Ferienspaß

Eltern übernachten auf dem Schulhof für Ferienspaß-Karten

Rabea Lüttenberg war eine der ersten in der Schlange. Am Samstag startete in der Realschule Grünstraße der Kartenverkauf für den Ferienspaß.

Rabea Lüttenberg war eine der ersten in der Schlange. Am Samstag startete in der Realschule Grünstraße der Kartenverkauf für den Ferienspaß.

Foto: Bastian Haumann

Hattingen.   Plätze im Ferienspaß in Hattingen, besonders für den Abenteuerspielplatz, sind begehrt. Eltern kampieren dafür vor der Realschule Grünstraße.

Auf dem Schulhof der Realschule Grünstraße bietet sich an diesem Morgen ein seltsames Spektakel. In wenigen Minuten soll der Kartenverkauf für den Ferienspaß losgehen. Die städtischen Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche sind oftmals heiß begehrt. Auf Campingstühlen sitzend, zugedeckt mit einer dicken Wolldecke und einem Becher Kaffee in der Hand, warten einige Eltern sehnsüchtig. An einer Wand entlang, um die Kurve, bis zum großen Eingangstor reiht sich Stuhl an Stuhl. Vorne steht eine junge Mutter auf, ihr Ehemann löst sie ab. Zu zweit lässt sich solch eine lange Nacht besser bewältigen.

Für Nadine Rosemeyer und Elena Kischkel ist der Anblick keine Überraschung. „Jedes Jahr campen einige Eltern hier auf dem Schulhof.“ Die beiden sprechen aus Erfahrung, verkaufen die Karten für den Ferienspaß heute nicht zum ersten Mal. „Es gibt immer bestimmte Lieblingsangebote“, weiß Rosemeyer. „Der Abenteuerspielplatz ist zum Beispiel sehr begehrt. Jahr für Jahr bietet ihn die Stadt aufs Neue an.“ Die Spielplätze in Bredenscheid und Oberstüter bilden das Herzstück des Angebots. Vor Ort gibt es für die Kinder und Jugendlichen einiges zu entdecken: Aus Paletten, mit Hammer und Nägeln können sie selbstständig Buden bauen.

Eltern warten die ganze Nacht auf den Kartenverkauf

Kischkel und Rosemeyer finden es durchaus nachvollziehbar, dass Mütter und Väter die Nacht hier verbringen. „Wir denken, viele Eltern brauchen einfach die Betreuung. Die Kinder haben so lange frei und würden sonst alleine zu Hause sitzen. Wer bekommt schon sechs Wochen Urlaub?“

Für David Claas (45) kommt das nächtliche Kampieren nicht infrage. Er ist der letzte für den heutigen Tag. Trotzdem möchte er das Angebot gerne in Anspruch nehmen. Auch seine zwei Kinder würden gerne den Abenteuerspielplatz besuchen. „Entweder ich habe Glück oder Pech. Ich bin da recht flexibel. Wenn sich kein Platz mehr findet, kann ich ja nach einem anderen Angebot Ausschau halten.“

Schon Eltern besuchten den Abenteuerspielplatz

Er möchte sich Karten für die letzten zwei Ferienwochen sichern. „Dieser Zeitraum ist ohnehin nicht besonders begehrt.“ Auf „den Zippe“ möchte auch der Sohn von Rabea Lüttenberg (37). Den kennt er nämlich schon aus dem Kindergarten und weiß, was ihn hoffentlich erwartet.

Um ihm diesen Wunsch zu erfüllen, legt sich die Mutter mächtig ins Zeug. „Ich war selber als Kind auf dem Abenteuerspielplatz. Das ist zwar schon eine Weile her, aber ich kann mich noch gut an die tollen Tage erinnern.“ Schon seit ein Uhr morgens hat sie einen Platz in der Schlange sicher, holt sich damit die Platznummer eins. „Wir haben uns mit einer anderen Familie abgewechselt. So hat jeder eine Zwei-Stunden-Schicht übernommen.“ Geschlafen hat keiner so richtig.

Wartezeit ist sehr kurzweilig

„Trotzdem war die Zeit sehr kurzweilig. Hinter uns standen andere nette Eltern, mit denen wir uns unterhalten konnten.“ Tatsächlich campt Rabea Lüttenberg nicht das erste Mal nachts vor solch einem Gebäude. „Ich habe mich schon mal nachts vor dem Standesamt angestellt. Mein Mann und ich wollten unbedingt an einem ganz bestimmten Tag heiraten.“ So wie heute hat sie es auch damals geschafft, einen der begehrtesten Plätze zu ergattern.

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