Am Ende der Woche

Die Stadt Hattingen muss Steine und Beine im Blick haben

Ulrich Laibacher, Leiter der WAZ-Redaktion Hattingen

Ulrich Laibacher, Leiter der WAZ-Redaktion Hattingen

Foto: Volker Speckenwirth / WAZ

Hattingen.  Die Stadt steckt Personal in die Kitas, den Ordnungsdienst und die Zentrale Vergabestelle. Auf Unternehmen hat sie nur sehr begrenzt Einfluss.

Langsam, träge, bürokratisch – viele Bürgerinnen und Bürger schimpfen über die Stadtverwaltung. Ganz oft würden solche Vorwürfe sicher auch zu Recht erhoben, räumt der Verwaltungsvorstand ein. Der Bürgerservice habe eben sehr gelitten, seit die Stadt Hattingen in zehn Jahren fast 90 Planstellen gestrichen hat. Dass dieser Abbau jetzt zumindest ausgesetzt wird, ist eine gute Nachricht für uns alle.

Die zweite Seite der Personal-Medaille: Die Stadtbediensteten müssen sinnvoll eingesetzt werden. Und dabei gibt es Spielräume. Dass jetzt zusätzliche Kräfte in die Kitas kommen, hat zunächst gesetzliche Gründe. Betreuungsanforderungen müssen eingehalten werden. Pflichtaufgaben nennt man das.

Mehr Präsenz der Ordnungsdienste steht für Sauberkeit und Sicherheit

In der Kür ist die Stadt frei. Und setzt für 2020 zwei Akzente. Recht und Ordnung ist der eine. Mehr Präsenz der Ordnungsdienste steht für Sauberkeit und Sicherheit. Die allermeisten wollen das.

Von der Aufstockung in der Zentralen Vergabestelle scheinen die Bürger zunächst einmal nicht viel zu haben. Falsch. Korrekte Ausschreibungen, schnelle Gewichtung der Angebote, zügige Vergabe – das alles führt dazu, dass die Straße vor der eigenen Haustür vielleicht doch noch in diesem Jahr saniert wird.

Steine und Beine – die Kommune muss viel im Blick haben. Und an einigen Stellschrauben des Stadtlebens kann sie auch nur indirekt drehen. Das gilt vor allem für die Wirtschaft.

Der Henrichspark ist eine Erfolgsgeschichte

Über eine Firmenpleite und eine geplante Neuansiedlung haben wir am Freitag berichtet. Die Turbon-Tochter Ruhrdeich Logistik Service GmbH ist in die vorläufige Insolvenz gegangen. 56 Mitarbeiter wurden freigestellt. Die Firma EK-Fahrzeugtechnik plant den Umzug von Herbede nach Hattingen. 39 Arbeitsplätze hat sie im Gepäck.

Die Stadt kann solche Entscheidungen nur begleiten. Rahmenbedingungen schaffen. Und da muss man – bei aller Fluktuation – sagen: Der Henrichspark ist eine Erfolgsgeschichte.

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