Filme selbst drehen

Kinder transportieren Botschaft für Frieden im Trickfilm

Kinder haben in den Herbstferien im Trickfilm-Workshop der Stadtbibliothek Hattingen eigene Filme erstellt.

Kinder haben in den Herbstferien im Trickfilm-Workshop der Stadtbibliothek Hattingen eigene Filme erstellt.

Foto: Walter Fischer / Funke Foto Services GmbH

Hattingen.  In der Bibliothek Hattingen lernen Kinder, wie man einen Stop-Motion-Film herstellt. Hauptrollen spielen Dinosaurier, Roboter, aber auch Soldaten

Allesfressende Schnecken, zerstörungswütige Roboter und kartenspielende Dinosaurier – die Kinder, die am Stop-Motion-Trickfilm-Workshop in der Stadtbibliothek Hattingen teilnahmen, entwickelten ausgefallene und kreative kurze Filme – und vermittelten damit auch wichtige Botschaften.

Diskussion über Themen

Bei der Premiere ihrer Werke bekamen die Jungregisseure jede Menge Applaus von Eltern, Geschwistern und Freunden, und der war durchaus gerechtfertigt, denn die Kurz-Filme waren beeindruckend kreativ und zeitgemäß.

Doch der Weg hin zum fertigen Produkt war für die Nachwuchstalente gar nicht so einfach. Zunächst einmal musste die passende Idee her. Mit ihren Dozenten überlegten die sieben Kinder, welche Geschichte sie denn erzählen möchten. Vorschläge wurden niedergeschrieben und wieder durchgestrichen, es wurde diskutiert und überlegt.

Keine berühmten Trickfilm-Vorbilder

An berühmte Vorbilder, moderne Animationsfilme oder alte Disney-Klassiker wollten sie nicht anknüpfen. „Hier und da fiel mal der Name ‘Shaun, das Schaf’, aber die Kinder hatten ganz eigene Ideen und Vorstellungen, die sie verwirklichen wollten“, sagte Aaron Strathmann, der zusammen mit Matthias Brinkhoff den Workshop leitete.

Als die Story feststand, war es nun an der Zeit die passenden Schauplätze und Requisiten herzustellen. Aus Alltagsgegenständen bauten die Workshop-Teilnehmer Häuser und Straßen, sie funktionierten Kekse zu Schneckennahrung um und zeichneten auf Papier mit roten und gelben Farben Feuer, das anschließend in aus Watte bestehenden Rauch aufging.

Actionfiguren und mehr als Hauptdarsteller

Die Protagonisten der Filme brachten die Kinder von zu Hause mit: Actionfiguren, Roboterspielzeug, Legomännchen und Plastikdinosaurier spielten die Hauptrolle. Bekannte Zeichentrickfiguren wie etwa in Disneys Version des Glöckners von Notre-Dame fanden hingegen nicht den Weg vor der Kamera.

„Die Requisiten herzustellen war eine ganz schöne Bastelarbeit“, sagte Matthias Brinkhoff. „Beeindruckt hat mich aber, dass sich die Kinder mit der Technik und der App schon auskannten. Sie waren wirklich gut vorbereitet.“

Aus Fotos entsteht ein Film

Wie bei einen Stop-Motion-Film üblich produzierten die Nachwuchsregisseure ganz viele Bilder, die sie mit dem eigenen Handy oder einer Digitalkamera aufnahmen. Mithilfe einer App schnitten sie die Bilder schnell hintereinander, so dass bewegte Bilder entstanden.

Um den Film fertigzustellen, musste abschließend noch der passende Ton her. Manch ein Regisseur entschied sich für mitreißende Musik, andere fügten vorgefertigte Tonsequenzen hinzu, oder sprachen selbst ein paar Worte ins Mikrofon.

Statement gegen Krieg

Eindrucksvoll war auch der Film von Noah und Ben. Ihr Werk begann mit dem Schriftzug: „Das dümmste auf der Welt ist...“

Auf dem nächsten Bild waren plötzlich kleine Soldaten zu erkennen, dich sich gegenseitig bekämpften. Panzer rollten von der Seite ins Bild, Raketen kamen aus der Luft geflogen und hinterließen Feuer, Explosionen und eine zerstörte Stadt.

Aus dem Off folgte der Satz: „Krieg ist etwas, das es nicht mehr geben sollte“. Ein kurzer Film, von Kindern gemacht, der es auf den Punkt gebracht hat.

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