Straßenbau

Sanierung der Talburgstraße wird deutlich teurer als geplant

MichaelKrahl (2.v.l.) und Mario Rieder (3.v.l.) vom Tiefbauamt diskutierten mit Bastian Böhner (links) vom Bürgerverein Wassermangel und weiteren Anwohnern über die Sanierung der Talburgstraße.

MichaelKrahl (2.v.l.) und Mario Rieder (3.v.l.) vom Tiefbauamt diskutierten mit Bastian Böhner (links) vom Bürgerverein Wassermangel und weiteren Anwohnern über die Sanierung der Talburgstraße.

Foto: Uwe Möller

Heiligenhaus.   Die Kosten erhöhen sich um 30 Prozent. Straße ist in mehreren Abschnitten bis Mai gesperrt. Bürgerverein Wassermangel fordert eine Tempo-30-Zone.

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Die Sanierung der Talburgstraße bewegt nicht erst seit ihrem Start am gestrigen Montag die Bewohner der Wassermangel. Vor Kurzem teilte die Stadtverwaltung den betroffenen Grundstückeigentümern schriftlich mit, dass der Vollausbau zwischen Rheinlandstraße und Grubenstraße (u.a. Erneuerung von Fahrbahn und Teilen des Gehwegs), deutlich teurer wird als geplant.

Bei der Infoveranstaltung hatte die Verwaltung Kosten von rund 800 000 Euro genannt, die sich Stadt und Grundstückseigentümer teilen (siehe Infokasten). „Nun wird es 30 Prozent teurer, das tut vielen Betroffenen schon weh“, so Bastian Böhner, Vorsitzender des Bürgervereins Wassermangel.

Auch andere Baustellen werden teurer

Unter anderem aus diesem Grund hatte der Bürgerverein Vertreter des Tiefbauamtes zum Gespräch vor Ort gebeten. Tiefbauamtsleiter Michael Krahl begründete die Kostenerhöhung mit der anhaltend guten Auftragslage bei Baufirmen. „Die Konjunktur schlägt brutal zu. In anderen Städten sind ähnliche Aufträge zum Teil bis zu 60 Prozent teurer geworden.“ Gestiegene Personal-, Rohstoff- und Entsorgungskosten seien die Ursache.

Auch für die Sanierungen von Jahnstraße und Kettwiger Straße stellt Krahl eine Verteuerung in Aussicht. Bei den jüngsten Eigentümerinformationen habe die Verwaltung optimistisch geschätzt, weil man zuletzt immer gut kalkuliert habe. Diese deutliche Teuerung sei nicht absehbar gewesen. „Und auch wir als Stadt zahlen ja die Zeche mit“, merkte Krahl an.

Das sei allerdings nur ein schwacher Trost, so einer der Eigentümer beim Gespräch an der Talburgstraße. Sein Eigenanteil an der Baumaßnahme steigt von rund 3300 Euro auf circa 4500 Euro. Die Rechnung erwartet die Betroffen voraussichtlich Ende 2019. Es gebe zwar die Möglichkeit, den Betrag stunden zu lassen. Vom Zinsniveau her sei man da aber bei der Hausbank deutlich besser dran als bei der Stadt Heiligenhaus, so Krahl. Bastian Böhner betonte bei all dem Ärger über die Kosten aber auch nochmal: „Die Maßnahme ist notwendig, da sind wir uns einig.“

Bürgerverein sorgt sich um Suitbertus-Schüler

Der Bürgerverein sprach aber noch ein weiteres Anliegen an. „Die Talburgstraße hat sich wirklich zur Raserpiste entwickelt“, kritisierte Böhner. Nur Blitzen ab und zu im unteren Bereich sei da nicht genug. Der Bürgerverein fordert daher durchgängig Tempo 30 ab der Rheinlandstraße.

Besonders vor dem Hintergrund des Bringverkehrs zum neuen Standort der Suitbertus-Schule am Sportfeld sei das erforderlich. Während der Baustelle ist die Straße tagsüber ohnehin voll gesperrt (die O17 wird über Nebenstraßen umgeleitet). Wenn die Maßnahme – voraussichtlich im Mai – abgeschlossen ist, hält Krahl die dauerhafte Einrichtung von Tempo 30 ab dem Schopfshofer Weg für wahrscheinlich. „Da gibt es schon eine klare Tendenz.“ Die Lokalpolitik kann bei zulässigen Höchstgeschwindigkeiten zwar eine Empfehlung aussprechen, die Verwaltung lege aber das Tempo fest. An der Talburgstraße würde in diesem Fall aber kein Rechts vor Links gelten, da keine richtige 30er Zone, sondern nur ein entsprechender 30er Bereich eingerichtet werde.

Durch die Angebotsstreifen für Radfahrer beidseits der Fahrbahn würden Autos auf der Talburgstraße künftig mittiger und langsamer fahren, hofft Krahl. Bis zum Abschluss der Sanierung dürfte die Talburgstraße die Wassermangeler jedenfalls weiter bewegen.

>>> SANIERUNG WIRD MEHR ALS EINE MILLION EURO KOSTEN

  • Die Kosten für die Sanierung liegen nun bei mehr als einer Million Euro. Gemäß Kommunalabgabengesetz (KAG) müssen sich die Haus- und Grundstückseigentümer beteiligen.
  • 45 Prozent müssen die Eigentümer für die Erneuerung der Fahrbahn selbst zahlen. Bei Parkstreifen und Gehwegen sind es 65 Prozent, bei der Bepflanzung 45 Prozent. Die restlichen Kosten trägt die Stadt.
  • Die Stadt Heiligenhaus reize den nach KAG möglichen Spielraum nicht aus, so Krahl.

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