Fotografie

Kinder bauen beim Workshop in Hattingen eine eigene Kamera

Jonas schaut durch seine selbst gebastelte Lochkamera. Er hat sie beim VHS-Workshop im Atelier des Stadtmuseums angefertigt.

Jonas schaut durch seine selbst gebastelte Lochkamera. Er hat sie beim VHS-Workshop im Atelier des Stadtmuseums angefertigt.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Bei einem VHS-Workshop lernen die Teilnehmer Grundlagen der analogen Fotografie kennen. Auch bei der Motivsuche werden sie später beraten.

Fotos sind digital. Filme entwickeln, womöglich noch im eigens zur Dunkelkammer umgebauten Badezimmer, ist Kindern und Jugendlichen heutzutage fremd. Sie schießen Bilder blitzschnell mit ihrem Smartphone. Umso spannender ist es für sie, in die Anfänge der Fotografie einzutauchen. Das taten jetzt elf Teilnehmer eines VHS-Workshop.

Fotografin Anne Barth zeigte den Kindern, wie man eine Camera obscura bastelt. Dafür verwendet sie schwarzes Papppapier, Transparentpapier, Alufolie und Panzerband. Das Prinzip ist so einfach wie genial. Im Grunde funktionieren Kameras noch heute nach diesem Prinzip.

Die Kinder basteln aus dem schwarzen Karton drei viereckige Schachteln

Die Kinder basteln aus dem schwarzen Karton drei viereckige Schachteln. Die erste Schachtel hat höhere Ränder als die anderen zwei, die später als Deckel auf die erste Schachtel passen. Schachtel Nummer eins hat eine kleine Klappe vorne, dahinter verbirgt sich Alufolie, in die ein winziges Loch mit einer Nadel gestochen wird. „Das zweite Stück ist die Mattscheibe“, erklärt Bonian (11). „Damit gehen wir nachher auf Motivsuche.“

Die Mattscheibe besteht aus einem schwarzen Rahmen, in dessen Mitte weißes Transparentpapier gespannt ist. Durch das kleine Loch am anderen Ende der Kamera wird das gewünschte Motiv schemenhaft auf das Papier fallen, so können Abstand und Höhe für den perfekten Bildausschnitt bestimmt werden. In gleicher Größe wird später das Fotopapier gewählt und auf die Innenseite der dritten Schachtel geklebt.

Mit Kontrast werden die Bilder besser

„Das muss aber in der Dunkelkammer passieren, sonst ist das Bild schon belichtet“, weiß Bonian. Er hat den Ausführungen Anne Barts genau zugehört und kann das Prinzip der Kamera erklären. „Bei den meisten Kindern fällt der Groschen erst so richtig, wenn sie das Foto am Nachmittag in den Händen halten“, weiß Barth.

Bei der Motivsuche wird Barth die Teilnehmer beraten. „Wichtig ist, dass wir viel Kontrast haben, dann werden die Bilder besser.“ Wegen der Wetterbedingungen hat die Fotografin kurzerhand die geplante Belichtungszeit nach oben geschraubt, damit ausreichend Licht auf das Fotopapier trifft.

Nach der Belichtungszeit geht’s in die Dunkelkammer

Das durch das Loch hereinfallende Licht wird das zuvor ausgewählte Motiv auf das Fotopapier zaubern, jedoch auf dem Kopf und spiegelverkehrt. Sehen konnten die Kinder das schon am Morgen, als Barth ihnen das Prinzip der Optik mit einem Blick durch ihre Laufbodenkamera demonstriert.

Nach der Belichtungszeit schließen die Fotografen die Klappe wieder und gehen in die Dunkelkammer, um das Fotopapier in Entwicklerlösung und anschließend in das zweite Becken mit dem Fixierer zu tauchen, schließlich wird es zum Trocknen aufgehängt.

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