WAZ-Sommergespräch

CDU Heiligenhaus will sich für junge Familien einsetzen

Heiligenhaus soll attraktiver werden für junge Familien, fordern der CDU-Fraktionsvorsitzende Ralf Herre (links) und sein Stellvertreter Stefan Propach. Von neuen Wohnvierteln – wie hier Grün-Selbeck – soll künftig auch der Innovationspark profitieren.

Heiligenhaus soll attraktiver werden für junge Familien, fordern der CDU-Fraktionsvorsitzende Ralf Herre (links) und sein Stellvertreter Stefan Propach. Von neuen Wohnvierteln – wie hier Grün-Selbeck – soll künftig auch der Innovationspark profitieren.

Foto: Uwe Möller

Heiligenhaus.  Die CDU Heiligenhaus will junge Familien besonders in den Blick nehmen. Beim WAZ-Sommergespräch geht’s auch um eine Revolution beim Nahverkehr.

Die Christdemokraten haben als größte Partei und größte Ratsfraktion viele Projekte in Heiligenhaus maßgeblich geprägt. Nach der Sommerpause wollen sie damit fortfahren und die Stadtentwicklung als Schwerpunktthema betreiben. Insbesondere junge Familien nehmen der Fraktionsvorsitzende Ralf Herre und sein Stellvertreter Stefan Propach beim Sommergespräch mit der WAZ in den Fokus. Dafür wollen sie die Innenstadt beleben – vor allem mit Gastronomie. Beim Nahverkehr fordert die CDU dagegen nichts Geringeres als eine kleine Revolution.

„Wir haben viele Wohngebiete bebaut, durch die viele junge Familien nach Heiligenhaus gezogen sind“, sagt Stefan Propach und verweist auf Grün-Selbeck und den Panoramagarten. Zwar sei man gut aufgestellt, was Kindertagesstätten, Schulen, Offene Ganztagsschulen oder Ferienbetreuung anbelange. Aber die CDU will die Situation auch künftig nicht aus dem Blick lassen. Dabei steht laut Herre „die Zweizügigkeit der Regenbogenschule und der Adolf-Clarenbach-Schule auf der baulichen Agenda“.

Wasserspielplatz für den Hefelmann-Park

Unzufrieden sei die Fraktion dagegen bei der Umgestaltung der Spielplätze, deren Aufwertung beschlossen worden war, bevor 2016 andere dafür aufgegeben wurden. Gerade beim Leuchtturmspielplatz im John-Steinbeck-Park, so Propach, „geht uns das alles zu langsam“. Zügiger solle es beim Wasserspielplatz gehen, den die CDU im Hefelmann-Park fordert.

„Wir müssen dringend die Attraktivität für junge Leute erhöhen“, fasst Ralf Herre zusammen und ist überzeugt, dass dies über eine lebendige Innenstadt funktioniere. Wohlfühlen sollen sich die Familien in der Stadt – „nicht nur beim Feierabendmarkt, Stadtfest oder Weinfest“. Das könne nur gelingen, wenn die City belebt werde. „Shopping muss heutzutage ein Erlebnis sein, dafür kommt das neue Nahversorgungszentrum“, sagt Herre. Zudem setzt er auf Gastronomie. „Im Sommer wollen die Bürger an der Hauptstraße sitzen, sehen und gesehen werden – auch lange nach Ladenschluss“, so der Fraktionsvorsitzende weiter. „Je mehr Gastronomie in der Innenstadt ist, desto belebter wird sie.“ Daher freut sich Herre auf die neue Nutzung des Alten Pastorats, das auch „eine wunderschöne Gastronomie-Einheit mit Außenbereich“ bekommen soll.

CDU will den öffentlichen Nahverkehr neu erfinden

Überdies sei der CDU auch ein modernes Mobilitätskonzept wichtig. Viele Heiligenhauser hätten das Fahrrad für sich entdeckt, „nachdem wir den Panoramaradweg vor fast zehn Jahren gebaut haben“, sagt Herre. „Aber das Auto bleibt wichtigstes Fortbewegungsmittel“. Statt mit Vorschriften will die Fraktion lieber Anreize schaffen, damit die Heiligenhauser das Auto freiwillig stehen lassen.

Beim Busverkehr sieht Ralf Herre diesbezüglich viel Potenzial, „aber der öffentliche Nahverkehr muss sich neu erfinden“. Denn das Tarifsystem sei für alle, die nicht regelmäßig mit Bus und Bahn fahren, viel zu kompliziert – und zu viel teuer. Seine Vision: „Man zahlt in Heiligenhaus grundsätzlich einen Einheitspreis pro Fahrt“, und alle zehn Minuten fahre ein Bus innerhalb eines Knotenpunktsystems. „Das machen uns andere Städte vor. Warum also nicht auch in Heiligenhaus?“

Attraktiver wäre der Nahverkehr zusätzlich, wenn die Kalkbahntrasse als S-Bahn-Strecke ausgebaut würde und von Wuppertal über Wülfrath und Heiligenhaus nach Düsseldorf führe. Herre: „Eine echte Alternative zur Autofahrt über die Autobahn.“

Lückenschluss der A44 dauert viel zu lange

Viel zu lange dauert der CDU dagegen der A44-Lückenschluss. Gerade in Hinblick auf die Unternehmen, die sich in der Region ansiedeln wollen, bedeute jede Verzögerung beim Bau der Autobahn, dass sich Interessenten anderswo umschauen – zum Nachteil des Innovationsparks, wo sich die CDU moderne Firmen wünscht. „Wir wollen, dass der Innovationspark und die Hochschule sich verknüpfen und gegenseitig befruchten“, so Herre und warnt davor, diese Gewerbeflächen jetzt, ohne den Lückenschluss, unter Wert zu verkaufen.

Ohnehin habe sich Heiligenhaus bereits auf moderne Unternehmen eingestellt, so der Fraktionsvorsitzende. Als Vorbereitung auf Firmenansiedlungen sieht er nämlich die vielen Wohnungsbauprojekte, etwa auf dem Gelände von Kiekert und Nieland, am Südring und bei Dörrenhaus. Denn Mitarbeiter im Innovationspark sollten mit ihren Familien idealerweise auch in Heiligenhaus leben.

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