Rettung

„Defis“ sollen die Rettungskette verbessern

Übergabe Rettungsrucksack und Defibrillator an die Feuerwehr Ihmert

Übergabe Rettungsrucksack und Defibrillator an die Feuerwehr Ihmert

Foto: Ralf Engel

Ihmert.   Ein Rettungsrucksack und ein Defi sind für die Ihmerter Vereine gespendet worden. Ein zweiter Defi-Standort ist im Dorf geplant.

Beim plötzlichen Herzstillstand zählt jede Minute. Bis Rettungswagen und Notarzt aus dem Stadtzentrum die abgelegenen Ortsteile erreichen, vergeht wichtige Zeit. Nur in den ersten fünf Minuten ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, einen Menschen ohne bleibende Schäden wieder zu beleben. Um die Rettungskette zu verbessern, sind der Bürgerverein „Wir in Ihmert“ und die Löschgruppe Ihmert aktiv geworden und wollen mit Automatisierten Externen Defibrillatoren (AED) die Versorgung verbessern. Vor knapp vier Wochen war die Aktion initiiert worden, jetzt gibt es einen ersten Erfolg. Für Veranstaltungen im Dorf stehen ein Rettungsrucksack und ein Defibrillator zur Verfügung.

Löschgruppe Ihmertübernimmt den Verleih

Auf dem Ihmerter Maibaumfest hatte die Feuerwehr für die Aktion geworben und gleich Unterstützer gewonnen. Jochen Koch erklärte sich spontan bereit, einen Defibrillator zu spenden. Die laufenden Wartungskosten übernimmt Bauunternehmer Matthias Pitz. An den Kosten des Rettungsrucksacks beteiligte sich der BSV Ihmert. „Es kommt allen Bürgern und den Vereinen im Dorf zugute“, freut sich Vorsitzender Michael Hollmann.

Der Rettungsrucksack und der Defibrillator können bei der Löschgruppe Ihmert ausgeliehen werden. In allen Vereinen gibt es geschulte Ersthelfer. Da es sich um ein Medizinprodukt handelt, wird für den Entleih noch eine Unterweisung beim Bürgerverein angeboten. „Es ist eine tolle Aktion, dass die Feuerwehr den Entleih organisatorisch übernimmt“, dankt Bürgervereins-Vorsitzender Alexander Tüshaus.

Den Defi allerdings kann jeder ohne Schulung nutzen, denn das Gerät spricht mit dem Ersthelfer. Der Defi oder auch Schockgeber ist ein kleines tragbares Gerät, das durch gezielte Stromstöße Herzrhythmusstörungen beenden kann. Durch seinen Einsatz kann beim plötzlichen Herzstillstand das Herzkammerflimmern gestoppt und ein Impuls für die normale Herzaktivität gegeben werden. „Das Gerät ist selbst erklärend, wir müssen nur die Ängste nehmen“, sagt Daniel Düllberg von der Feuerwehr.

Für zweiten Defi werdenSponsoren gesucht

Nachdem Rettungsrucksack und Defi angeschafft werden konnten, ist nun ein zweiter für alle erreichbarer Defibrillator in der Dorfmitte das Ziel. Da er in einem Alarm gesicherten und klimatisierten Außenkasten angebracht werden muss, sind die Kosten deutlich höher. Auf dem Maibaumfest konnten erste Spenden gesammelt werden. Weitere Sponsoren können sich an Daniel Düllberg von der Löschgruppe Ihmert (Email: dallberg@yahoo.de) wenden.

Ein offizielles Register für die Defi-Standorte in Deutschland gibt es nicht. Der Verein Definetz versucht, dies aufzubauen. Demnach gibt es aktuell in Hemer fünf Standorte: an der Gesamtschule, an der Hans-Prinzhorn-Realschule, im Rathaus, im Grohe-Forum und am Jübergturm.

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