Verkehr

Wie man Unfälle mit Lkw wegen eines toten Winkels vermeidet

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Marcel Mührmann vom THW erklärt Schülerin Olsa (9) bei der Aktion „Vorsicht ,Toter Winkel!’“, wie wenig man im Lkw in den Außenspiegeln sieht.

Marcel Mührmann vom THW erklärt Schülerin Olsa (9) bei der Aktion „Vorsicht ,Toter Winkel!’“, wie wenig man im Lkw in den Außenspiegeln sieht.

Foto: Heinz-Werner Rieck

Heiligenhaus.   Bei der Veranstaltung „Vorsicht ,Toter Winkel!’“ erfuhren Schüler, warum sie nie an einer roten Ampel neben einem Lkw stehen sollten.

Wenn Radfahrer an einer roten Ampel rechts neben einem Lkw anhalten, begeben sie sich – oft unwissentlich – in Gefahr. Denn beim Abbiegen sieht der Lkw-Fahrer wegen des toten Winkels andere Verkehrsteilnehmer bisweilen nicht, es kann zu tragischen Unfällen kommen.

Dabei sind die richtigen Verhaltensmaßnahmen gegen solche Unglücke im wahrsten Sinne kinderleicht, wie die Heiligenhauser Grundschüler wissen, die am Donnerstag an der Auftaktveranstaltung „Vorsicht ,Toter Winkel!’“ der Kreisverkehrswacht und der Kreispolizei in Kooperation mit dem THW teilnahmen.

Zahl der Unfälle mit Kindern hat zugenommen

Dort bekamen die Kinder zunächst eine kurze theoretische Einweisung, was ein toter Winkel ist. Anschließend gab es eine praktische Anschauung: Die Schüler durften im Führerhaus eines THW-Lastwagens Platz nehmen und sich anschauen, wie wenig man vom Lkw-Bock aus tatsächlich sieht.

Wie wichtig solche Veranstaltungen sind, verdeutlichte auch Landrat Thomas Hendele: „Ich bin außerordentlich unzufrieden mit der Zahl der verunglückten Kinder im Kreis“, sagte er. Denn diese habe in den vergangenen Jahren nicht zuletzt wegen Unfällen mit Lkw zugenommen. So wurden 2015 im Kreisgebiet 136 Kinder im Verkehr verletzt (davon 19 schwer), 2016 waren es bereits 170 verunglückte Kinder (26 schwer), so die Polizeistatistik.

Immer schräg hinter dem Lkw bleiben

Was man zur Vermeidung solcher Unglücke tun kann, weiß natürlich Hauptkommissarin Saskia Pletsch, zuständig bei der Kreispolizei für Verkehrsunfall-Prävention und -Opferschutz. Doch ist das auch den Kindern bekannt? Auf die Frage, worauf man achten sollte, wenn ein Lkw an einer Ampel steht, lieferte die Viertklässlerin Zümre von der Tersteegen-Schule die richtige Antwort: „Man muss schräg hinter dem Lkw bleiben“, sagte sie.

Zümres Klassenkamerad Alex wusste, was zu tun ist, wenn ein Laster bei Rotlicht neben einem Radfahrer vorfährt, der dort schon steht. „Dann sollte man auf den Bürgersteig gehen“, erklärte er. „Und wenn es keinen Bürgersteig gibt, geht man trotzdem weg, zur Not auch in die Büsche“, ergänzte die Polizistin.

Aktion wird noch ausgebaut

Nachdem die Kinder noch einen kleinen Fragebogen mit Fragen zu toten Winkeln zur Zufriedenheit der Polizistin ausgefüllt hatten, gingen sie zum praktischen Teil über. So hatte das THW ein großes, grünes Stoffdreieck jeweils rechts neben drei Lastwagen gespannt. Als die Kinder im Führerhaus saßen, konnten sie die Dreiecke wegen des toten Winkels nicht im Außenspiegel sehen, was den Blick für die Gefahr anschaulich schärfte.

Allerdings war das Thema für die Schüler nicht ganz neu, da solche Situationen bereits im Rahmen der Verkehrserziehung im Unterricht angesprochen worden waren. So sagte Raul (10, Tersteegen-Grundschule): „Ich habe schon vorher gewusst, dass man nicht neben einem Lkw anhalten, sondern dahinter bleiben soll.“

Verkehrswacht steckt viele Hoffnungen in das Projekt

Damit alle Schüler und Fahrradfahrer diese Verhaltensregeln beherzigen (und ebenso Fußgänger für die Gefahr durch tote Winkel sensibilisiert werden), will die Verkehrswacht solche Veranstaltungen weiter anbieten, denn: „Wir versprechen uns viel vom Ausbau dieser Aktion“, sagte Ralf Schefzig, Vorsitzender der Kreisverkehrswacht.

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