Psychiatrie

Hattinger ärgert Druck für neue Psychiatrie in Witten

Das St. Elisabeth-Krankenhaus Hattingen-Niederwenigern hat eine Abteilung Psychiatrie. Die Verantwortlichen hier lehnen den Neubau einer Psychiatrie in Witten ab.

Das St. Elisabeth-Krankenhaus Hattingen-Niederwenigern hat eine Abteilung Psychiatrie. Die Verantwortlichen hier lehnen den Neubau einer Psychiatrie in Witten ab.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Hattingen.  Eine neue Psychiatrie in Witten lehnen Hattinger ab. Warum der Grünen-Politiker Frank Staacken aus Hattingen von Verantwortungslosigkeit spricht.

Die Psychiatrische Klinik in Niederwenigern hat bereits verlauten lassen, dass sie eine neue Psychiatrie in Witten nicht für nötig hält. Doch in Witten macht die Politik im Streit um die geplante Klinik Druck. In Hattingen macht sich Unmut breit. Von Verantwortungslosigkeit ist da die Rede.

SPD und Linkspartei in der Nachbarstadt haben die Forderung nach einer neuen Psychiatrie in Witten untermauert. Die Planungen sahen zunächst eine Abteilung mit 79 vollstationären und 21 Tagesklinik-Plätzen vor.

Neubau einer Psychiatrie in Witten stößt in Hattingen auf Ablehnung

Auf dem Tisch war dann ein Kompromiss: 50 vollstationäre Betten und kleine Erweiterungen in den Abteilungen in Hattingen und Herdecke. Doch der scheiterte nach zwei Vermittlungsversuchen im Gesundheitsministerium und Kreis. Jetzt soll es wohl erneute Gespräche im Ministerium mit den Abgeordneten aus dem Kreis geben.

Landrat Olaf Schade ist eingeschaltet. Er sagt, dass man zwei Dinge derzeit nicht lösen könne: Was aus der Tagesklinik des Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke in Witten werde und ob es bei einem Neubau in Witten nicht am Ende zu viele Plätze im Kreis gebe, was wiederum die Auslastung der vorhandenen Standorte gefährde. „Wir versuchen weiter, die Akteure zusammenzukriegen. Einen Konsens erzwingen können wir aber nicht“, erklärt er.

Sozial- und Gesundheitsausschuss in Hattingen will sich mit der Psychiatrie befassen

Noch hat sich der Sozial- und Gesundheitsausschuss in Hattingen nicht mit dem Thema befasst. „Wir haben keine formale Entscheidungskompetenz in der Frage. Aber natürlich verfolgen wir das. Ich habe das auf der Liste, wenn wir das nächste Mal über die Tagesordnungspunkte des Ausschusses entscheiden“, sagt Frank Staacken, Vorsitzender des Sozial- und Gesundheitsausschusses. „Wir können das zumindest unter Mitteilungen der Verwaltung aufnehmen.“

Er ärgert sich über das Wittener Vorgehen. „Ich nehme das als starkes Eigeninteresse der Stadt Witten wahr. Das geht in diesem Fall auf Kosten der bereits bestehenden Einrichtungen. Ich finde das wirklich verantwortungslos“, erklärt der Grünen-Politiker auf Anfrage der WAZ-Redaktion.

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