Tiere

Alltagsgegenstände werden für Wildtiere zur tödlichen Gefahr

Igel werden immer wieder von Mährobotern schwer verletzt.

Igel werden immer wieder von Mährobotern schwer verletzt.

Foto: Olaf Fuhrmann / WAZ FotoPool

Hattingen.  Regentonne, Mähroboter, Blumentöpfe, Schornsteine: Alltägliche Gegenstände können für Igel, Vögel und Insekten und andere Tiere gefährlich werden.

Vor Kurzem erreichte die Biologischen Station im Ennepe-Ruhr-Kreis ein außergewöhnlicher Hilferuf per Telefon. Die Anruferin wollte wissen, wie sie eine Fledermaus aus einem selbstklebenden Fliegengitter befreien könne, ohne das Tier dabei zu verletzen. Das Beispiel zeigt: Für Tiere lauern im Alltag mitunter tödliche Gefahren.

Die Fledermaus war, vielleicht in dem Versuch, die an dem Fliegengitter zappelnden Insekten zu fressen, selbst Opfer des Klebstoffs geworden. Sie konnte nur mit viel Geduld und Fingerspitzengefühl und unter Zerschneiden des Fliegennetzes befreit werden. Die Anruferin will in Zukunft von der Verwendung selbstklebender Fliegengitter absehen.

Gefahr durch Vasen oder Töpfe

Schnell fällt auf, dass viele, für uns scheinbar harmlose Dinge, Tiere unbeabsichtigt verletzten oder töten können. Zum Beispiel schmale und glattwandige Vasen oder Blumentöpfe, die leer auf Balkon oder Terrasse stehen. Aus ihnen können sich hineingefallene Fledermäuse meist nicht selbst befreien. Die Tiere können nämlich nicht senkrecht starten, sondern müssen auf den Rand des Gefäßes klettern können, um wegzufliegen. Vögel können ebenfalls Schwierigkeiten haben, aus solchen Gefäßen zu entkommen.

Vögel im Schornstein

Auch Schornsteine, beliebte Aussichtsplätze für viele Vogelarten, können schnell zur Todesfalle für Vögel und Fledermäuse werden. Insbesondere Jungvögel können oft nicht mehr aus eigener Kraft aus einem Schornstein heraus klettern oder fliegen. Am besten, man deckt den Schornstein fachgerecht so ab, dass erst gar kein Tier hinein fallen kann. In jedem Fall sollte man nachsehen, wenn man scharrende Geräusche im Kamin vernimmt.

Ertrinken in der Regentonne

Nicht nur im Sommer suchen Tiere nach Wasser und immer wieder ertrinken dabei zum Beispiel Eichhörnchen und Vögel in Regentonnen. Abhilfe schafft entweder ein Deckel auf der Tonne oder man befestigt eine angeraute Dachlatte so im Wasser, dass das obere Ende der Latte über den Rand der Tonne hinausragt. Der Anstellwinkel darf aber nicht zu steil sein. Man kann das Holz auch mit einem Stück Stoff umwickeln, damit sich die Tiere besser daran festkrallen können.

Mit oder ohne Wasser werden auch aus Licht-, Lüftungs- oder Entwässerungsschächten tödliche Fallgruben für viele Tierarten. Laufkäfer, Frösche, Molche oder Eidechsen, aber auch kleine Nager können sich nicht selbst daraus befreien. Hier schaffen spezielle engmaschige Gitter Abhilfe, die verhindern, dass Tiere hineinfallen.

Stacheldraht als Gefahr für Greifvögel

Dass für Vögel Gefahren von Glasflächen ausgehen, ist bekannt. Aber auch Stacheldraht ist vor allem für Greifvögel wie Habicht und Mäusebussard und für Eulen gefährlich.

Anscheinend sehen die Vögel den Draht im Jagdflug nicht oder zu spät, um noch auszuweichen. Verfangen sie sich darin, werden meist die Flügel besonders schwer verletzt. Selbst wenn das Tier befreit wird, bevor es an Erschöpfung stirbt, heilen die Wunden meist schlecht.

Mähroboter bedrohen Igel

Ebenfalls hässliche Wunden hinterlassen Mähroboter, wenn sie zum Beispiel auf einen Igel stoßen. Igel laufen bei Gefahr nicht davon, sondern rollen sich ein. So eine Igelkugel bietet aber zu wenig Widerstand, um von den Sensoren des Roboters als unüberwindbares Hindernis erkannt zu werden. Der Mähroboter versucht deshalb immer wieder, über das Tier hinweg zu mähen.

Verpackungen werden zu Todesfallen

Selbst achtlos weggeworfene Pappbecher und Verpackungen werden schnell zu Todesfallen. Käfer, die nicht mehr aus Getränkedosen krabbeln können, Vögel, die sich mit Schnäbeln oder Beinen in Seilen verfangen oder mit dem Schnabel in Gummiringen, so dass sie nicht mehr fressen können, sind das traurige Resultat. Oder auch Igel, die ihren Kopf nicht mehr aus Pappbechern oder Chips-Tüten herausbekommen, weil sich ihre Stacheln verhaken.

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