Tierschutz im Herbst

So kommen Igel gut und sicher über den Winter

Im Herbst kann man die kleinen „Stachelritter“ häufig bei der Nahrungssuche beobachten. Mit einem igelfreundlichen Garten können die Menschen den Tieren langfristig helfen.

Foto: Rainer Raffalski

Im Herbst kann man die kleinen „Stachelritter“ häufig bei der Nahrungssuche beobachten. Mit einem igelfreundlichen Garten können die Menschen den Tieren langfristig helfen. Foto: Rainer Raffalski

Hattingen.   Britta Kunz, Leiterin der Biologischen Station im EN-Kreis, gibt Tipps zum Umgang mit Igeln und sagt was Menschen tun und besser lassen sollten.

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Wer kennt sie nicht, die kleinen „Stachelritter“, die jetzt wieder in der Dämmerung durchs herabgefallene Laub rascheln. Wie viele andere Arten zieht es auch Igel aus der ausgeräumten Landschaft in unsere Gärten. Dort sind sie jetzt besonders eifrig auf Nahrungssuche, um sich für den bevorstehenden Winter noch ein möglichst gutes Fettpolster zuzulegen.

Im Herbst kann man Igel deshalb auch immer wieder tagsüber bei der Nahrungssuche beobachten. Das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge. Auch die Jung­igel, die erst im August und September zur Welt gekommen sind, haben noch reichlich Zeit, sich bis zum Beginn des Winterschlafs genügend „Winterspeck“ anzufuttern. Daher sollten Menschen die Tiere auf Nahrungssuche bitte nicht stören und einfach in der Natur belassen. Gerade junge Igel werden oft viel zu schnell in menschliche Pflege genommen.

Mutter meist nah beim Nachwuchs

Trifft man auf einen ganz kleinen und scheinbar verlassenen Jungigel ist in der Regel die Mutter nicht weit und kümmert sich um den Nachwuchs, auch wenn wir es nicht gleich bemerken. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist es sogar verboten, Igel aus der Natur zu entnehmen, es sei denn, das Tier ist erkennbar verletzt, krank oder apathisch.

Sollten Sie auf einen derart hilfebedürftigen Igel stoßen, finden Sie Tipps zur Notversorgung zum Beispiel auf den Internetseiten der Igelschutz-Interessengemeinschaft e.V. auf www.igelschutz-ev.de oder der Arbeitsgruppe Igelschutz Dortmund e.V. auf www.igelschutz-do.de. Nehmen Sie dann bitte auch umgehend Kontakt zu den nächstgelegenen Igelschutz-Vereinen oder Igelschutz-Stationen auf, die über die notwendige Fachkenntnis und Pflege-Erfahrung verfügen. Auch der Tierschutzverein Gevelsberg steht gerne beratend zur Seite. Erreichbar ist er per E-Mail an info@tierschutzverein-gevelsberg.de oder telefonisch unter 02332/66 61 50.

Schnellstmöglich zurück in Freiheit

Das Ziel aller Bemühungen muss natürlich sein, die Tiere schnellstmöglich wieder in die Freiheit zu entlassen und ihnen dort gute Lebensbedingungen zu bieten. Mit einem igelfreundlichen Garten können Sie den Tieren langfristig helfen.

Beispiel Futter: Bei der Nahrungssuche sind Igel nicht besonders wählerisch: Insekten, Spinnen, Regenwürmer und Schnecken, aber auch Frösche und Mäuse stehen auf ihrem Speiseplan. Giftfreie Gärten sind daher wichtig für Igel, denn vergiftete Schnecken und Rattengift können auch Igeln schaden. Obst und Gemüse fressen Igel allerdings nicht, hier können Gärtner ganz beruhigt sein. Gut zu wissen: Sollten Sie einmal einen Igel mit „Schaum vor dem Maul“ entdecken, hat das nichts mit Tollwut zu tun. Igel sind durchaus neugierig und was ihnen interessant vorkommt, wird ausgiebig untersucht und manchmal auch „durchgekaut“. Dabei entsteht dann der harmlose Schaum.

Igel sind oft bis in den November hinein aktiv. Der genaue Zeitpunkt hängt von der Witterung ab. Sinkt die Bodentemperatur über mehrere Tage auf Werte um den Gefrierpunkt, suchen sie sich ein Winterquartier. Als solches eignen sich Laub- oder Reisighaufen. Daher die Bitte: Lassen Sie in einer Ecke Ihres Gartens Laubhaufen und Holzstapel als Unterschlupf für Igel und andere Kleintiere liegen. Und vor allem: Saugen Sie Laubhaufen bitte nicht mit einem Laubsauger auf. Viele Geräte haben solch eine Kraft, dass Kleinsäuger dadurch zu Tode kommen können.

Unterschlupf im Laubhaufen

Eigens für den Igel-Unterschlupf gebaute kleine Häuser kann man kaufen oder selbst bauen. Im Internet gibt es verschiedene Anleitungen, zum Beispiel auf den Internetseiten des Nabu. Bei Geolino findet man eine einfache Anleitung, wie man mit Kindern einen Igel-Unterschlupf herstellen kann. Ein alter, umgedrehter Weidenkorb, der mit Laubstreu oder Stroh gefüllt und mit Reisig oder Erde bedeckt wird, tut es aber auch. Stellen Sie das Häuschen gut geschützt und versteckt zwischen Pflanzen oder unter einer Hecke auf.

Auf der Suche nach einem Winterquartier landen Igel auch immer wieder in Kellerschächte und andere Fallen, aus denen sie ohne Hilfe nicht mehr heraus kommen. Wenn Sie solche Fallen igelsicher abdecken, werden es Ihnen auch andere Kleintiere danken.

Übrigens: Einen ‚Ratgeber Igel‘ mit vielen weiteren Informationen halten Nabu (www.nabu.de) und Deutscher Tierschutzbund e.V. (www.tierschutzbund.de) im Internet bereit.

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