OB-Stichwahl

Wisotzki trotz Schlappe bei Hagener OB-Wahl im Einklang mit sich

Blumen für den Verlierer der Stichwahl zum Oberbürgermeister: Parteivorsitzender Timo Schisanowski, Horst Wisotzki und Ratsfrau Nesrin Öcal.

Blumen für den Verlierer der Stichwahl zum Oberbürgermeister: Parteivorsitzender Timo Schisanowski, Horst Wisotzki und Ratsfrau Nesrin Öcal.

Foto: WP Michael Kleinrensing

Hagen-Haspe.   „Wir haben es einfach nicht geschafft, die Leute aus dem Sessel zu bekommen“, analysiert Horst Wisotzki (SPD) nach der Niederlage bei der Stichwahl zum Oberbürgermeister. Wisotzki befindet sich aber nach eigener Aussage „im Einklang“ mit sich.

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Der Tag danach, die Stunde des Siegers. Aber was macht der Verlierer der OB-Stichwahl am nächsten Morgen? Wir erreichen Horst Wisotzki per Handy bei seiner montäglichen Einkaufstour an einem Hasper Supermarkt-Regal. „Das hast Du nicht verdient“, hatte ihm gerade ein Hasper nach der herben Schlappe vom Sonntag versucht, ein wenig Trost zuzusprechen. Aufbauarbeit, derer es kaum bedurft hätte: „Ich bin zufrieden und habe ein reines Gewissen“, gibt sich der SPD-Kandidat gelassen. „Ich bin im Gleichklang mit mir.“

Verblüfft hat ihn lediglich, dass er am Ende so deutlich das Nachsehen hatte. „Es lag wohl vor allem an der Wahlbeteiligung, in unseren Hochburgen ist kaum einer wählen gegangen“, geht er davon aus, dass seine Anhänger nach dem großen Abstand bei der Kommunalwahl ein wenig resigniert und kaum eine realistische Chance mehr gesehen haben. Selbst seine Hasper hatten ihm – mal abgesehen vom Spielbrink – am Kirmeswochenende nicht die erforderliche Unterstützung zukommen lassen: „Wir haben es einfach nicht geschafft, die Leute aus dem Sessel zu bekommen.“

Geschlossenheit in der SPD fehlte

Insgesamt, so die Wahrnehmung von Wisotzki, habe es die Hagener SPD an der notwendigen Geschlossenheit vermissen lassen: „Natürlich dürfen Genossen offen erklären, dass sie den anderen Kandidaten wählen, aber dann sollten sie auch die Partei wechseln“, kann sich der ehemalige Feuerwehrchef und künftige SPD-Ratsherr momentan nur schwer vorstellen, mit diesen Parteimitgliedern auch in Zukunft zusammenzuarbeiten. „Ich bin für klare Fronten, so darf es nicht weitergehen“, setzt Wisotzki nach der Wahlanalyse auf ein internes, reinigendes Gewitter.

Dennoch möchte der Stichwahl-Verlierer die gemachten Erfahrungen aus den vergangenen Wochen und Monaten nicht missen: „Ich habe viel dazugelernt, neue Ansichten und Menschen kennengelernt und auch viel Zuspruch erhalten.“ Dinge, die ihm bei der Arbeit im Rat zugute kommen sollen. „Ich werden meinen Berg dort verteidigen“, verspricht der Mann vom Spielbrink vollen Einsatz für seinen Wahlbezirk, „da wird so mancher mit mir noch Spaß kriegen.“

Erleichterung bei Ehefrau

Erleichterung habe sich derweil bei seiner Ehefrau Anita eingestellt: „Die Familie hätte schon unter der neuen Aufgabe gelitten“, weiß Wisotzki um die Kehrseite eines Oberbürgermeister-Jobs. Aus und vorbei – jetzt gilt es zunächst einmal, die Einkäufe nach Hause zu bringen.

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