Palliativstation

Engagierte Hilfe für unheilbar Kranke

Die Palliativstation in der Paracelsus-Klinik feierte ihr zehnjähriges Bestehen

Die Palliativstation in der Paracelsus-Klinik feierte ihr zehnjähriges Bestehen

Foto: Ralf Engel / Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung

Hemer.  Die Palliativstation in der Paracelsus-Klinik feierte ihr zehnjähriges Bestehen.

Den Lebenstagen bis zum letzten Atemzug mehr Leben geben, das ist seit zehn Jahren die herausfordernde Aufgabe auf der Palliativstation in der Paracelsus-Klinik. Das leiste das Team um Dr. Katja Sielhorst mit Mut- und Durchhaltevermögen, Nächstenliebe, Empathie und dem Willen, etwas Gutes für andere zu tun, lobte Bürgermeister Michael Heilmann auf der Geburtstagsfeier mit Mitarbeitern und Wegbegleitern. Die Palliativversorgung sei ein Alleinstellungsmerkmal auch für die Stadt Hemer und werde in der Bevölkerung geschätzt. „Sie haben großen Respekt verdient“, dankte er dem Team.

Auf der Palliativstation werden Menschen unterstützt, die an einer unheilbaren Erkrankung leiden. Acht Betten stehen in der Paracelsus-Klinik zur Verfügung. Angehörige werden durch uneingeschränkte Besuchszeiten und Übernachtungsmöglichkeiten mit einbezogen.

Im Gegensatz zu einem Hospiz werden die Kranken hier aber nicht bis zum Tode gepflegt, sondern ihre Symptome werden gelindert, so dass die Patienten wieder zurück nach Hause können. Auf der Palliativstation erholen sich die Patienten wieder körperlich und seelisch von ihrer Erkrankung und den oft anstrengenden Therapien. Die Lebensqualität soll für die verbleibende Lebenszeit erhalten oder sogar verbessert werden. Dieses Ziel verlangt nicht nur den Ärzten, sondern auch den Pflegekräften viel ab. Die Mitarbeiter sind auch erste Ansprechpartner für die Angehörigen, leisten viel Organisatorisches für die Patienten.

Wie sehr dabei die Teamarbeit im Mittelpunkt steht, würdigten gleich mehrere Gratulanten. „Das Pflegepersonal passt perfekt in die entwickelte Therapieform“, betonte der Palliativmediziner Dr. Hans-Jörg Hilscher vom Hospiz Mutter Teresa. In seinen kühnsten Träumen habe er nicht geahnt, den palliativmedizinischen Konsiliardienst so aufzubauen.

Teamarbeit stehtim Mittelpunkt

Dass die Leistung nicht hoch genug geschätzt werden kann, verdeutlichte Chefarzt Dr. Joachim Dehnst am Konflikt zwischen dem idealistischen Leitbild und dem ökonomischen Zwang. Kritisch blickte er auf eine Patientenversorgung, die immer stärker durch Managementdenken geprägt sei. Gespräche zwischendurch und die persönliche Zuwendung würden häufig wegrationalisiert.

„Die Kultur des Heilens ist eingezwängt im Korsett messbarer Handlungen“, sagte Dr. Dehnst. Gerade auf einer Palliativstation sei die Hilflosigkeit der Betroffenen grenzenlos, eine ganzheitliche Betrachtung essenziell. In diesem Konflikt eine solche Station zu betreiben, sei schwierig und erfordere viel Engagement. Der Chefarzt dankte Dr. Katja Sielhorst, die dies seit nunmehr zehn Jahren leiste.

Unterstützt wird die Arbeit der Station seit 2014 durch den Förderverein der Palliativmedizin. Dessen Vorsitzender Bernhard Camminadi dankte Klinik, Mitarbeitern und Unterstützern für die Arbeit. Der Förderverein unterstützt auch die spezielle Fachausbildung, die mittlerweile fünf Krankenschwestern absolviert haben. Eva Schneider konnte bei der Feierstunde die Glückwünsche entgegennehmen.

Die vielen Dankes- und Lobesworte leitete Dr. Katja Sielhorst an die Mitarbeiter weiter: „Palliativarbeit ist Teamwork“.

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