Wespen

Tipps für den Umgang mit Wespen und die Abwehr der Tiere

Auch ein kleines Wespennest, etwa unter einem Dachvorsprung, muss der Fachmann entfernen.

Auch ein kleines Wespennest, etwa unter einem Dachvorsprung, muss der Fachmann entfernen.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Hattingen .  Britta Kunz, Leiterin der Biologischen Station im EN-Kreis, erklärt, wann Wespen aggressiv werden und warum man Wespennester nicht zerstören darf.

Wespen gelten bestenfalls als lästig, meist als aggressiv. Dennoch sind sie besser als ihr Ruf. Wissenschaftlich gesehen gibt es alleine in Deutschland mehrere Tausend Wespen-Arten. Nur zwei, nämlich Deutsche Wespe und Gemeine Wespe, werden oft als Störenfriede empfunden. Dabei steht „Gemein“ im Namen aber nicht für „bösartig“ sondern für „gewöhnlich“. Diese Tipps sollte man im Umgang mit den Wespen beachten.

Ruhe bewahren

Die Wespen dieser beiden Arten suchen proteinreiche Nahrung wie Grillfleisch zur Aufzucht der Brut und Süßes als Energielieferant für sich selbst. Außerhalb ihres Nestbereichs, ab zwei, drei Metern Abstand, sind aber auch Deutsche Wespe und Gemeine Wespe nicht von sich aus aggressiv. Sie stechen nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Daher gilt: Ruhe bewahren. Schlagen Sie nicht nach den Tieren und vermeiden sie heftige Bewegungen.

Nicht wegpusten

Die Tiere sanft wegpusten zu wollen, ist keine gute Idee. Unser Atem enthält Kohlendioxid und das wird von Wespen als Alarmsignal verstanden.

Nahrungsmittel abdecken

Damit die Tiere gar nicht erst angelockt werden, decken Sie Nahrungsmittel ab und lassen Essensreste nicht unnötig lange offen stehen. Kleinen Kindern sollte man die Hände und den Mund abwischen.

Auf Geruch und Kleidung achten

Wespen können sich auch von Parfüm, Cremes oder duftenden Haushaltsmitteln angezogen fühlen. Auch bunte Kleidung scheinen sie anziehend zu finden.

Ablenkung

Fern halten kann man die Tiere ganz gut, indem man sie mit überreifen Weintrauben in mehreren Metern Entfernung ablenkt.

Flugrichtung lenken

Manchmal helfen Sichtblenden oder Fliegengitter, um die Tiere von einer Flugrichtung, zum Beispiel Richtung Terrasse, abzuhalten.

Der Nestbau der Wespen

Die Jungkönigin beginnt im Frühjahr mit dem Bau erster Waben aus zerkautem Holz, in die sie Eier legt. Die Brut wird mit anderen Insekten versorgt, daher sind Wespen auch hervorragende „Fliegenfänger“.

Aus den ersten Eiern schlüpfen Arbeiterinnen, die der Königin den Nestbau und die Brutpflege abnehmen. Im Sommer werden Männchen und Jungköniginnen gebildet und das alte Volk stirbt ab.

Unterschiedliche Nester

Finden Sie ein Nest, das frei auf dem Dachboden oder im Gebüsch hängt, dann handelt es sich in der Regel um die weniger „aggressiven“ Arten. Deren relativ kleine Nester beherbergen nur wenige hundert Tiere und sie beenden ihren Lebenszyklus Ende August/Anfang September.

Gemeine Wespe und Deutsche Wespe hingegen bauen meist in dunklen und engen Hohlräumen. Ihre Nester können bis zwei Meter Umfang erreichen. Sie sind bis in den Oktober hinein aktiv.

Nester nicht zerstören

Zerstören darf man die Nester nicht, das ist gesetzlich verboten. Eine Umsiedelung des Nestes darf nur durch einen Experten mit einer Genehmigung durchgeführt werden. Informationen dazu geben örtliche Imkervereine oder die Kreisimkervereine.

Hausmittel gegen Stiche

Bei Stichen hilft ein kühlender Eiswürfel oder der Zwiebel-Trick: die ätherischen Öle einer aufgeschnitten Zwiebel lindern den Schmerz und reduzieren die Schwellung.

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