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Heiligenhauser Grüne profitieren vom Elan der Neumitglieder

Neumitglieder wollen den Heiligenhauser Grünen durch ihr Engagement mehr Schlagkraft verleihen. Nach der Sommerpause wird eine gute Handvoll von ihnen in den Ausschüssen der Stadt Heiligenhaus mitarbeiten.

Neumitglieder wollen den Heiligenhauser Grünen durch ihr Engagement mehr Schlagkraft verleihen. Nach der Sommerpause wird eine gute Handvoll von ihnen in den Ausschüssen der Stadt Heiligenhaus mitarbeiten.

Foto: Oliver Kühn

Heiligenhaus.  Die Grünen freuen sich über ein Rekordhoch an Mitgliedern. Auch in Heiligenhaus ist der Trend spürbar, und Neumitglieder engagieren sich bereits.

Die Grünen verzeichnen deutschlandweit ein Rekordhoch an Mitgliedern. Die Bundespartei ist in der ersten Jahreshälfte um 10.000 auf 85.000 Mitglieder angewachsen. Während der Anteil aus Heljens daran nur gering ist, könnte der der hiesige Zuwachs nach der politischen Sommerpause dennoch in der Stadt merkliche Wellen schlagen.

Denn die Heiligenhauser Neumitglieder wollen sich aktiv einbringen. Sie verstärken etwa die grüne Ratsfraktion als Sachkundige Bürger, und beraten als solche die Fachausschüsse. „Der Trend ist auch bei uns in Heiligenhaus angekommen“, freut sich die Ortsverbandsvorsitzende Dr. Vanessa Henkels, die selbst erst seit einigen Monaten das grüne Parteibuch hat. Begünstigt habe das gestiegene Interesse an den Grünen die Klimabewegung. „Wenn man zuhause nur den Müll trennt, wird es nicht besser“, betont Henkels. Man müsse mehr tun und als Mutter zweier Kinder habe sie „das Gefühl, dass sie eine schlechtere Zukunft vor sich haben als wir“.

Möglichst viele Leute von guten Projekten überzeugen

Doch die Beweggründe, warum sich Heiligenhauser bei den Grünen zu engagieren sind vielfältig – von der Grundschulpolitik über die Forderung nach mehr Bürgernähe, mehr Frauenrechten, bis zur Unzufriedenheit darüber, wie die Bundesregierung sich im Dieselskandal wegducke. „Wir sind nicht wegen Fridays for Future dabei, aus dem Alter sind wir raus“, sagt Birgit Kuhn und lacht. Doch wer mit grünen Ideen sympathisiere, müsse sich gerade jetzt in Heljens dafür einsetzen. „Grundsätzlich bestimmt hier die CDU und dadurch scheitern viele gute Ideen“, bedauert Kuhn. Daher gelte es nun, möglichst viele Leute von guten Projekten zu überzeugen – denn wirklich ändern könne man nur etwas, wenn sich die Mehrheitsverhältnisse verschieben.

„Die Kommunalpolitik läuft komplett am Bürger vorbei, wenn man sich nicht bewusst um Informationen bemüht“, kritisiert Kai Doth. Bürgernähe mahnt auch Parteifreund Pascal Molitor an: „Wir haben hier eine dörfliche Struktur, da sollte es umso wichtiger sein, dass die Politik auf die Menschen eingeht.“ Dass dies funktionieren könne und auch gewürdigt werde, hat Daniela Porr erfahren. Vor zwei Jahren ist sie her gezogen und hat beim Europawahlkampf kräftig mitgeholfen. „Erst durch die politische Arbeit bin ich in Heiligenhaus angekommen, auch weil ich im Wahlkampf alle Leute angequatscht habe.“

Mehr Schlagkraft und Ideen für die Ratsfraktion

Bei den Bürgerstammtischen der Partei sei sie immer gerne dabei. Diese geselligen Abende würden dem neuen Team dabei helfen zusammenwachsen. Die Vorsitzende Vanessa Henkels sieht da bereits erste Erfolge: „Innerhalb unserer Fraktion wird jetzt ganz anders diskutiert. Wir haben viel mehr Ideen, als wenn nur zwei Leute zusammen brüten.“

Die gute Handvoll zusätzlicher Fraktionsmitglieder bringe ihre Kompetenzen und Interessen in die politische Arbeit ein. Und die seien breitgefächert, so die Maschinenbauingenieurin Vanessa Henkels. Dennoch würden alle mit traditionellen grünen Kernthemen sympathisieren: „Wenn sich viele Menschen Gedanken um den Klimaschutz und Umweltschutz machen, ist das natürlich zu begrüßen. Denn sie funktionieren ja nur, wenn sich möglichst alle daran beteiligen.“

Kritik an „Wischiwaschi-Konsens“ zur Klimapolitik

So ist es dann auch die Haltung der Heiligenhauser Politik dazu, die die Ortsverband auf die Palme bringt: „Wir wollten den Klimanotstand ausrufen. Statt dessen gibt’s nur einen Wischiwaschi-Konsens“, ärgert sich Kai Doth und fordert, dass alle Entscheidungen künftig auf Klimaneutralität geprüft werden. „Gerade wird ein Einkaufszentrum mit einem riesigen Flachdach gebaut. Das wird aber nicht einen Grashalm oder eine Photovoltaikanlage haben.“ Solche Maßnahmen wollen die Grünen aber vorantreiben, so Henkels, und „Investoren die Vorgabe machen, dass sie Photovoltaik nutzen sollen.

Daher hoffen die Grünen, dass sie bei der Kommunalwahl ein genauso gutes Ergebnis erreichen können wie im Mai bei der Europawahl – damit Heiligenhaus, die Stadt im Grünen, auch politisch grün wird.

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