SPD

Hattinger SPDler tendieren zu Walter-Borjans für Vorsitz

Das Duo Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken wird von vielen Hattinger SPDler favorisiert.

Das Duo Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken wird von vielen Hattinger SPDler favorisiert.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Die Hattinger Genossen sprechen sich gegen die GroKo aus. Juso-Chef: „Wir müssen da raus“. In der Frage um den SPD-Vorsitz ist die Tendenz klar.

Diese Woche soll der Startschuss zum Neuanfang für die SPD sein. Seit Montag können die Genossen abstimmen, welches Duo Andrea Nahles an der Parteispitze folgen soll. Die Hattinger haben eine eindeutige Tendenz – und eine klare Meinung zur Großen Koalition.

Große Koalition trifft auf Ablehnung

„Ich habe die GroKo jedes Mal abgelehnt“, sagt Landtagsabgeordneter Rainer Bovermann. „Wir müssen da raus“, findet Juso-Vorsitzender Ugur Ince. „Mir passt die GroKo gar nicht“, betont Stadtverbandsvorsitzender Manfred Lehmann.

Die Hattinger Genossen sind sich einig: Die Große Koalition schadet der SPD. „Wobei hopplahopp aussteigen auch nicht meins ist“, gibt die stellvertretende Landrätin Sabine Kelm-Schmidt zu bedenken.

Unterstützung für Norbert Walter-Borjans

In der Frage nach dem künftigen Spitzenduo ist die Tendenz deutlich: Fraktionsvorsitzender Achim Paas nennt Norbert Walter-Borjans ein „finanzpolitisches Phänomen“. „Er ist absolut der Richtige“, ist Paas überzeugt. Denn die SPD brauche einen Neustart: „Das muss von Grund auf neu gemacht werden.“

Auch Manfred Lehmann spricht Walter-Borjans sein Vertrauen aus. „Ich habe sieben Jahre mit ihm zusammengearbeitet. Da passen Mensch, Herz und Sozialdemokratie zusammen.“ In seinem Stadtverband habe er aber auch von anderen Favoriten gehört und zu jedem Duo positive Stimmen gehört.

Stichwahl wahrscheinlich

Noch nicht endgültig entschieden, aber mit Tendenz zum Duo Walter-Borjans/Esken, gibt sich Bovermann. Er sieht aber die Bewerber-Paare auf relativ gleichem Niveau. „Ich gehe davon aus, dass es eine Stichwahl geben wird“, erklärt er.

Dem Wahlverfahren kann er insgesamt nur wenig abgewinnen. „Erst hat sich niemand bereit erklärt und dann waren es zu viele“, sagt er. Bovermann fürchtet, es werde schwierig, die Partei nach der Wahl wieder geschlossen zusammenzuführen.

Glaubwürdigkeit ist wichtigstes Ziel für SPD

„Die Auswahl ist keine Schwäche, sondern eine Stärke der SPD“, ist Sabine Kelm-Schmidt überzeugt. Damit spricht sie Ugur Ince aus der Seele. „Es macht die SPD aus, dass alle mitentscheiden dürfen“, findet der. Und obwohl Manfred Lehmann das „Tingeln der Kandidaten als Roadshow“ kritisch sieht, hält er es für richtig, dass die Mitglieder die Parteivorsitzenden wählen. Das wichtigste Ziel für die SPD müsse lauten: „Glaubwürdigkeit gewinnen. Was wir sagen, müssen wir machen und nicht auf der Hälfte einknicken.“

Noch keinen Favoriten benennen möchten Sabine Kelm-Schmidt und Ugur Ince. „Ich möchte nicht für jemanden Partei ergreifen, die als Empfehlung verstanden werden kann. Jeder soll selbst entscheiden“, betont der Juso-Vorsitzende. Bis zum 25. Oktober können die Parteimitglieder abstimmen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben