Mönninghoff

Filmemacher rücken Mönninghoff in den Fokus

Laden ein (v.l.): Otto König, ehemals Bevollmächtigter der IGM, Stadtarchivar Thomas Weiß, Birgit Schulz, LWL, Timo Nahler, LWL-Medienzentrum, und Dr. Joachim Thommes vom Bildungswerk der Humanistischen Union NRW. Foto:Fischer

Laden ein (v.l.): Otto König, ehemals Bevollmächtigter der IGM, Stadtarchivar Thomas Weiß, Birgit Schulz, LWL, Timo Nahler, LWL-Medienzentrum, und Dr. Joachim Thommes vom Bildungswerk der Humanistischen Union NRW. Foto:Fischer

hattingen.   Workshop-Teilnehmer setzen sich mit der Betriebsbesetzung im Mai 1983 auseinander. Im Juni wird in Hattingen „Zeitgeschichte neu entdeckt“.

Industrieunternehmen zu kollektivieren, hat Juso-Chef Kevin Kühnert gerade vorgeschlagen. Und damit Kritik ausgelöst. Dabei ist die Idee der Vergesellschaftung schon vor 36 Jahren in Hattingen umgesetzt worden. Im Mai 1983 hat die Mönninghoff-Belegschaft das Werk besetzt, um den Betrieb in Eigenregie weiterzubetreiben und die Arbeitslosigkeit von 800 Beschäftigten abzuwenden. Die Betriebsbesetzung war zwar nicht erfolgreich, wurde aber von vielen Menschen unterstützt. Sie wurde filmisch begleitet und wird jetzt weitergesponnen.

„Der Konsul ist schon lange tot“

Um Arbeitskampf, den Stellenwert von Arbeit, die Identität von Menschen und die Auswirkungen auf künftige Generationen durch die Umbildung der Industrialisierung im Ruhrgebiet geht es bei dem Gemeinschaftsprojekt, bei dem Zeitgeschichte filmisch neu entdeckt werden soll. Ausgangspunkt ist die Mönninghoff-Betriebsbesetzung. Mit ihr sollen sich Teilnehmer eines Workshops von 14. bis 16. Juni auseinandersetzen.

„Macht das Handy aus und schaut zu“, animiert Dr. Johannes Thommes vom Bildungswerk der Humanistischen Union am Freitag, 14. Juni, um 18.30 Uhr die Vorpremiere des restaurierten Films „Der Konsul ist schon lange tot“ anzusehen. Auch wer nicht drei Tage bucht mit dem Blick zurück und nach vorne, Filmsichtung und Analyse, ist eingeladen zu Film und Diskussion ins Hüttenkino. In einer anderen Veranstaltung dort hat Thommes festgestellt, dass kein Besucher das Unternehmen, dessen Kampf eine Videogruppe des Medienzentrums Ruhr begleitet hat, kannte.

Neubewertung von Arbeit

Er hofft nun mit dem damaligen IG-Metall-Vorsitzenden Otto König, Stadtarchivar Thomas Weiß, Timo Nahler vom LWL-Medienzentrum und Birgit Schulz vom LWL, dass sich Familien mit Bezug zu Mönninghoff beteiligen, Erfahrungen einbringen, Jüngere sich mit Älteren auseinandersetzen.

Im Mittelpunkt standen damals kämpfende Menschen, nicht Unternehmer, Banker oder Politiker. Der überarbeitete Film läuft in Farbe. Wie die Menschen damals wollen sich Workshop-Teilnehmer bewegen, etwas bewirken. Geistig, indem sich Filmemacher mit gesellschaftlichen Positionen auseinander setzen, mit Kampagnen, Medienpräsenz, der Frage, ob Mönninghoff Mut macht. Aber auch dadurch, dass sie den Originalstandort aufsuchen und erörtern, wie „Arbeit für Alle – alles für die Arbeit?“ angesichts von Globalisierung, Arbeitsverdichtung und Flexibilisierung zu bewerten sind.

<<<Film und Gespräche mit Zeitzeugen

Mit filmischen Quellen und Gesprächen mit Zeitzeugenführen die Veranstalter durch das Programm des Workshops von 14. bis 16. Juni im Industriemuseum an der Werksstraße.

Filmpremiere ist am Freitag, 14. Juni, um 18.30 Uhr bei freiem Eintritt. Das Seminar mit Verpflegungkostet 15 Euro. Der Programm-Flyer mit Anmeldung ist zu finden unter www.hu-bildungswerk.de

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