Nacktjogger

FKK-Jogger dreht seine Runden im Duloh

Nacktjogger im Duloh

Nacktjogger im Duloh

Foto: Privat / IKZ

Hemer.  Obwohl die Facebook-Gemeinschaft den Fall als harmlos betrachtet, begeht der nackte Mann eine Straftat.

„Hat jemand schon mal den FKK Jogger im Duloh gesehen oder läuft der immer nur mir über den Weg?“, fragte eine Facebook Nutzerin vor einigen Tagen in der Facebook-Gruppe „Du bist Iserlohner, wenn...“ Denn ein Jogger soll im Duloh jeden Morgen in seinem Adamskostüm seine Runden drehen. Viele halten das für ein Gerücht, doch dann erreichte unsere Redaktion ein Foto, auf dem in der Tat ein Nacktjogger zu erkennen ist.

Unter dem Facebook-Post lassen sich um die hundert Kommentare finden. Der Läufer sei durchaus auch anderen Spaziergängern schon ins Auge gefallen. Der Mann sei regelmäßig nackt im Duloh unterwegs, sei aber „harmlos“, wie einige Facebook-Nutzer ihn in den Kommentaren beschreiben. In einem weiteren Kommentar behauptet ein Nutzer: „Der ist harmlos. Er macht das schon seit Jahren und die Polizei kennt ihn gut.“

Sich nackt in der Öffentlichkeit zeigen ist strafbar

Dietmar Boronowski, Pressesprecher der Polizei des Märkischen Kreises, ist der Fall jedoch nicht bekannt. Auf Nachfrage, was dem Mann drohen könnte, sollte er bei seinem morgendlichen Lauf erwischt werden, erklärt der Pressesprecher, dass ihm Erregung öffentlichen Ärgernisses, sexuelle Belästigung oder Exhibitionismus vorgeworfen werden könne. „Im Rahmen von extra freigegebenen FKK-Gebieten darf er so rumlaufen wie Gott ihn schuf. Ansonsten ist es aber in der Öffentlichkeit strafbar, da sich andere daran stören könnten“, erläutert Boronowski.

Auf Facebook scheinen die Nutzer das Verhalten des Läufers locker zu sehen. „Hab ihn auch schon gesehen, als er mich sah, ist er abgebogen, so dass er nicht an uns vorbei musste. Solange er niemanden zu nah kommt, find ich es jetzt nicht schlimm“, heißt es unter den Kommentaren. „Er läuft dort morgens schon jahrelang, zuerst war ich etwas verwirrt, aber er ist harmlos und wenn es ihn glücklich macht. Mich stört er nicht“, schreibt ein weiterer Facebook-Nutzer. In einem weiteren Kommentar heißt es: „Wenn er friedlich ist, lasst ihn doch nackt joggen. Leben und leben lassen.“ Aber es gibt auch durchaus kritische Stimmen. „Also ich finde es geschmacklos darüber Witze zu machen, man muss sich mal vorstellen: Da geht man mit seinem Hund Gassi und dann läuft da ein Nackter rum, wie man sich dann fühlt: besten Dank“.

Zu Bußgeld verurteilt in einem ähnlichen Fall

Sollte der Mann jedoch erwischt werden, kann ihm laut Paragraph 183 des Strafgesetzbuches eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von einem Jahr erwarten. Letzteres sei jedoch unwahrscheinlich, so Polizeikommissar Dietmar Boronowski. Bei Wiederholungstätern könne es vorkommen, dass eine Freiheitsstrafe verhängt werde, aber viel wahrscheinlicher sei jedoch ein Bußgeld. In einem ähnlichen Fall wurde ein Mann, der unter dem Namen „Nacktjogger von Freiburg“ bekannt war, zu einer Geldbuße von 600 Euro verurteilt. Er war nur in Socken und Sportschuhen bekleidet durch ein beliebtes Naherholungsgebiet gelaufen. Dabei begegnete er zwei 25-jährigen Studentinnen, die vor dem Mann flüchteten und die Polizei verständigten. In einem weiteren Fall im bayerischen Gunzenhausen wurde ein 55-jähriger Nacktjogger zum Tragen eines Lendenschurzes verurteilt.

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