Konzert

Junge Saxofonisten wagen beim St.-Georgs-Konzert Barockes

Das Forseti-Quartett spielte das St. Georgs-Konzert unter dem Titel "Perlmuttklänge" in Hattingen.

Das Forseti-Quartett spielte das St. Georgs-Konzert unter dem Titel "Perlmuttklänge" in Hattingen.

Foto: Manfred Sander / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Das Forseti-Quartett spielt „Perlmuttklänge“ beim St.-Georgs-Konzert in Hattingen. Ungewöhnliche Besetzung entführt in ungewohnte Klangwelten.

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„Perlmuttklänge“ nannte das Forseti-Quartett sein Konzert in der St.-Georgs-Kirche, in der die vier jungen Saxofonisten Werke des Barock mit zeitgenössischer Musik in Bezug setzten. Die Macher der Konzertreihe bewiesen damit, dass sie immer wieder überraschen können.

Die Besetzung mit vier Saxofonen ist ungewöhnlich: Magdalena Lapaj-Jagow am Sopran-Saxofon, Lois Alén-González am Alt-Saxofon, Tenor-Saxofonspieler Enrico Taubmann und Alvaro Arias González am Bass-Saxofon entführen die rund 110 Besucher in der St.-Georgs-Kirche in ungewohnte Klangwelten, in denen auch Bekanntes wieder ganz neu und frisch daherkommt.

Ausflug in zeitgenössische Musik

Nach Werken von Giovanni Gabrieli (1557-1612) und Domenico Scarlatti (1685-1757) unternimmt das Forseti-Quartett mit der „Vue sur les Jardins interdits“ von Henri Pousseur (1929-2009) einen Ausflug in die zeitgenössische Musik. „Als Pierre Boulez die zeitgenössische Musik maßgeblich beeinflusste, war das Komponieren nach der alten Harmonik verpönt – der „verbotene Garten“. „Pousseurs Zitat eines Chorals von Samuel Scheidt war damit ein Blick in den verbotenen Garten“, erläutern die Musiker.

In einen lang angehaltenen Liegeton fallen die Instrumente nacheinander ein, vibrierende Spannung kommt auf durch subtile Dissonanzen. Melodische Fragmente finden sich in immer neuen Anläufen schließlich zu einem Zitat des Choralthemas von Scheidt zusammen in diesem warmen und doch so luziden Klangpanorama, das sich in der Interpretation des Forseti-Quartetts durch eine bestechende Transparenz auszeichnet.

Romantische Klangsprache

Auch der Frühromantiker Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847) greift in seinem Capriccio op. 81 auf die barocke Form der Fuge zurück, in einer durch und durch romantischen Klangsprache, die dem kunstvoll verflochtenen Fugenthema einen expressiven Ausdruck verleiht. Flirrende Klangwelten entfesselt das Forsetiquartett mit höchster Stilsicherheit in den komplexen Tanzsätzen der Französischen Suite Nr. 1 d-Moll von Johann Sebastian Bach (1685-1756). Kunstvoll verschränkte Stimmführung, aber auch ein inniger, tief empfundener Ausdruck zeichnen das Spiel der vier Saxofone im Concerto in g-Moll FXI Nr. 21 von Antonio Vivaldi (1678-1741) aus.

Für den Applaus der vielen Besucher in der Kirche bedankten sich die Künstler schließ,lich mit der Ouvertüre zum Dritten Akt aus Händels Oratorium „Salomon“.

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