Bahnhofshinterfahrung

Zwei Tunnel-Lösungen für Bahnhofshinterfahrung in Sicht

Die Westside hinter dem Bahnhof aus der Luft. Hinter der roten Fläche deutet sich die Hinterfahrung an.

Foto: Blossey

Die Westside hinter dem Bahnhof aus der Luft. Hinter der roten Fläche deutet sich die Hinterfahrung an. Foto: Blossey

Hagen-Mitte.   Wird der Bahnhof über die sogenannte „Westside“ nach Fertigstellung der Bahnhofshinterfahrung erreichbar sein? Zwei Lösungen werden konkret.

Läuft der Bauverwaltung die Zeit davon? 2019 wird das 64-Millionen-Euro-Projekt Bahnhofshinterfahrung fertig sein. Zwischen Bahnhof und der Hinterfahrung westlich dahinter liegt dann die sogenannte „Westside“, eine 25 000 Quadratmeter große Fläche, die als Filetstück zur Schaffung eines hochwertigen Quartiers mit Dienstleistungsbetrieben und Büros gilt (siehe roter Bereich in der Luftaufnahme). Im Stadtentwicklungsausschuss formulierte Werner König (SPD) am Donnerstag die Sorge, dass es bei Fertigstellung 2019 nicht möglich sein werde, den Bahnhof von der Westside zu Fuß zugänglich zu machen. Und damit liegt König richtig.

40 Meter Tunnel-Verlängerung

König wollte von Barbara Hammerschmidt (Fachbereichsleiterin Stadtentwicklung) wissen, wie der Stand der Dinge beim angedachten Durchstich des Fußgängertunnels (Kosten: 7 Millionen Euro) ist, der zu den Gleisen führt. Wunsch von Politik und Verwaltung ist, dass dieser Tunnel um 40 Meter verlängert und auf die Westside führen soll. Zur Einordnung: Dieser Durchstich ist nicht Teil des Bau-Pakets Bahnhofshinterfahrung und die Finanzierung somit nicht gesichert.

Hammerschmidt deutete zunächst an, dass die Verlängerung des Tunnels finanziell eine Sache eines künftigen Investors auf der Westside-Fläche sei. Und dass sich ihr Chef, Baurat Grothe, aktuell bei der Messe für Immobilien und Investitionen, der Expo Real in München, befinde, um genau solche Investoren zu finden.

Abschließende Antwort der Bahn steht noch aus

Unsere Zeitung erreichte Grothe gestern dort. Er sagt: „Wir stehen in guten Gesprächen, dass die Tunnel-Verlängerung von der Deutschen Bahn im Rahmen der Sanierung des Hauptbahnhofes mitgebaut wird.“ Die Zeitschiene dafür liege zwischen 2020 und 2024. Eine abschließende Antwort der Bahn liegt noch nicht vor“, so Grothe. Die Bahn saniert den Hagener Hauptbahnhof für bislang geplante 32 Millionen Euro.

Bahn würde Stadt den Werdetunnel überlassen

Außerdem hat Grothe schriftlich, dass die Bahn der Stadt den Tunnel Werdestraße überlässt. Er führt von der Straße Am Hauptbahnhof unter den Gleisanlagen durch zur Plassenstraße. Die Bahn würde sich sogar weiter um die Unterhaltung der Brückenbauwerke kümmern, die sich innerhalb des Tunnels befinden und über die die Gleise führen. Grothe: „Autos würden wir dort nicht mehr fahren lassen wollen. Aber parallel zum Fußgängertunnel-Durchstich im Bahnhof wäre das eine gute Option für Radfahrer, um die Westside zu erreichen.“

Baubeginn frühestens Ende 2019

Insofern liege Werner König richtig, dass es noch keine Erschließung des hinteren Bahnhofbereiches gebe, wenn de Bahnhofshinterfahrung fertig sei. Für den Baurat sei aber auch klar, dass die Tunnel erst gebraucht würden, wenn die Westside auch bebaut würde. Vorausgesetzt, es werde bald ein Investor gefunden und das Bebauungsplanverfahren könnte noch 2018 durchgebracht werden, könnte Baubeginn auf der Westside frühestens Mitte oder Ende 2019 sein. Grothe: „Prospekte und Informationen zu dieser Fläche gehen hier bei der Messe in München weg wie warme Semmeln.“

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