Stadtplanung

Ideen für das Krämersdorf sollen „Geisterstadt“ verhindern

Stände, die zum Bummeln und Verweilen einladen, wie hier beim Franzosenmarkt zum Herbstfest, soll es im Krämersdorf in Hattingen nach dem Wunsch vieler viel öfter geben.

Stände, die zum Bummeln und Verweilen einladen, wie hier beim Franzosenmarkt zum Herbstfest, soll es im Krämersdorf in Hattingen nach dem Wunsch vieler viel öfter geben.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Cafés, Schaubäckerei, Feierabendmarkt: Für das Krämersdorf in Hattingen gibt es Ideen, aber keine Umsetzung. Die Belebung ist aber dringend nötig

Das Krämersdorf ist wieder in den Fokus gerückt. Alfred-Schulte Stade will es mit einem Schaubackhaus mit Leben füllen. Außerdem gibt es Ideen für einen Feierabendmarkt. Die Hattinger sind sich einig: Das Krämersdorf muss dringend belebt werden. Es herrscht allgemeines Unverständnis darüber, dass dies nicht schon längst geschehen ist.

Cafés, Restaurants und Stände werden vermisst

Bürger vermissen einladende Aufenthaltsmöglichkeiten wie Cafés, Restaurants oder Stände, damit das Krämersdorf seinem Namen gerecht wird.

Kathie Wiedemann (47) hat eine deutliche Meinung zur aktuellen Situation: Es muss schnellstmöglich etwas getan werden. "Es ist ein schöner Platz, aber sehr tot", findet die Inhaberin des Damenbekleidungsgeschäftes "Strandbude 1" im Krämersdorf. "Ich bin da sehr konform mit den Plänen von Herrn Schulte-Stade. Wir müssen mehr Leben in die Stadt und vor allem ins Krämersdorf bekommen."

Feierabendmarkt nach Bochumer Vorbild

Für Kathie Wiedemann ist der Bochumer Feierabendmarkt in dieser Hinsicht Vorbild. "Schon vor einem halben Jahr habe ich gemeinsam mit Maik Böcker, dem Inhaber von Duo Optik & Akustik, die Planungen für einen Hattinger Feierabendmarkt aufgenommen, aber alleine und ohne städtische Unterstützung ist die Umsetzung schwierig“, erklärt sie. Wiedemann findet: „Meiner Meinung nach ist die Stadt in dieser Hinsicht sehr langsam."

Laut Kathie Wiedemann wird in der Hattinger Innenstadt generell nicht genug getan: "Die Innovation fehlt hier komplett. Hattingen sollte sich von anderen Städten etwas abgucken.“ Beim Feierabendmarkt würden zum Beispiel Angebote wie Weinstände das soziale Leben fördern. Das Krämersdorf biete sich als Platz dafür einfach an. „Wir müssen hier dringend etwas tun, sonst können die Geschäfte bald zu machen und Hattingen endet als Geisterstadt. Das geht nur, wenn alle an einem Strang ziehen. Schließlich wollen wir doch das gleiche: die Stadt mit Leben füllen."

Platz ist tot und damit unattraktiv

Silke Gerber (54), Mitarbeiterin beim Optik- und Hörakustikgeschäft am Untermarkt lobt und kritisiert das Krämersdorf: „Es ist es ein schöner Platz, der aber leider einfach tot geworden ist."

Bärbel Wiethoff (69) kommt zwar aus Stiepel, geht aber regelmäßig in der Hattinger Innenstadt einkaufen. Auch sie ist der Meinung, dass sich im Krämersdorf etwas tun sollte: "Der Platz ist tot. Ich frage mich, ob überhaupt Leute von außerhalb das Bekleidungsgeschäft erreichen. Gerade in der heutigen Zeit, wo die Leute fast alles online kaufen, müssen Boutiquen doch umso attraktiver wirken, und das betrifft nicht zuletzt die Lage."

Orientierung Richtung Kirchplatz statt Krämersdorf

Bei ihren Besuchen in der Hattinger Innenstadt sieht Bärbel Wiethoff kaum jemanden im Krämersdorf: "Wenn die Leute vom Reschop Carré aus die Stadt hochlaufen, gehen sie in Richtung des Kirchplatzes und nicht zum Krämersdorf, denn dort ist Leben. Es gibt viele schöne Cafés und Restaurants.“

Das Krämersdorf werde momentan ausschließlich mit dem französischen Markt und zum Frühlingsfest mit dem holländischen Blumenmarkt belebt. „Das ist einfach zu selten und auch sehr schade“, betont Wiethoff. Sie wünscht sich ein nettes Café. „Das würde sich einfach anbieten, da man hier abseits des Autoverkehrs in Ruhe schön draußen sitzen könnte."

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