Möbelrestaurierung

Wo der Glaube in Heiligenhaus buchstäblich aufgemöbelt wird

Jens Scholz legt bei einem alten Schrank Hand an, damit dieser später wieder wie neu aussieht. Auch möchte er, dass der christliche Glaube erstrahlt.

Jens Scholz legt bei einem alten Schrank Hand an, damit dieser später wieder wie neu aussieht. Auch möchte er, dass der christliche Glaube erstrahlt.

Foto: Alexandra Roth

Heiligenhaus.  Im Haus der schönen Dinge werden nicht nur alte Möbel restauriert. Es gibt auch einige Aktivitäten, die man dort nicht gerade vermuten würde.

Als das „Haus der schönen Dinge“ in Heiligenhaus vor gut einem Jahr seine Pforten eröffnet hat, da ging es um die Wiederaufbereitung von alten Möbeln. Doch das Konzept wird nun auch von einem ganz besonderen Geist umweht.

Dabei handelt es sich um den christlichen Geist. Und dafür arbeitet mit Jens Scholz auch ein ausgewiesener Experte in dem Haus: Schließlich war er zuvor als evangelisch-freikirchlicher Pastor tätig. So erläutert der 35-Jährige, wie sich Menschen im Haus der schönen Dinge (Am Hanholz 4) nicht nur an restaurierten Möbeln erfreuen können – sondern auch an der christlichen Gemeinschaft: „Alle zwei Wochen mittwochs richten wir hier um 19 Uhr einen Gebetsabend aus. Dafür haben wir im Obergeschoss einen Raum. Wir sind auch ein offenes Haus und alle können vorbeikommen.“ Wann genau die Zusammenkünfte sind, können Interessierte unter 02056/9894980 erfahren.

„Wir wollen mit unseren Aktivitäten wieder Schönheit herstellen“

Weitere Informationen gibt es aber auch auf der Homepage von „Asche zu Gold e.V.“ (www.aschezugold.de). Sowohl Jens Scholz als auch die Betreiber des Hauses der schönen Dinge, Alex und Ina Fendel, sind Mitglied dieses gemeinnützigen christlichen Vereins. Dessen Name ist auch nicht zufällig gewählt, auch mit Bezug auf die Restaurierung von Möbelstücken, denn: „Wir wollen mit unseren Aktivitäten wieder Schönheit herstellen“, berichtet Jens Scholz – und das sowohl bei der Seele von Menschen als auch etwa bei alten Küchenschränken.

Doch wie ist ein Theologe bitteschön zum Möbel-Restaurierungsfach gekommen? „Bis vor rund eineinhalb Jahr war ich Pastor in einer Gemeinde in Hilgen, einem Ortsteil von Burscheid“, berichtet Jens Scholz. Dann habe aber ein Wechsel in eine andere Gemeinde angestanden. Genau zu diesem Zeitpunkt sei er aber von Alex Fendel angesprochen worden, ob er nicht mit ihm Möbel aufbereiten wolle. „Und da ich aus einer Handwerkerfamilie aus dem Erzgebirge komme und seit meiner Kindheit auch mit meinen Händen arbeite, habe ich ja gesagt“, so Scholz.

Möbel zu restaurieren, ist gelebte Nachhaltigkeit

Nun möbelt der Familienvater Küchenschränke oder Kommoden auf. Diese wiederum findet das Team von „Garagenmöbel“, wie die Restaurierungssparte des Hauses der schönen Dinge heißt, beispielsweise in Kleinanzeigen oder bisweilen auf dem Sperrmüll. „Es melden sich aber auch Leute bei uns und bieten uns ihre Sachen, auch schon mal für eine Auftragsarbeit, an.“ Dann zerlegt das Team von „Garagenmöbel“ die alten Schätzchen, schleifen, behandeln und lackieren sie und bauen alles wieder zusammen – fertig ist das wieder auferstandene Möbelteil. Scholz: „Das ist ja auch nachhaltiger, als einfach alte Sachen wegzuschmeißen.“

Das Gebäude des Hauses der schönen Dinge hat eine dunkle Vergangenheit

In dem Haus der schönen Dinge wird aber nicht nur gewerkelt und gebetet: „Wir bieten auch eine Bühne für Veranstaltungen. Beispielsweise hatten wir hier bereits ein Songwriter-Konzert. Zudem planen wir, einen Raum für Kunstausstellungen oder junge Künstler zu schaffen, das wird eine spannende Sache“, schildert Scholz, der auch selbst malt.

Spannend ist für ihn auch die Historie des 1870 errichteten Gebäudes, in dem das Haus der schönen Dinge untergebracht ist: „Hier war im Ersten Weltkrieg ein Lager für russische Zwangsarbeiter, das war eine ganz dunkle Geschichte.“ Doch die Wandlung des Hauses zu etwas Schönem steht für ihn auch für Gottes Nähe – nämlich für die Aus- und Versöhnung im Sinne des christlichen Glaubens.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben