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Am Haldenplatz eröffnete Hattingens erste Sparkasse

Der Haldenplatz in Hattingen um 1910, rechts ist ein Wagen der Feuerwehr zu sehen.

Der Haldenplatz in Hattingen um 1910, rechts ist ein Wagen der Feuerwehr zu sehen.

Foto: Stadtarchiv Hattingen

Hattingen.  Der Haldenplatz in Hattingen ist die Adresse des Stadt-Wahrzeichens. Hier war auch die erste Sparkasse. Was der Platz mit Freiheit zu tun hat.

Der Haldenplatz ist ein Platz, der diesem Begriff so recht keine Ehre macht – wirkt er doch eher wie eine sich erweiternde Straße. Und liegt dann auch noch zu Füßen des imposanten Kirchplatzes. Aber Sparkasse und Feuerwehr hatten hier ihren ersten Sitz – und als noch Markt war auf dem Untermarkt, war er ins Marktgeschehen einbezogen. Mehrere Namen trug der Platz im Laufe der Geschichte.

Historisch ist der Platz bedeutsam. 1350 verleiht Graf Engelbert von der Mark Volberts Haus am Haldenplatz die vollen Freiheitsrechte. Das bedeutet: Niemand darf in dem Haus verhaftet oder gerichtlich belangt werden, es war ein „Freyplatz“, wo Asyl gewährt werden konnte.

Der Haldenplatz in Hattingen ist historisch von Bedeutung

1411 schenkt Graf Adolf von der Mark dem Orden der Dominikaner das dann so genannte „Haus der grauen Mönche“ am Haldenplatz. Nach der Reformation wird es zu Schmiede und Wohnhaus.

Ursprünglich hieß der Platz Hallenplatz, weil er an der Fleischhalle lag. Als die nur noch Rathaus genannt wurde, ging der Sinn der Bezeichnung verloren. 1782 wird er wegen seiner geringen Größe und der Form eines diagonal geschnittenen Rechtecks als „halber Platz“ bezeichnet. 1891 erst erhält er dann seinen heutigen Namen – inspiriert vom leicht fallenden, sich neigenden Gelände an der Stelle. Die Fachwerkhäuser um den Platz herum sind Kaufmannshäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

das bügeleisenhaus in hattingen ist selbst museumsreif

Die Sparkasse erlebte ihre Geburtsstunde am Haldenplatz 8: Im Oktober 1838 ist die erste Einzahlung auf ein „Quittierungsbuch“ verzeichnet. Die Sparkasse war eines der ersten Kreditinstitute Westfalens. Sie hatte einen vier Quadratmeter großen Geschäftsraum.

Erste Sparkasse mit einer Kiste als Tresor eröffnet am Haldenplatz

1843 wurden nachts aus der Holztruhe in der Schlafstube des Rendanten 57 Taler des Sparkassengeldes gestohlen. Auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung wurde 1848 zur Aufbewahrung von Geld und Papier eine eiserne Truhe angeschafft, die in der Schlafstube angekettet wurde.

Bis 1903 war die Sparkasse hier. Erbaut wurde das Haus übrigens 1763 mit einem Brunnen im Keller. Bei Renovierungsarbeiten 1981 kam eine alte Feuerstelle zum Vorschein.

Am Haus Haldenplatz 4 ist noch eine Inschrift gut erkennbar: „Deus mihi principium medium et finis (Gott, mein Anfang, meine Mitte und mein Ende).

Der erste Sitz der Freiwilligen Feuerwehr Hattingen ist am Haldenplatz

Bis 1871 ist am Haldenplatz auch das Spritzenhaus der Feuerwehr, die sich 1868 gegründet hat, angesiedelt. Weil das alte Spritzenhaus am Haldenplatz, wo später ein Transformatorenhaus aus Bruchsteinen errichtet wurde, sehr reparaturbedürftig ist, beschließt der Rat die Neuerrichtung eines Spritzenhauses am Reschop. Das alte Haus wird abgerissen, so ein für den Wochenmarkt-Verkehr erforderlicher freier Platz gewonnen. Allerdings lagern auch 1913 noch in einem Schuppen am Haldenplatz städtische Feuerlöschgerätschaften und Gerätschaften der Freiwilligen Feuerwehr.

Im Oktober 1974 ist Schluss mit dem Autoverkehr auf dem Haldenplatz. Er wird wie die Große Weilstraße Fußgängerzone. Das holprige Kopfsteinpflaster wird durch moderne Platten ersetzt. Die alte Gaslaterne wird abgebaut.

Das prominenteste Haus am Haldenplatz ist das Bügeleisenhaus

1992 wird nicht nur das wohl prominenteste Haus am Haldenplatz, das Bügeleisenhaus, sondern auch das Haus Haldenplatz 2 restauriert. In letzterem – einem Fachwerkhaus – bestand teils sogar Einsturzgefahr. Bei der Restaurierung des Hauses Nummer 7 kamen in der obersten Zwischendecke zum Dachboden alte Dokumente zu Tage – darunter eine Königliche Urkunde bezüglich des Hauserwerbs durch Emil Schumacher 1893.

Das Bügeleisenhaus, das Wahrzeichen Hattingens, hat die Adresse Haldenplatz 1 und beherbergt das Heimatmuseum. Wilhelm Elling errichtete das Haus 1611.

Heute hat der Haldenplatz Aufenthaltsqualität

Das Haus Nummer 3 ist ein Ackerbürgerhaus – der Eigentümer besaß Felder außerhalb der Stadtmauern, wohnte aber zur Sicherheit in der Stadt – heute hat hier Hattingen Marketing einen würdigen Sitz – und der Platz mit Gastrobetrieben Aufenthaltsqualität.

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