Petition an Landtag

Zustände in Hagener Klinik "unzumutbar“ – Landtag informiert

Landtagsabgeordneter Wolfgang Jörg (rechts) und Peter Spohr gehen gemeinsam gegen die Missstände im  Hagener Josefs-Hospital vor.

Landtagsabgeordneter Wolfgang Jörg (rechts) und Peter Spohr gehen gemeinsam gegen die Missstände im Hagener Josefs-Hospital vor.

Foto: Lutz Risse

Hohenlimburg.   Peter Spohr (84) hat den Petitionsausschuss des NRW-Landtages „angerufen“. Für ihn sind die Zustände im Hagener Josefs-Hospital unzumutbar.

Wer kämpft, kann verlieren; wer nicht kämpft, der hat bereits verloren. Dass „Mann“ auch mit 84 Jahren noch kämpfen und bürgerschaftliches Engagement zeigen kann, beweist Peter Spohr, Vorsitzender des Bürgervereins Wesselbach. Denn er hat nach einem Krankenhausaufenthalt im Sankt-Josefs-Hospital im vergangenen Jahr bewirkt, dass sich aktuell der Petitionsausschuss des Landtages NRW mit jenen Zuständen in dem Krankenhaus befasst, die der Hohenlimburger kurz und knapp als „unzumutbar“ bezeichnet. Gleichzeitig lobt er aber ausdrücklich die Kompetenz der behandelnden Ärzte.

Der Sachverhalt

Für zwölf Patienten, Frauen und Männer, stehen nur drei Toiletten auf dem Krankenhausflur zur Verfügung, die der 84-Jährige aufgrund der Therapie häufiger aufsuchen musste, so dass er dabei insbesondere in den Nachtstunden wenig angenehme Erlebnisse mit Mitpatienten hatte. „Und auch die Duschen sind eine Zumutung. Nur 80 Zentimeter breit und mit einem so hohen Einstieg versehen, dass ältere Patienten, die nicht bettlägerig sind, diese gar nicht nutzen können. Da musste sogar ich quer einsteigen. Das Krankenhaus ist in den 70er Jahren gebaut und danach wahrscheinlich nicht dem heutigen Standard angepasst worden.“

Damit sich diese Missstände perspektivisch ändern, hat er bereits im vergangenen Jahr Kontakt zum heimischen SPD-Landtagsabgeordneten Wolfgang Jörg aufgenommen, der seit 14 Jahren dem Petitionsausschuss angehört. Jörg sah nach sorgfältiger Prüfung das Anliegen des 84-Jährigen als so berechtigt an, so dass er dieses zum Thema des Ausschusses machte. „Deshalb wurden zunächst von verschiedenen NRW-Ministerien – unter anderem Gesundheit --, der Hagener Stadtverwaltung, vom Regierungspräsidenten und vom Krankenhaus Stellungnahmen eingeholt“, beschreibt der SPD-Landtagsabgeordnete das Verfahren.

Das geschah im Ausschuss

Am zurückliegenden Mittwoch war dann im Landtag unter seiner Leitung eine Sitzung des Petitionsausschusses zu diesem Verfahren anberaumt. Mit dem Petenten Peter Spohr, mit Vertretern des NRW-Gesundheitsministeriums, des Petitionsreferates und einem Vertreter des Hagener Krankenhauses. Doch dieser erschien nicht. „Aus gesundheitlichen Gründen“, so Wolfgang Jörg, „dass wurde uns auf telefonischer Nachfrage mitgeteilt.“ Deshalb wurde die Sitzung vertagt. Ein neuer Termin steht noch nicht fest. Für Peter Spohr, der in Düsseldorf anwesend war, bedeutete das, dass er ohne ein für ihn befriedigendes Ergebnis die Heimfahrt antreten musste.

Das sagt das Krankenhaus

Auf Nachfrage dieser Zeitung räumte die Katholischen Krankenhaus GmbH ein, dass die Anhörung falsch terminiert worden sei. „Es hätte deshalb zu diesem Termin gar kein anderer Mitarbeiter in Vertretung kommen können.“

Wolfgang Jörg weiß, dass es für Krankenhäuser generell schwierig ist, im laufenden Betrieb Umbaumaßnahmen zu vollziehen. „Das ist eine Belastung für Patienten und für Mitarbeiter.“ Gleichwohl erwartete er aber, dass das Krankenhaus zur in absehbarer Zeit neu terminierten Gesprächsrunde erscheint und einen Maßnahmenkatalog und einen Zeitplan vorlegt, wie das Haus zum Wohle der Patienten zukunftsfähig gemacht wird.

Dass möchte natürlich auch Krankenhaus-Geschäftsführer Brenneis, der auf Anfrage dieser Zeitung sagte: „Wir wissen um die Problematik. Die Anliegen des Herrn Spohr sind verständlich. Die Duschen sind so eng, dass man sich die Ellbogen stößt, und sie sind nicht barrierefrei.“ Problematisch sei aber grundsätzlich die Finanzierung einer solchen Sanierung. Ziel sei es dennoch, dass Haus abschnittsweise zu modernisieren. Das sei auf drei Stationen geschehen. „Das ist aber im laufenden Betrieb nicht möglich. Wir können auf einer Station keine Baustelle aufmachen. Jede Station kostet aber rund 1,5 Millionen Euro. Das ist kein Taschengeld. Dieses Geld muss erwirtschaftet werden, weil die Fördermittel dazu nicht ausreichen.“ Das alles werde er bei der nächsten Sitzung des Petitionsausschusses darstellen. „Daran nehme ich selbstverständlich teil.“

Was ist eine Petition?

  • Jeder Bürger, der sich ungerecht behandelt fühlt, kann eine Petition (Gesuch) an den Landtag stellen.

  • Dabei ist es egal, ob es sich um eine persönliche Bitte handelt oder ob es sich um ein Anliegen von allgemeinem Interesse.

  • Das Büro von Wahlkreisbüro von Wolfgang Jörg (02331/919-454) unterstützt dabei die Bürger und prüft das Anliegen.

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