Projekt für Jugendliche

Workshops sollen junge Hagener an die Wahlurnen locken

Gandhi Chahine (links)und Dirk Schubert wollen mit ihrem Projekt „Kreuz an“ Jugendliche zur Wahl animieren. 55 000 Euro an Fördergeldern haben sie dafür rekrutiert. Foto:Michael Kleinrensing

Gandhi Chahine (links)und Dirk Schubert wollen mit ihrem Projekt „Kreuz an“ Jugendliche zur Wahl animieren. 55 000 Euro an Fördergeldern haben sie dafür rekrutiert. Foto:Michael Kleinrensing

Hagen.   Mit Songs, Videos und Poetry-Slam sollen Hagener Jugendliche für die nächsten Wahlen interessiert werden. Die Anmeldung für das Projekt läuft.

Es ist eine Aussage, die die Alarmglocken schrillen lässt: „69 Prozent der Jugendlichen zwischen 15 und 25 Jahren stimmen der Aussage zu, dass Politiker sich nicht darum kümmern, was sie denken“, sagt Gandhi Chahine.

Er, der Musiker, der Sozialarbeiter, der sich seit Jahren in der Stadt dafür engagiert, dass junge Menschen aller Schichten am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, dass sie sich trauen mitzureden, will diesen Satz nicht einfach stehen lassen. „Kreuz’ an!“, heißt ein Projekt, das er gemeinsam mit Dirk Schubert entwickelt hat, für das das Land 55 000 Euro Fördermittel bewilligt hat und an dem 60 Jugendliche aus Hagen an den drei Standorten Hasper Hammer, Kulturzentrum Pelmke und Kultopia teilnehmen können.

Anfällig für simple Botschaften der Populisten

„Zwei große Wahlen stehen in diesem Jahr an“, sagt Projektentwickler Schubert, „aber Politik ist weit weg von den Gefühlen und der Sprache der Jugendlichen. Die Gefahr ist groß, dass insbesondere unter den jungen Wählern viele dabei sind, die nichts mit den Wahlen zu tun haben wollen. Auf der anderen Seite werden gerade Populisten versuchen, diese Gruppe mit ihren simplen Botschaften und Slogans für sich zu gewinnen.“

Das Geheimnis liegt im Zugang: Nicht von oben herab, nicht mit Flyern in Briefkästen oder unnützen Devotionalien an Ständen in der Fußgängerzone wollen Chahine und Schubert, unterstützt von der Evangelischen Schülerarbeit Westfalen (esw) als Träger, die Jugendlichen erreichen. Sondern mit Songs, mit Videos und mit einem Poetry-Slam. „All das“, sagt Gandhi Chahine, „sollen die Jugendlichen in drei Workshops in den Kulturzentren selbst erarbeiten. Die Botschaften, die dabei herauskommen, werden wir über soziale Netzwerke verbreiten.“

Mit Musik Botschaft transportieren

Inhaltlich geht es um das Auseinanderdriften Europas, um Populisten und um die Situation in Deutschland. „Wir haben hier ein richtig tolles Grundgesetz, auf das wir Deutsche richtig stolz sein können“, sagt Gandhi Chahine, „viele Jugendliche, und das merke ich bei meinem eigenen Sohn, denken, dass Demokratie ein Geburtsrecht sei. Dass anderswo auf der Welt dafür Menschen sterben – das haben sie nicht auf dem Schirm.“

Dass sie die Welt mit dem Projekt „Kreuz’ an“ ändern werden – das glauben Chahine und Schubert nicht. „Aber Musik kann eine Botschaft transportieren“, so Dirk Schubert, „es geht darum, den jungen Menschen klar zu machen, dass auch ihre Stimme etwas wert ist.“ Die, mit der sie die Songs singen und rappen. Und die, die sie bei der Landtags- oder der Bundestagswahl abgeben können.

>>HINTERGRUND: INFOS AUF UNSERER WAHLSEITE

Viele Informationen zur Landtagswahl in Hagen gibt es bei uns im Internet unter www.wp.de/wahlhagen. Unter anderem sind hier auch die bisher erschienenen 58-Fragen-Interviews mit den Landtagskandidaten nachzulesen.

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