Adipositas

XXL-Kleiderbörse für stark Übergewichtige in Hagen eröffnet

Freuen sich auf viele Kunden: Susanne Adam, Ilona Schmidt, Christian Fricke, Andreas und Kathrin Rehbein sowie Sylwia Maier (von links).

Foto: Michael Kleinrensing

Freuen sich auf viele Kunden: Susanne Adam, Ilona Schmidt, Christian Fricke, Andreas und Kathrin Rehbein sowie Sylwia Maier (von links).

Hagen.  Die XXL-Kleiderbörse ist eröffnet: Adipositas-Netzwerk und Rotes Kreuz wollen Menschen mit Übergrößen helfen. Kleiderspenden bis 15XL willkommen.

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Sie ist ein weiterer Baustein in der Arbeit des Adipositas-Netzwerkes in Hagen: In der Lange Straße in Wehringhausen hat eine Kleiderbörse XXL für stark übergewichtige Menschen eröffnet. Immer dienstags von 12 bis 16 Uhr und einmal im Monat samstags von 10 bis 13 Uhr können hier Betroffene Kleidung abgeben und sich neue mitnehmen.

Es ist quasi eine Tauschbörse mit einem großen Ziel: „Wir möchten stark übergewichtige Menschen mit moderner, zeitgemäßer Kleidung versorgen.“ Das sagt Christian Fricke, der weiß wovon er spricht. 100 Kilogramm hat er selbst – auch mit Hilfe einer Magen-Verkleinerung abgenommen. „Wenn man stark übergewichtig ist, dann kann die kaputte Hose zum Drama werden. Zum einen finanziell, zum anderen, weil man gar nicht so schnell Ersatz finden kann.“

Die WP hat mehrfach über seine Geschichte berichtet und auch darüber, dass er als Adipositas-Berater am Evangelischen Krankenhaus am Mops in Haspe inzwischen auch hauptberuflich mit dem Thema zu tun hat. Das von ihm gegründete Adipositas-Netzwerk, das inzwischen in ganz NRW tätig ist, trägt nun auch in Kooperation mit dem Roten Kreuz und mit Unterstützung der Krankenkasse AOK die XXL-Kleiderkammer in Wehringhausen (gegenüber der Feuer- und Rettungswache Mitte, ehemals „Henrys Lädchen“).

„Jeder kann Kleidung mitnehmen. Es gibt nur eine Regel: Man darf nur Kleidung mitnehmen, die auch direkt vor Ort anprobiert wurde und die passt“, umreißt Fricke das System. Man freue sich über Kleiderspenden von Betroffenen: „Allerdings nicht im Riesen-Ausmaß, sondern eher Einzelstücke in den Größen XXL bis 10XL, aber auch bis 15 XL.“ Menschen würden aufgrund ihres Übergewichts gemobbt und diskriminiert: „Hier möchten wir insbesondere durch moderne ordentliche Kleidung entgegenwirken. Aber leider gibt es wenig Auswahl, die bezahlbar ist.“

Service für den Notfall

Rotes Kreuz und Adipositas-Netzwerk Hagen wollen zudem noch einen besonderen Service für Feuerwehr und Ordnungsamt anbieten. „Und zwar eine 24-Stunden-Rufbereitschaft, die ermöglicht, stark übergewichtige Menschen auch außerhalb der Öffnungszeiten von Geschäften im Notfall mit Kleidung zu versorgen“, sagt Christian Fricke. „Hier muss man sich mal vorstellen, wenn ein 200-Kilo-Mann mit einer T-Shirt-Größe von 8 oder 10XL auf der Straße steht nach einem Wohnungsbrand und keine Kleidung mehr hat. Dieser Bedarf kann nicht mal eben aus dem bestehenden Fundus gedeckt werden.“

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