Schwimmbäder

Politik fordert Aufklärung der Stadt Hattingen bei Bädern

Das Hallenbad im Schulzentrum Holthausen war in diesem Jahr mehr als vier Monate geschlossen.

Das Hallenbad im Schulzentrum Holthausen war in diesem Jahr mehr als vier Monate geschlossen.

Foto: Hendrik Steimann / WAZ

Hattingen.  Stadtsportverband und Politik kritisieren häufige Schließungen bei den Schwimmbädern in Hattingen. Sie fordern Aufklärung der Stadtverwaltung.

Die Bäder-Situation in Hattingen ist angespannt: Mehrere Wochen lang gab es jüngst keine öffentliche Schwimm-Möglichkeit für die Bürger – und auch die Lehrschwimm­becken sind immer wieder durch Sanierungs- und Reparaturarbeiten geschlossen. Jetzt gehen Stadtsportverband (SSV) und Politik in die Offensive und fordern Aufklärung und Verbesserungen von der Verwaltung. „Was ist das für ein Management“, fragt etwa SSV-Chef Michael Heise mit Blick auf die Schließungen. „Das versteht doch keiner mehr.“

Wochenlang sei nichts im Hallenbad Holthausen passiert

Ernst Matl (Bündnis 90/Die Grünen) unterstützt ihn: „Das Hallenbad ist am 18. Juni geschlossen worden – und dann ist wochenlang nichts passiert“, sagt der Übungs­leiter des Hattinger Tauchclubs. Dann könne es mit der zunächst geplanten Wiederöffnung Ende August auch nicht klappen. „Da muss man sich sofort kümmern“, sagt er. Den Vereinen liefen die Leute weg, betont er. Leistungsschwimmer sind nach Bochum ausgewichen.

Seit dem 4. November ist das Hallenbad in Holthausen jetzt wieder geöffnet. Über den Jahreswechsel wird es aber auch schon wieder geschlossen – weil die Stadt Überstunden der Mitarbeiter abbauen will.

Dezernent Matthias Tacke erklärt, dass mehrere Dinge zusammengekommen seien: „Es gibt inzwischen die bittere Erkenntnis, dass Handwerkerleistungen nicht so zu bekommen sind, wie wir sie gerne hätten – bei uns betreibt keiner Misswirtschaft. Das ist kein Hattinger Problem, das ist landauf, landab so.“ Zudem gab es Ausfälle bei der Bäder-Abteilung: „350 Kranktage plus Elternzeit“ summierten sich 2019. Deshalb hätten sich bei den zehn Mitarbeitern im Bäderbetrieb an die 400 Überstunden angehäuft.

Haske: „Das kann nicht sein, lasst euch andere Ausreden einfallen“

Theo Haske (CDU) spricht zudem das Lehrschwimmbecken im Rauendahl an, das sich die Mitglieder des Sportausschusses vor mehr als zwei Jahren angeschaut haben, weil die Duschen saniert werden sollen. Auch heute ist das Bad noch dicht. „Ja, es ist schwierig mit Handwerkern, aber derjenige, der vor zwei Jahren den Auftrag bekommen hat, wird doch nicht mehr als zwei Jahre nicht gekommen sein“, sagt er vehement. „Das kann nicht sein, lasst euch andere Ausreden einfallen.“ Die gewählten Politiker würden vor Ort angesprochen, „und wir müssen das dann mit den Leuten austragen, nicht die Stadtverwaltung“.

Tacke betont, dass es „keine Ausreden sind – wir wollen nichts schönreden, es ist ein Problem im System“. Und Kämmerer Frank Mielke ergänzt, „dass die Kollegen aus der Bauverwaltung keine Chance haben, Geld auszugeben, weil es an Firmen mangelt – das ist skurril“.

Michael Heise vom Stadtsportverband fordert für die Zukunft rechtzeitige Informationen ein. „Dann können die Vereine alle an einen Tisch holen und Lösungen finden.“

Das Thema bleibt also ein Thema.

Gespräche mit der Diakonie übers Bad in Niederwenigern

Und es gibt noch eine Nachricht vom Bad in Niederwenigern, dessen Zukunft zurzeit in Frage steht. Matthias Tacke berichtet von neuen Gesprächen mit der Diakonie über einen Weiterbetrieb: „Ergebnisse gibt es aber noch nicht.“

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