Stadtarchiv

Stadtarchivar beantwortet auch Fragen zu toten Lieddichtern

Dr. Axel Bayer ist der neue Heiligenhauser Stadtarchivar und hat die Nachfolge von Hartmut Nolte angetreten.

Dr. Axel Bayer ist der neue Heiligenhauser Stadtarchivar und hat die Nachfolge von Hartmut Nolte angetreten.

Foto: Uwe Möller

Heiligenhaus.  Dr. Axel Bayer ist der neue Stadtarchivar von Heiligenhaus. Er gibt gerne Bürgern Auskunft – und kann selbst bei komplizierten Fragen helfen.

Manchmal gibt es Fragen, die bei den meisten Menschen erstmal ein Stirnrunzeln auslösen würden. Etwa: Wie viele Kirchenlieddichter sind in der Stadt beigesetzt? Doch so etwas bringt Dr. Axel Bayer nicht in Verlegenheit. Er ist der neue Heiligenhauser Stadtarchivar und hat schon vielen Bürgern bei Fragen zu Archiven oder geschichtlichen Zusammenhängen Rede und Antwort gestanden.

Und tatsächlich konnte der 55-Jährige auch bei dem oben genannten Ansinnen vor einigen Jahren helfen: „Da habe ich im Düsseldorfer Landtagsarchiv gearbeitet und bin eben gefragt worden, wie viele Kirchenlieddichter in Düsseldorf begraben sind.“ Bayer begab sich sogleich an die Arbeit und konnte einige Nachforschungen später berichten: „Es waren um die 30.“

Archivieren für die Nachwelt

Gebürtig kommt der Stadtarchivar, der in dieser Funktion vor Kurzem die Nachfolge von Hartmut Nolte angetreten hat, aus Dormagen und ist in Düsseldorf aufgewachsen. In Köln studierte er Geschichte, katholische Theologie und Pädagogik. Es folgten unter anderem Tätigkeiten im Kreisarchiv Neuss sowie im Jüchener Gemeindearchiv im Rhein-Kreis Neuss. Parallel machte er noch eine Fachausbildung zum Archivar an der Fachhochschule Potsdam.

Einen Schwerpunkt legt Bayer auf Dokumentation, denn: „Ich archiviere für die Zukunft, beispielsweise Tageszeitungen und Fotos. So wissen nachfolgende Generationen, wie wir zu unserer Zeit gelebt haben.“ Dies mache er auch auf elektronischem Weg. Daneben archiviere er etwa Hauptunterlagen der städtischen Verwaltung, nachdem deren Aufbewahrungsfrist von in der Regel 30 Jahren abgelaufen sei. Auch Personenakten wie Geburts-, Sterbe- oder Heiratsurkunden landen bei ihm.

„Jeder kann kommen und mich um Auskunft bitten.“

Ebenso Adressbücher. Und hier konnte er auch unlängst einem Heiligenhauser behilflich sein. „Der Mann suchte ein Adressbuch aus dem Jahr 1953, damit er sich wieder an alte Nachbarn erinnern und sich vielleicht auch mit ihnen treffen könnte“, berichtet Bayer. Das war natürlich kein Problem für ihn, „und der Mann freute sich“.

Solche Hilfestellungen sind auch etwas, das dem Stadtarchivar besonders am Herzen liegt. Schließlich betrachtet er seine Aufgabe vor allem auch als „Dienst am Bürger“. Und: „Das ist hier ist ein Bürgerarchiv. Jeder kann zu mir kommen und mich um eine Auskunft bitten.“

Auch an Schüler will sich Axel Bayer wenden

Nach Heiligenhaus ist Bayer gekommen, „weil die Ausschreibung genau auf mein Profil passt“. So will er sich unter anderem intensiv um das Thema Holocaust und NS-Opfer in Heiligenhaus kümmern „und dem Stadtrat dafür auch Empfehlungen für die Verlegung von weiteren Stolpersteinen geben.“ Daneben möchte der 55-Jährige sich auch an Schüler richten und so ihren Blick für Heimatgeschichte schärfen.

Zudem plant er, Jahreschroniken für die Stadt Heiligenhaus zu erstellen, „die über die wichtigsten Ereignisse in der Stadt in dem Jahr berichten“. Dies alles mache seine Tätigkeit sehr spannend: „Archivieren ist eine Pflichtaufgabe und meine Arbeit umfasst einen bunten Aufgabenstrauß. Das fasziniert mich.“

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