Gratulation

Käthe Hagemeyer aus Hagen wird heute 110 Jahre alt

Katharina „Käthe“ Hagemeyer hat auch mit 110 Jahren noch viel Humor und weiß eine Menge von früher zu erzählen. 

Katharina „Käthe“ Hagemeyer hat auch mit 110 Jahren noch viel Humor und weiß eine Menge von früher zu erzählen. 

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Käthe Hagemeyer wird am heutigen Samstag 110 Jahre alt, Margret Meyer 100 Jahre alt. Die beiden Damen haben viel zu erzählen.

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Heute Mittag gibt’s Tafelspitz, das Lieblingsgericht von Katharina (Käthe) Hagemeyer. Nicht für alle Pflegeheimbesucher, nur für das Geburtstagskind. „Frau Hagemeyer hat sich Tafelspitz gewünscht. Dann bekommt sie ihn heute auch“, sagt Kornelia Behr, die sich federführend um die alte Dame kümmert. 110 Jahre wird Käthe Hagemeyer heute und ist damit nicht nureine der ältesten Frauen NRWs, sondern ganz Deutschlands.

Bei unserem Besuch der alten Dame im Pflegeheim St. Franziskus wird uns vom Pflegepersonal aufgrund der Hitze sofort ein Glas Wasser angeboten. „Oder möchten sie lieber ein Bier?“, fragt uns Käthe Hagemeyer forsch. „Ich kann auch Bier zapfen“, fährt die gebürtige Hohenlimburgerin, die einst in Milspe eine Ausbildung zur Hotelfachfrau absolviert hat, fort.

Schöne Zeit in Milspe

Ja, Milspe – an die Zeit erinnert sich Käthe Hagemeyer gern zurück: „Ich war dort im ,Hotel zur Post’ beschäftigt. Das war ein dunkles Fachwerkhaus, das Hotel hatte einen sehr guten Ruf.“

Gekocht hat die alte Dame, die noch geistig rege ist, nur mit dem Laufen Probleme hat, ­immer gern. „Bei mir gab’s oft Braten und Gemüse – schade, dass ich heute nicht mehr selbst kochen kann.“

Käthe Hagemeyer trägt eine cremefarbene Bluse und sitzt in einem bequemen Polstersessel, „das ist meiner“, sagt sie und Kornelia Behr nickt zustimmend. Als betreuende Assistentin achtet sie gerade jetzt in der heißen Sommerzeit darauf, dass Frau Hagemeyer und die anderen Heimbewohner viel trinken. „Bei uns im St. Franziskus-Heim leben fünf Menschen – allesamt Frauen – die 100 Jahre oder älter sind. Das macht unsere gute Pflege“, schmunzelt Kornelia Behr.

Familie kommt zu Besuch

Heute wird im Pflegeheim gefeiert: Die Familie von Käthe Hagemeyer kommt zu Besuch, und das Personal im Pflegeheim lässt die alte Dame hochleben. Verheiratet war Käthe Hagemeyer nie und sie hatte auch keine Kinder, aber ihr Verhältnis zu ihrer Nichte und dem angeheirateten Neffen ist sehr eng.

Mit ihrer Nichte Barbara Hohmann und deren Mann Gerhard Hohmann telefoniert Käthe Hagemeyer fast täglich, nicht selten über eine halbe Stunde lang.

Kluge Gedanken

„Es ist erstaunlich, an was sich unsere Tante noch alles erinnert. Ihre klugen Gedanken kann man wahrlich als Altersweisheit bezeichnen“, so Gerhard Hohmann bewundernd.

Häufig ginge es in den Gesprächen um Fragen des Lebens und Sterbens, „oft schlägt aber auch ihr ungebrochener Humor durch“, sagt Gerhard Hohman und liefert ein Beispiel: „Bei einem Gespräch über Einzelheiten ihrer ja irgendwann einmal anstehenden Beerdigung bemerkte sie abschließend: Aber dann dürft ihr nicht vor mir sterben.“

Wir würden Käthe Hagemeyer auf jeden Fall gern wieder besuchen – zu ihrem 111. Geburtstag.

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