Verkehr

A 44-Lückenschluss nach Heiligenhaus verzögert sich weiter

Bis es an der Baustelle für die Angertalbrücke (hier ein aktuelles Luftbild) weitergehen kann, müssen noch einige Bauteile aus dem sächsischen Zwickau kommen.

Bis es an der Baustelle für die Angertalbrücke (hier ein aktuelles Luftbild) weitergehen kann, müssen noch einige Bauteile aus dem sächsischen Zwickau kommen.

Foto: Hans Blossey

Heiligenhaus.  Nach Angaben des NRW-Verkehrsministeriums könnte die A 44 frühestens 2023 fertiggestellt sein. Doch es könnte auch noch länger dauern.

Bereits seit Jahren sollte der Lückenschluss der Autobahn 44 zwischen dem Autobahnkreuz Ratingen-Ost und Heiligenhaus fertiggestellt worden sein. Doch bis das rund 4,5 Kilometer lange Teilstück tatsächlich für den Verkehr freigegeben werden kann, werden noch weitere Jahre vergehen: Nach Angaben des Landesverkehrsministeriums ist nun frühestens für das Jahr 2023 mit der Eröffnung des A 44-Abschnitts zwischen Ratingen-Ost und der Anschlussstelle Hofermühle zu rechnen. Es könnte aber auch noch länger dauern.

„Im günstigsten Fall“ könnte Mitte 2020 weitergebaut werden

So sagte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst, dass „im günstigsten Fall“ die A 44 Mitte 2020 weitergebaut werden könne. Denn nach Aussage der Deges, die den ausstehenden Westteil des Lückenschlusses baut, sind noch nicht alle fehlenden Stahlbauteile für die Errichtung der 380 Meter langen Angertalbrücke auf diesem Teilstück angeliefert worden. „Dafür sind insgesamt 68 Schwertransporte erforderlich“, schilderte Simone Döll von der Deges. Die Routen für die Transporte, die aus dem sächsischen Zwickau kommen, würden jedoch immer wieder aus verschiedenen Gründen nicht genehmigt. Der Plan sehe nun vor, dass alle Bauteile vor 2020 eintreffen sollen. Döll: „Das hängt allerdings auch von den Routen ab.“

Klagen könnten zu weiteren Verzögerungen führen

Das ist noch nicht alles: Für die Bauzeit sei eigens eine Trinkwasseraufbereitungsanlage an der Baustelle zu errichten, die später wieder rückgebaut werden müsse, teilte das NRW-Verkehrsministerium weiter mit. Und: „Derzeit bearbeitet die Deges die Stellungnahmen zu den Einwendungen im Rahmen des Planfeststellungs-Änderungsverfahrens. Sobald diese der Bezirksregierung Düsseldorf als Planfeststellungsbehörde vorliegen, wird dort über den weiteren Fortgang des Baurechtsverfahrens und die Durchführung eines Erörterungstermins entschieden.“

Dies könne dann voraussichtlich noch in diesem Jahr erfolgen. Ein Planfeststellungsbeschluss – und somit Baurecht – könnte dann etwa Mitte 2020 vorliegen. Im Anschluss werde dann mit einer Bauzeit von zweieinhalb bis drei Jahren gerechnet. Doch das ist das optimistische Szenario, denn: „Gegen den Planfeststellungsbeschluss könnten Klagen eingereicht werden. In diesem Fall könnte es zu weiteren Verzögerungen kommen“, so das Verkehrsministerium.

Finanzierung des Lückenschlusses ist aber sichergestellt

Auf jeden Fall sei aber die Finanzierung des Lückenschlusses gesichert – darauf habe auch die gescheiterte Pkw-Maut, aus der Mittel für Infrastrukturprojekte fließen sollten, keinen Einfluss. „Die Finanzierung der Gesamtmaßnahme A 44 Ratingen-Velbert ist durch die Einstellung in den Straßenbauhaushalt des Bundes gesichert. Das Nichtinkrafttreten der Infrastrukturabgabe hat auf die Finanzierung dieser Maßnahme keinen Einfluss. Zum aktuellen Zeitpunkt ist das Projekt mit Gesamtkosten von rund 222,5 Millionen Euro im Bundeshaushalt veranschlagt“, hieß es dazu. Rund die Hälfte dieses Betrags entfalle auf den noch fehlenden Westteil des Lückenschlusses. Nur wann dieser wirklich vollendet sein wird: Das ist eben noch nicht klar.

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