dann in Zeitnischen“, konkretisiert Hahn. Der Vorverkauf für die Veranstaltung startet am 10. November.

Finanzplan

Themenwechsel: Der Finanzplan für die kommenden Monate steht. Trotz der Zuschusskürzungen (der Gesamtetat der kommenden Spielzeit beläuft sich dann auf knapp 14 Millionen Euro) und Stellenabbau in Ballett und Orchester ist sich ­ Fuchs sicher, dass die kommenden Monate erfolgreich über die Bühne gehen werden. „Das Publikum darf von den Kürzungen nichts mitbekommen, das ist unser Ziel“, unterstreicht der Geschäftsführer. Und fügt an: „Zwei Jahre konnten wir die Ticketpreise halten. Ab Sommer werden die Karten jedoch um fünf Prozent teurer.“

Romantische Opern

Inhaltlich will Intendant Hüsers seinen Schwerpunkt auf romantische Opern (u.a. von Verdi und Wagner) setzen. So wird es im März 2019 einen szenischen Abend mit Verdi-Chören geben.

Als einen Höhepunkt der Spielzeit kündigt Hüsers „Tristan und Isolde“ an. Zwei Gastsolisten wurden für das Wagner-Meisterwerk engagiert – Zoltan Nyari besetzt den Part des Tristan, Magdalena Anna Hofmann singt die Isolde.

Der Premiere am 7. April folgen lediglich vier weitere Termine. „Eine fünfstündige Oper kann man nur Sonntagsnachmittags zeigen“, argumentiert Hüsers, der bei „Tristan und Isolde“ die musikalische Leitung übernimmt.

Kooperationen verstärken

Auf Kooperationen setzt das Theater ebenfalls verstärkt. So wird es eine konzertante Aufführung auf der Hauptbühne geben, den optischen Rahmen dazu liefern Skulpturen aus dem Osthaus-Museum.

Alfonso Palencia freut sich besonders auf seinen dreiteiligen Ballettabend „Move on“, der am 13. Oktober Premiere feiert.

Und der neue Ballettdirektor gibt auch jungen Choreografen die Chance, ihr Können dem Publikum zu beweisen.

„Ballett trifft Oper“ heißt es Mitte Mai, wenn das Ballettensemble zu Händels Wassermusik und zur Oper von Purcell tanzt.

Motto „Weltenbummler“

Zehn Sinfoniekonzerte in der Stadthalle mit Musik von u.a. Brahms, Mozart, Ravel und Gershwin sind geplant, außerdem Sonderkonzerte, u.a. im Cross-over-Stil.

Anja Schöne wird im Kinder- und Jugendtheater das Motto „Weltenbummler“ mit Leben füllen. „Viele junge Menschen in Hagen haben einen Migrationshintergrund. Hagen ist bunt. Und das sollten wir nutzen“, so die neue Lutz-Chefin. Sie will mit Stücken oder Workshops in die Stadt gehen – ins Jugendzen­trum Kultopia und ins Kulturzentrum Pelmke.

Als Weihnachtsmärchen wird in diesem Jahr „Der Zauberer von Oz“ gespielt, ein amerikanischer Weihnachtsklassiker, den Andres Reukauf mit kindgerechter Musik untermalt.

>>>INFORMATIONEN

  • Das Spielzeitheft 2018/19 ist bereits auf der Homepage des Theaters (www.theaterhagen.de) zu finden. Das 167-seitige Datenheft in praktischem Taschenformat erinnert gewolltermaßen an ein gelbes Reclamheft.
  • Der Kartenvorverkauf für die meisten Vorstellungen startet am 23. Juni.
  • Am Samstag, 1. September, läutet das Theater die neue Spielzeit mit einem „Auftakt“-Fest ein.

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