Mein Advent

Warum in Hattingen Krippen-Figuren nicht mehr baden gehen

Susanne Schade zündet den großen Adventskranz in der Kirche St. Peter und Paul an. Diese Tradition gehört für die Gemeindereferentin zur Vorweihnachtszeit dazu.

Susanne Schade zündet den großen Adventskranz in der Kirche St. Peter und Paul an. Diese Tradition gehört für die Gemeindereferentin zur Vorweihnachtszeit dazu.

Foto: Volker Speckenwirth

Hattingen.   Gemeindereferentin Susanne Schade hat einen vollen Terminkalender. Sie möchte Mitmenschen Freude schenken. Eine Kindheit mit Krippe und Kranz.

Ein kaum merklicher Duft von Weihrauch liegt in der Luft. Dazu mischt sich der würzige Geruch der großen Tannenbäume, die hinter dem Altar stehen. In St. Peter und Paul sind die ersten Spuren der Weihnachtszeit zu erkennen. Die Krippe, das Lieblingsstück von Susanne Schade, wird noch aufgebaut. Die kleinen Figürchen begleiten die katholische Gemeindereferentin seid ihren Kindertagen. Nur zu gern hat sie mit Josef, Maria und den anderen gespielt.

Der Terminkalender von Susanne Schade ist voll. Vorweihnachtliche Gottesdienste, Besuche mit Kinder im Seniorenheim und und und. Schnell wird jedoch klar: Im Dezember möchte sie vor allen Dingen anderen Menschen eine Freude machen.

Dabei bleibt Schades eigene Vorfreude nicht auf der Strecke. „Meine Perspektive auf Weihnachten hat sich verändert. Natürlich freue ich mich immer noch über Geschenke. Aber es ist wichtiger, andere mit Freude zu beschenken und Freude zu sehen.“

Weihnachtsbaum schmücken im Schneesturm

Für die Bewohner des Seniorenheims St. Josef ist es zum Beispiel Tradition, den Erstkommunions-Kindern beim Schmücken des großen Baumes im Hof zuzuschauen. „Diesmal haben wir die selbst gebastelten Sterne am zweiten Advent sogar bei einem kleinen Schneesturm aufgehangen“, erzählt sie.

Apropos selbst gemacht. Als Kind habe sie immer in der Adventszeit mit ihrer Mutter zusammen gebastelt. „Einige von diesem Sternen hat sie sogar heute noch und ich bin jetzt 53. Meine Mutter hält diese Dinge in Ehren.“

Transeamus gehört zum Advent

Mit vorweihnachtlichen Kindertagen verbindet die Gemeindereferentin auch Krippen. Die kleinen Püppchen im Inneren des Stalls luden regelrecht zum Spielen ein. „Einmal ist eine solche Gipsfigur in die volle Badewanne gefallen und hat sich beinahe komplett aufgelöst“, erinnert sie sich und muss unweigerlich schmunzeln. Heute passieren ihr solche Unfälle natürlich nicht mehr – die Erinnerung ist allerdings fest mit der Adventszeit verbunden.

Ganz so wie das Beisammensein mit der Familie. Am Heiligen Abend kommen Schades Eltern und ihr Sohn in Hattingen vorbei. Dann wird nicht nur zusammen gegessen, sondern auch musiziert. „Mein Vater hat eine sehr schöne Stimme und wir singen gemeinsam. Im Schubertbund hat er Transeamus gesungen. Dieses Lied gehört für mich zum Advent dazu.“

Gemeinsame Zeit ist wichtig

Heute kommt Transeamus allerdings von der Platte. Der passende Spieler steht zu Hause. Ihr Mann, Landrat Olaf Schade, sammelt nämlich Platten – und Bücher. Viel Zeit zum Lesen oder Lauschen bleibt ihm in seiner Position nicht. „Bis jetzt haben wir es aber immer geschafft, uns an den Wochenenden zu sehen und gemeinsam ein paar Plätzchen zu knabbern.“ Vor Weihnachten müsste sie eigentlich noch mal ein Blech in den Ofen schieben, die erste Fuhre ist nämlich schon aufgefuttert.

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