Gericht

Zwei Heiligenhauser Autoraser gehen ab sofort zu Fuß

Das Landgericht Wuppertal verurteilte die beiden Autoraser aus Heiligenhaus zu empfindlichen Geldstrafen.

Das Landgericht Wuppertal verurteilte die beiden Autoraser aus Heiligenhaus zu empfindlichen Geldstrafen.

Foto: Jan-Philipp Strobel/dpa

Wuppertal/Heiligenhaus.  Zwei 25-Jährige aus Heiligenhaus wurden für ihr rücksichtsloses Autorennen vom Landgericht Wuppertal verurteilt. Die Strafe trifft sie doppelt.

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Mit hohen Geldstrafen und Führerscheinentzug endete ein Prozess um ein rücksichtsloses, nächtliches Autorennen auf der B227. Die beiden 25 jährigen Männer aus Heiligenhaus hatten sich mit rasanter Geschwindigkeit ein Wettrennen geliefert – und dabei sich und andere Verkehrsteilnehmer massiv gefährdet.

Geständnisse wirkten sich strafmildernd aus

Die beiden Angeklagten gestanden jetzt in der Berufung vor dem Landgericht Wuppertal ihre gemeinsame Tat, was sich vor allem auf die Strafhöhen mildernd auswirkte – demnach muss einer der beiden jetzt Verurteilten nicht, wie vom Amtsgericht ursprünglich verhängt, 10.000 Euro, sondern nun 6000 Euro Strafe zahlen. Das entspricht seinem derzeitigen Einkommen von 80 Tagen als Vertriebsangestellter. Sein Bekannter wurde aufgrund seiner derzeitigen Arbeitslosigkeit zu einer Zahlung von insgesamt 1000 Euro verurteilt. Empfindlich trifft die Männer auch der Entzug ihrer Führerscheine: Frühestens in sieben beziehungsweise in 13 Monaten kann die Fahrerlaubnis neu beantragt werden.

Rücksichtlose Überholmanöver auf der B227

Laut Urteil fuhren beide Angeklagte am späten Abend des 8. September 2018 stark motorisiert vom Velberter Stadtgebiet aus über die Bundesstraße 227: Einer in einem weißen Mercedes AMG, der zweite in einem dunklen 3er-BMW. An einer Ampel hätten beide einen Start hingelegt und sich ein Rennen mit Spurwechseln und heulenden Motoren geliefert, so die Anklage. Sie hätten andere Autos und sich gegenseitig teils rechts, teils links überholt. Vor einem Radarblitzer hätte einer der Fahrer einen unbeteiligten Kleinwagen so ausgebremst, dass der auf den Seitenstreifen abbog. Hinter der Messstelle sei das Rennen dann erneut losgegangen. Ein Angeklagter hätte eine Verkehrsinsel gestreift.

Aufmerksame Zeugen informierten die Polizei

Die gesamte Fahrt beobachtete ein Paar, das in gleicher Richtung unterwegs war. Der Mann gab an, dass ihm zunächst das Tempo der beiden Wagen aufgefallen sei. Mit zunehmender Sorge habe er die Manöver beobachtet. An der Blitzanlage habe seine Freundin entsetzt über ein Handy die Polizei gerufen. Der Mann verfolgte den Mercedes und sprach den Fahrer an einer roten Ampel an. Dort kam die Polizei dazu. Das Fazit des Zeugen: „Ich habe noch nie so eine rücksichtslose Fahrweise gesehen.“

Einer der beiden Verurteilten ist gerichtsbekannt

Der Mercedes-Fahrer ist gerichtsbekannt wegen schwerer Tempoverstöße. In einem Fall soll er innerorts zuvor 135 Stundenkilometer gefahren sein. Wegen einer Parkknolle habe er einen Ordnungsamts-Mitarbeiter übel beleidigt. Die zusätzliche Ansage des Angeklagten: Er würde dem Mann „eine reinhauen“. In zwei Fällen soll das Amtsgericht Haftbefehl erlassen haben, weil er Geldstrafen beharrlich offen gelassen hatte.

Zum Geständnis rang sich der BMW-Fahrer als erster durch. Er wolle nur noch einmal über die Strafhöhe verhandeln. Sein Bekannter brauste auf dem Gang zunächst auf und erklärte „Alter, ich hab‘ nichts gemacht!“. Dann fügte er sich aber doch. Sein Kommentar: „Am besten, ich sag‘ nichts mehr.“ Das Urteil ist rechtskräftig.

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