Alters-Streit

Zu alt? - Händlerin hat Angebot der Hagener Rathaus-Galerie

05. Juni 2018, Hagen. Elke Krimme hat im letzten Moment den Mietvertrag in der Volme-Galerie nicht bekommen, weil sie zu alt ist. Hochstraße 89A bei "Krielle Mode"

Foto: Michael Kleinrensing

05. Juni 2018, Hagen. Elke Krimme hat im letzten Moment den Mietvertrag in der Volme-Galerie nicht bekommen, weil sie zu alt ist. Hochstraße 89A bei "Krielle Mode" Foto: Michael Kleinrensing

Hagen-Mitte.   In der Volme-Galerie hatte man Elke Krimme aus Hagen auf der Zielgeraden der Verhandlungen abgesagt. Jetzt könnte sie ins Nachbar-Center ziehen.

Einzelhändlerin Elke Krimme, der man auf den letzten Metern den in Aussicht gestellten Mietvertrag in der Volme-Galerie versagt hatte, weil sie mit 71 Jahren zu alt sein soll, könnte künftig mit ihrem Damen-Modegeschäft „Krielle“ Mieterin in der benachbarten Rathaus-Galerie werden. Sowohl das örtliche Center-Management als auch die übergeordnete Vermietungsabteilung können sich eine Zusammenarbeit mit der engagierten Einzelhändlerin, die über viele langjährige Stammkunden verfügt vorstellen.

Rathaus-Galerie kann sich das vorstellen

Dass die Rathaus-Galerie der 71-Jährigen ein Ladenlokal anbietet, hat nichts mit der Absage der Volme-Galerie an Elke Krimme zu tun. Bereits drei Tage bevor der viel diskutierte Artikel über Krimmes Schicksal in unserer Zeitung erschien, war die Händlerin im Centermanagement der Rathaus-Galerie vorstellig geworden und hatte nach einer Fläche für ihr Geschäft gefragt.

Center-Chef Christoph Höptner: „Wir haben daraufhin Kontakt zu ihr aufgenommen. Und sowohl wir hier vor Ort als auch unsere Vermietungsabteilung können uns eine Zusammenarbeit mit Elke Krimme sehr gut vorstellen.“ In den nächsten Tagen wird es konkretere Gespräche geben, ein Ladenlokal ist Krimme bereits gezeigt worden.

Hochstraße nur noch City-Randlage

In der mit vielen Leerständen kämpfenden Volme-Galerie wollte Krimme eigentlich ein freies 81-Quadratmeter-Lokal im Obergeschoss beziehen. Ein detailliertes Mietangebot hatte ihr das Center-Management schon vorgelegt. 2110 Euro plus Mehrwertsteuer, Warmmiete und Strom hätte das Lokal sie kosten sollen. Und: Es hätte auch noch neue Decken und Fußböden gegeben.

Nach dem Krimme in über zwei Monate andauernden Gesprächen mit der Centerleitung aus ihrer Sicht signalisiert worden war, dass sie einziehen könne, kündigte sie ihr bisheriges Lokal. Das Problem an der Hochstraße, wo Krimme aktuell ihren Laden hat, ist, dass die Straße mittlerweile zur City-Randlage gehört. Die Haupt-Fußgängerströme laufen rund um die Galerien.

Damenmode bis Größe 60

In Krimmes Laden gibt es Damen-Mode in geläufigen, aber auch bis Größe 60 und für Patienten mit Lymphödemen. „Meine Nische wäre für die Volme-Galerie perfekt gewesen. Damen mittleren Alters oder ältere Frauen, die auch in den Schuhgeschäften der Galerie einkaufen würden, hätten das Center besucht.“ Gut möglich, dass nun die Rathaus-Galerie von dieser Kundschaft profitiert. Das angebotene Ladenlokal liegt im Obergeschoss des Centers.

Juristische Schritte hat Krimme nicht im Falle der Volme-Galerie unternommen. Das wäre auch wenig erfolgversprechend gewesen. Der Arbeitsrechtler Gerd Pfeiffer sagt: „Juristisch betrachtet liegt keine Altersdiskriminierung vor, weil diese laut Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz nur zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern geschehen könne.“ Auch mietrechtlich wäre es schwer geworden, wie Mietrechtler Werner Reinhard erklärt. „Auch wenn der Eindruck erweckt wurde, sie könne in die Galerie einziehen. So lange es keinen Vertrag gibt, unter dem die Tinte trocken ist, hat sie keine Handhabe.“

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