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Frank Scherie droht Parteiausschluss aus der AfD

Ennepes Stadtrat Frank Scherie beim AfD-Bundesparteitag.

Ennepes Stadtrat Frank Scherie beim AfD-Bundesparteitag.

Foto: WP

Nach Eklat beim Bundesparteitag ist er ab sofort kein stellvertretender Bezirkssprecher mehr

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Der Anrufbeantworter springt an. Die Stimme von Thomas Heidenreich erklingt: „Unsere Praxis bleibt wegen Urlaubs geschlossen. Die Vertretung übernehmen...“ Doch selbst im Urlaub ereilen den Mediziner und AfD-Kreisvorsitzenden Nachrichten, dass es mächtig Ärger gibt um einige Parteimitglieder – und er reagiert. Am Ende bleiben Fragen: Wie lange wird es die AfD im Kreis noch geben, wie lange sitzen Hans Jürgen Braselmann und Frank Scherie noch unter deren Banner im Rat der Stadt Ennepetal?

Ein Ausgangspunkt des Streits lässt sich kaum ausmachen, eine Vielzahl von Dingen führt zu dem Theater. Zuletzt: Frank Scherie verteilte beim Bundesparteitag in Essen 2500 Zettel, die auf einer Seite mit dem „Lied der Deutschen“ bedruckt waren. Zudem warf er Heidenreich vor, Kreischatzmeister Rolf Heinrich „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ den Auftrag erteilt zu haben, eine Sitzung der Ennepetaler Ratsfraktion mitzuschneiden, um diesen für „parteiinterne Ordnungsmaßnahmen und Maßregelungen“ zu nutzen.

Nun reagiert der Kreisvorstand auf die Vorwürfe. Erste Konsequenzen hat es für Frank Scherie bereits gegeben. „Wegen unter anderem schwerer Datenschutzverletzung unter Missbrauch seines Amtes als stellvertretender Bezirkssprecher wurde Herr Scherie am 8. Juli vom Bezirksvorstand mit sofortiger Wirkung aller seiner Aufgaben als stellvertretender Bezirkssprecher enthoben“, schreiben Thomas Heidenreich und Rolf Heinrich in einer Pressemitteilung.

Zivilrechtliche Klage läuft

Ein Mitschnitt der Veranstaltung existiere nicht, weil die Ennepetaler Rolf Heinrich bereits vor Beginn der Veranstaltung hinausgeworfen hätten. Es habe auch nie den Auftrag dazu gegeben, die Sitzung mitzuschneiden. Gleichwohl sei das Handy als Aufnahmegerät mitgelaufen, als Heinrich vor die Tür gesetzt wurde. Der Kreisvorstand schaltete einen Anwalt ein, der Braselmann und Scherie eine Unterlassungerklärung „der Verbreitung dieser und anderer Lügen“ per E-Mail zukommen ließ. Die sollen beide ignoriert haben, so dass der Vorstand den Weg über die Stadt Ennepetal ging, die die Mail den Ratsmitgliedern zustellte. Über den E-Mail-Account von Braselmann bekam der Anwalt die Antwort „Kannst mich am Arsch lecken“. Der Ennepetaler Fraktionschef: „Mein ehemaliger IT-Spezialist hat meine Mails gehackt. Ich habe niemals so reagiert. An dieser Stelle bin ich Opfer.“ Derzeit läuft eine zivilrechtliche Klage gegen die Ratsfraktion Ennepetal, der Kreisvorstand behält sich vor, auch strafrechtliche Schritte „wegen wiederholter Datenschutzverletzung“ einzuleiten.

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