Eichenprozessionsspinner

Giftige Raupen in Hattingen bisher nur teilweise entfernt

Janine Skriginski, staatlich geprüfte Schädlingsbekämpferin, behandelt den Eichenprozessionsspinner am Karl-Roth-Weg und sammelt die Raupen ein. Der Befall in Hattingen ist bisher eher gering.

Janine Skriginski, staatlich geprüfte Schädlingsbekämpferin, behandelt den Eichenprozessionsspinner am Karl-Roth-Weg und sammelt die Raupen ein. Der Befall in Hattingen ist bisher eher gering.

Foto: Fischer / Funke Foto Services GmbH

Hattingen.   Einige Nester des Eichenprozessionsspinners in Hattingen sind beseitigt. Es gibt weitere befallen Bäume. Schädlingsbekämpfer haben Wartelisten.

Die Raupensammler sind unterwegs. Immer häufiger tritt in den vergangenen Tagen der Eichenprozessionsspinner auf. Am Mittwoch rücken Janine Skriginski und ihre Kollegen von der Schädlingsbekämpfung Nestern zu Leibe. Es gibt aber weitere, von denen man sich fernhalten sollte.

Nur im Schutzanzug mit Atemschutz und Handschuhen nähern sich die Experten den Nestern des Eichenprozessionsspinners. Wie am Mittwoch im Bruchfeld, am Karl-Roth-Weg und an der Otto-Hue-Straße. Dort sprühen sie im Auftrag der HWG die Raupen mit Desinfektionsmittel ein. „Davon verkleben die Eiweiße der giftigen Haare“, erklärt die Spezialistin. Dann können die Mitarbeiter die Tiere einsammeln und fachgerecht entsorgen.

Bisher geringer Befall mit Raupen in Hattingen

Die HWG hat in diesem Jahr bisher 20 Fälle an die Schädlingsbekämpfer gemeldet. „Im vergangenen Jahr waren es 40 bis 50, über den ganzen Sommer“, sagt Sprecherin Nina Jäger. Der Befall in Hattingen sei aber nicht sehr ausgeprägt. Im Durchschnitt sammeln die Experten zwei bis vier Nester pro Baum. „Wir hatten woanders zum Teil auch schon 20 an einem Baum“, so Skriginski.

Üblicherweise gebe es derzeit einen Vorlauf von neun bis 14 Tagen, bevor die Nester entfernt werden können, sagt Jäger. „Die Auftragsbücher der Firmen sind rappelvoll.“ Das Unternehmen, mit dem die HWG arbeitet, habe 500 Aufträge in der vergangen Woche erhalten.

Weitere Nester werden in den nächsten Tagen entfernt

Entsprechend müssen die Raupen-Sammler auch am Mittwoch zum nächsten Termin. Die weiteren Nester in Hattingen sollen in den kommenden Tagen entfernt werden. So auch im Rauendahl. Dort wohnt auch Sylvia Rechlin. Sie wurde überrascht, als sie plötzlich direkt vor ihrem Balkon ein Absperrband um einen Baum vorfand, versehen mit dem Hinweis auf die Raupen. Sie macht sich Sorgen: „Hier gibt es ja auch kleine Kinder und wir wurden nicht informiert“, sagt sie und führt aus: „Den Balkon meiden wir jetzt, denn die Brennhaare fliegen ja weit.“

Fünf weitere Standorte befallenen Bäume sind der HWG bekannt

HWG-Sprecherin Nina Jäger erklärt, man versuche, Mieter mit Aushängen zu sensibilisieren. Die Gärtner kontrollierten Bäume intensiv – hätten so die aktuellen Nester entdeckt. Betroffen sind nach derzeitigem Stand der HWG noch Bäume an der Jenaer Straße, im Wildhagen, an der Munscheidstraße, Im Westenfeld und In der Delle.

Der Stadt Hattingen sind Nester nur an einem nicht näher verorteten Baum im Schulenbergwald und auf dem Friedhof in Welper bekannt. Dort waren sieben Bäume befallen. Die Nester wurden schon am Montag entfernt, so Stadtsprecherin Julia Wagner. „Allgemein ist der Befall der Raupen in Hattingen nach aktuellem Stand nicht so hoch wie im vergangenen Jahr“, erklärt sie. Schwierigkeiten, eine Spezialfirma zu finden, habe die Stadt nicht. Auf vorsorgliches Gift-Sprühen verzichtet die Stadt bewusst.

Nester von Raupen nicht selbst entfernen

Sie rät Bürgern, sich unbedingt von den Raupen fernzuhalten. Man sollte sie weder aus der Nähe betrachten noch berühren. „Bei Kontakt sollte die Kleidung schnellstmöglich gewechselt und gewaschen werden“, so Wagner. Privateigentümer sollten ihre Baumbestände – vor allem Eichen – beobachten, aber Gespinste nicht selbst entfernen, sondern einen anerkannten Schädlingsbekämpfer oder ausgerüsteten Baumpfleger beauftragen.

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