Pflege

Das Recht auf ein Sterben mit Würde

Mit der Unterzeichnung der Charta haben sich die Teilnehmer der Veranstaltung im Seniorenzentrum Parkheim verpflichtet,  die Situation schwerstkranker und sterbender Menschen zu verbessern.   

Mit der Unterzeichnung der Charta haben sich die Teilnehmer der Veranstaltung im Seniorenzentrum Parkheim verpflichtet, die Situation schwerstkranker und sterbender Menschen zu verbessern.  

Foto: Hendrik Schulze Zumhülsen

Hemer.   93 Personen unterschreiben Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland, um Bedingungen der Pflege zu verbessern.

93 Personen aus den Bereichen Politik, Verwaltung und Pflege haben am Donnerstag die „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“ im Seniorenzentrum Parkheim unterschrieben. Damit verpflichten sie sich, alles zu tun, damit die Ziele der Charta eingehalten werden. Diese zielen auf eine Verbesserung der Bedingungen schwer kranker Menschen am Lebensende ab.

Zu Beginn der Veranstaltung zitierte Maria Kless, Einrichtungsleiterin des Seniorenzentrums Parkheim, den amerikanischen Apple-Gründer Steve Jobs, der 2011 an einer schweren Krebserkrankung starb: „Eure Zeit ist begrenzt. Vergeudet sie nicht damit, das Leben eines anderen zu leben.“ Man solle zudem seinem eigenen Herzen und seiner Intuition folgen.

Glamouröses überschattet die wichtigen Themen

Sie freute sich über das zahlreiche Erscheinen der Gäste, gerade, weil die Themen Tod und Erkrankung oft nur einen kleinen Part in der öffentlichen Debatte einnehmen. „Wir leben in einer Welt, in der oft nur das Glamouröse zählt“, sagte Maria Kless. Aus diesem Grund sei es wichtig, dass die Charta genügend Unterstützer finde.

Seit 2016 fordert eine Allianz aus rund 50 Organisationen unter anderem das Recht aller Menschen auf ein Sterben in Würde und eine umfassende medizinische Versorgung und Behandlung sterbenskranker Menschen ein. Träger sind die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin und der Deutsche Hospiz- und Palliativverband.

Neben dem Pflegepersonal der Einrichtung, der Landtagsabgeordneten Inge Blask, Bürgermeister Michael Heilmann und Michael Scheffler, Vorstandsvorsitzender des AWO-Bezirksverbandes Westliches Westfalen, hat unter anderem auch Hemers 95-jähriger Altbürgermeister Fredi Camminadi die Charta unterschrieben. Er sagte auf Nachfrage: „Die Betreuung sterbenskranker Menschen ist sehr vielschichtig. Da braucht es Fachkräfte mit viel Feingefühl.“ Im Klinik-Alltag sei ein feinfühliger Umgang mit Kranken aber nur selten möglich, so Camminadi.

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