Kirchenstreik

Hattingerinnen stehen hinter dem Kirchenprotest Maria 2.0

In der katholischen Pfarrei St. Peter und Paul (im Bild die Kirche St. Peter und Paul) unterstützen viele Frauen zwar den Kirchenprotest Maria 2.0 mit Worten, aber Kirchenstreiks oder Mahnwachen sind in Hattingen derzeit nicht angedacht.

In der katholischen Pfarrei St. Peter und Paul (im Bild die Kirche St. Peter und Paul) unterstützen viele Frauen zwar den Kirchenprotest Maria 2.0 mit Worten, aber Kirchenstreiks oder Mahnwachen sind in Hattingen derzeit nicht angedacht.

Foto: Jürgen Theobald

Hattingen.   Gläubige Frauen aus Hattingen wollen mehr Rechte in der Kirche für Frauen. Aber sie bestreiken keine Kirchen und halten keine Mahnwache ab.

Viele Frauen in Hattingen finden die Kirchenstreiks in dieser Woche richtig. Auch wenn sie nicht selbst aktiv mitmachen. Mit Maria 2.0 richtet sich der Protest der Kirche von unten gegen die Vertuschung von sexuellem Missbrauch durch Amtsträger und gegen starre Machtstrukturen in der Kirche.

In vielen Städten gibt es Mahnwachen beziehungsweise die Weigerung, eine Kirche zu betreten. Manche lassen ihr Ehrenamt ruhen. Das passiert in Hattingen nicht. Aber hinter der Idee, dass sich in der Kirche etwas ändern muss, stehen viele Frauen. Die, die in der Kirche arbeiten, aber auch diejenigen, die in der Vereinigung der KfD (Katholische Frauen Deutschlands) sind.

Hattingerin warnt vor Verurteilung aller Priester

Susanne Schade, Gemeindereferentin in der Gemeinde Peter und Paul, findet den Protest absolut richtig. „Es ist zwar für mich nicht vorstellbar, in dieser Woche keine Kirche zu betreten.“ Aber dass der Umgang mancher Priester mit der Problematik des Kindesmissbrauch durch Amtsträger kritisiert werde, könne sie absolut nachvollziehen. „Was an Missbrauchsfällen passiert ist, ist wirklich außerhalb meiner Vorstellungskraft gewesen.“

Allerdings warne sie vor Pauschalverurteilungen. „Ich bin stolz auf unser Bistum. Denn Bischof Overbeck hat einen Brief in der Sache an alle Gemeinden geschrieben und betont, dass man über Macht- und Hierarchiefragen in der Kirche diskutieren müsse.“ Auch grundsätzliche Änderungen schließe der Bischof bekanntlich nicht aus.

Machtstrukturen in der Kirche müssen sich ändern

Dass sich in der Kirche die Machtstrukturen ändern müssten, steht für Susanne Schade außer Frage. „Ich hoffe, dass ich es noch erlebe, dass Frauen das Diakoninnen-Amt übernehmen können“, erklärt sie. Auch Rosemarie Nonhoff von der KfD der Gemeinde St. Peter und Paul unterstützt das Anliegen von Maria 2.0.

„Ich bin zwar schon 84 Jahre alt, aber ich halte den Protest für absolut richtig. Es hat sich schon einiges geändert. Seit langem können ja Mädchen Messdienerinnen werden. Das war zu der Zeit, als meine Söhne Messdiener waren, undenkbar.“

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