Schatzsuche

Alte Bücher faszinieren die junge Leseratte Emilia

Emilia Nosbers findet alte Atlanten ganz schön spannend.

Emilia Nosbers findet alte Atlanten ganz schön spannend.

Foto: Uwe Möller

Heiligenhaus.   Emilia Nosbers freut sich über jeden Bücherschrank. Abgesehen hat es die Leseratte vor allem auf alte Weltatlanten. Sie sucht nun die Spenderin.

Auf dem Smartphone die neuesten Spiele spielen, na klar, das ist für die achtjährige Emilia Nosbers ganz normal. Doch eine Sache, die unterscheidet sie von ihren Schulkameraden: In ihrer Freizeit stöbert Emilia am liebsten durch alte Bücher, besonders angetan haben es ihr dabei historische Exemplare von Sachbüchern und Weltatlanten. Die findet sie in den Bücherschränken – und nun sucht sie die Spenderin, die einen Atlas am Basildonplatz hinterlassen hat.

Je älter, desto besser – das sagen nicht nur Weinkenner, das findet auch Emilia im Bezug auf Bücher. Schon eine ganze Menge hat sie angesammelt, „und ich bin froh, alte Sachen zu haben“, sagt Emilia ganz stolz. Darunter sind alte Schätzchen der Familie, Märchen, Sachbücher – und auch Atlanten, „ich mag das, die Bücher anzufassen, darin zu blättern, ich mag den Geruch, einfach alles“, findet sie. Ein Meyers Konversationslexikon aus dem Jahr 1887 ist das älteste der Bücher, in dem Emilia es liebt, zu stöbern.

Dabei ist sie gar keine so richtige Leseratte, findet sie, „lange Geschichten machen mir keinen Spaß, ich gucke lieber, statt zu lesen“, ist sie ehrlich. Umso mehr taucht sie dann in die Welt der Karten in den Atlanten ein – und sieht eine Welt, wie sie heute gar nicht mehr ist. „Ich finde es total spannend, zu sehen, wie manches ausgesehen hat, oder dass es zum Beispiel in Deutschland mal eine Grenze gab und ein Ostdeutschland und Westdeutschland“, sagt sie schon fast empört.

Wirken wie Hexenbücher

„Schon als kleines Kind fand Emilia es viel toller, in alten Büchern zu blättern“, erinnert sich ihre Mama Isabel Nosbers zurück. „Die Seiten sind so schön glatt, und die Bücher riechen so gut“, findet Emilia. „Und sie wirken wie Hexenbücher“, lacht sie. Als spannend und voller Rätsel empfindet die Achtjährige ihren Schatz an Kochbüchern, Kinderbibeln und Lexika. Und um solche alten Schätzchen zu finden, ist die junge Velberterin immer glücklich, wenn sie in Heiligenhaus ist, „wenn wir am Basildonplatz sind, freut sie sich immer riesig, da kann sie es gar nicht abwarten, den Bücherschrank dort zu stürmen“, berichtet Isabel Nosbers lachend.

Die Welt hat sich verändert

Dann wird erstmal gestöbert, die Buchrücken abgesucht, ob mal wieder ein alter Atlant gespendet wurde. Glück hatte Emilia dann neulich erst wieder. Ein Diercke Weltatlas aus dem Jahr 1957 kam da zum Vorschein, und siehe da, sogar der Name der Besitzerin ist zu finden: „Beatrix van Bechen aus 4-Düsseldorf Gerresheim“ steht dort sorgfältig in Leseschrift eingetragen. Auch eine Annette Gilla ist dort namentlich zu finden. „Ich hab dann Mama gefragt, ob wir die Besitzerin vielleicht noch finden können, damit ich mich bei ihr bedanken kann“, sagt Emilia und weiter: „Das finde ich schon ziemlich cool, dass Leute einfach was verschenken.“

Mama Isabel hat dann den Computer angeschmissen, doch bei der Recherche hatte sie leider kein Glück: „Vielleicht ist die Person ja von Düsseldorf hier hin gezogen und hat im Laufe der Zeit einen anderen Nachnamen angenommen“, mutmaßt sie. Nun hoffen beide, vielleicht einem der vielen Bücherspender persönlich danke zu sagen – denn die Atlanten haben zumindest ihre Welt wieder ein wenig erweitert.

>> WER IST DER EDLE SPENDER?

  • Emilia Nosbers würde sich über Hinweise über Verbleib des Spenders freuen, um sich persönlich zu bedanken. Wer etwas über die Person weiß oder bestenfalls selbst der Spender ist, möge sich an unsere Redaktion wenden.
  • Zu erreichen ist die Redaktion montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr in der Jahnstraße 1, unter 02056/98 53 12, in Velbert unter 02051/49531 oder per Mail redaktion.heiligenhaus@waz.de.

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