Prozess

29-Jähriger soll sich mehrmals an seiner Nichte vergangen haben

Symbolbild

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Foto: Kurt Michelis

Hagen/Hemer.   Ein Hemeraner ist wegen dreifacher sexueller Misshandlung von Kindern vor dem Landgericht Hagen angeklagt.

Vor der Jugendschutzkammer des Landgerichts Hagen ist am Dienstag ein Prozess gegen einen heute 29-jährigen Hemeraner gestartet. Der Mann ist wegen dreifacher sexueller Misshandlung von Kindern angeklagt.

Er soll in den Jahren 2015 bis 2016 in drei Fällen seine damals siebenjährige Nichte sexuell missbraucht haben. Nach einer längeren Haftzeit sei der Angeklagte für einige Zeit bei seiner Halbschwester untergekommen und soll sich in dieser Zeit mehrmals in das Bett der Tochter gelegt haben. Einmal habe der Mann laut Anklage der Minderjährigen in den Schritt gefasst, zwei weitere Male die Hand des Mädchens an sein Glied geführt. Der Mann soll bereits wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern eine Jugendstrafe verbüßt haben.

Angeklagter will nicht mit seinem Verteidiger sprechen

Nach der Anklageschrift bat Verteidiger Martin Düerkop direkt um eine Unterbrechung. Im Vorfeld soll es zwischen ihm und seinem Mandanten keinen Kontakt gegeben haben, deswegen würde er gerne noch einmal mit ihm reden. Der Angeklagte aber nicht. Während der Verhandlungspause verschwand der 29-Jährige spurlos und kam erst pünktlich zur Fortführung zurück.

Zunächst wurde die Mutter des Mädchens gehört, die von den Vorfällen durch den Babysitter, der als zweiter Zeuge geladen war, erfahren hat. „Ich kam von der Arbeit zurück und habe dann meine Tochter weinen gesehen“, sagte sie. Wie sich später herausstellte soll der Babysitter, ein Freund der Mutter, den Angeklagten im Hochbett der Tochter gefunden und ihn daraufhin aus der Wohnung geschmissen haben.

Mädchen möchte nicht, dass der Onkel bestraft wird

In Gesprächen mit ihrer Tochter habe sie mit der Zeit immer mehr Details von den Übergriffen erfahren. Unter anderem, dass der Angeklagte die Siebenjährige im Intimbereich gestreichelt haben soll. Die heute Zehnjährige befindet sich derzeit in psychologischer Behandlung, noch immer sei es ihr peinlich und unangenehm, über die Geschehnisse zu sprechen.

Am Donnerstag wird sie das aber wohl noch einmal müssen, dann ist die Geschädigte als Zeugin geladen. Eine Situation, die alle Beteiligten ihr gerne erspart hätten – die aufgrund der derzeitigen Lage unumgänglich scheint.

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