Gericht

Angeklagte knickt nach Zeugenaussagen vor Gericht ein

Mit Rollator oder ohne – vor Gericht gab es unterschiedliche Aussagen zu möglichen Beeinträchtigungen der Angeklagten.

Mit Rollator oder ohne – vor Gericht gab es unterschiedliche Aussagen zu möglichen Beeinträchtigungen der Angeklagten.

Foto: Volker Speckenwirth / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Eine zweifache Mutter aus Hattingen soll eine Busfahrerin verletzt haben. Vor Gericht widersprechen sich die Aussagen der Zeugen und Angeklagten.

Eine 50-jährige Hattingerin soll 500 Euro Strafe wegen Körperverletzung zahlen. Dagegen legt sie Einspruch ein. Deshalb landete der Fall nun vor Gericht – mit fünf Zeugen. Aber auch nach der Verhandlung bleibt der Frau die Strafe nicht erspart. Sie selbst zieht ihren Einspruch zurück.

Streit im Bus

Die zweifache Mutter will laut Anklage im Juni 2018 am ZOB in die Buslinie 359 einsteigen. Dabei sei es zu einem Streit zwischen der Busfahrerin, die die Tochter der Angeklagten aus dem Bus verwies, und der 50-Jährigen gekommen. Die Angeklagte habe mit der Faust auf die Hand der Busfahrerin geschlagen. Die 38-Jährige erlitt dabei eine „kleine Schramme“ am Handgelenk, sagt Richter Christian Amann.

Die Angeklagte und eine Freundin ihrer Tochter vermuten, dass die Busfahrerin sich die Wunde mit einem Schlüssel oder Haarklammer selbst zugefügt habe. Auch die Geschädigte ruft der Richter in den Zeugenstand. Der Tochter verweigerte sie schon mehrfach die Busfahrt, oft habe diese sie beschimpft. So auch am Tattag. Doch dieses Mal sei die Mutter dazwischengegangen und habe die Fahrerin verletzt.

Zeugenaussage widerspricht der Angeklagten

Ein Arbeitskollege der Fahrerin bringt die Version der Angeklagten dann komplett ins Wanken. Die 50-Jährige beruft sich auf ihren durch einen Schlaganfall geschwächten rechten Arm und ihren Rollator. Sie könne gar nicht so fest mit dieser Hand schlagen. Der Busfahrer sagt jedoch aus, dass er die Angeklagte nur ohne Rollator kenne. „Ich kenne die Frau bestimmt schon zwanzig Jahre. Ich habe sie nie mit Rollator gesehen.“

Auch vor Gericht erscheint sie ohne solch eine Gehhilfe. Nach kurzer Beratung nehmen sie und ihr Anwalt den Einspruch dann auch zurück.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben